• 23.04.2013, 14:16:57
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Karlheinz Töchterle: Etwaige Einrichtung einer Medizinischen Fakultät in Linz kann nur mit vereinten Kräften gelingen

Gesetzesnovelle geht in Begutachtung - Finanzierungsfragen werden in Arbeitsgruppe diskutiert

Utl.: Gesetzesnovelle geht in Begutachtung - Finanzierungsfragen
werden in Arbeitsgruppe diskutiert =

Wien (OTS) - Nach dem heutigen Gespräch zur etwaigen Einrichtung
einer Medizinischen Fakultät in Linz mit Bundeskanzler Werner
Faymann, Finanzministerin Dr. Maria Fekter, Gesundheitsminister Alois
Stöger und dem oberösterreichischen Landeshauptmann Dr. Josef
Pühringer bekräftigt Wissenschafts- und Forschungsminister Dr.
Karlheinz Töchterle sein zu Amtsbeginn gewähltes Motto: "Viribus
unitis - das gilt gerade auch für die etwaige Einrichtung einer
Medizinischen Fakultät in Linz: Nur mit vereinten Kräften und wenn
alle Beteiligten ihren Beitrag leisten, kann es gelingen." Der
Minister berichtete nach dem Gespräch, dass die im
Wissenschaftsministerium zuletzt erarbeitete Gesetzesnovelle, die die
Fusion und das Einrichten von medizinischen Fakultäten ermöglicht,
nun in Begutachtung geschickt werde. Ein Beschluss ist vor dem Sommer
vorgesehen. Weiters werden Finanzierungsfragen in einer
Arbeitsgruppe, der seitens der Regierung Minister Töchterle,
Finanzministerin Fekter, Gesundheitsminister Stöger, Staatssekretär
Ostermayer und seitens des Landes Oberösterreich Landeshauptmann
Pühringer und Bürgermeister Dobusch angehören, diskutiert. "Sämtliche
Fragen der Finanzierung müssen solide geklärt werden, bevor wir zu
einer Entscheidung kommen", bekräftigt Töchterle.

"Ein wichtiges gemeinsames Ziel ist die optimale medizinische
Versorgung für Österreich sowie der weitere Ausbau Österreichs zu
einem starken Wissenschafts- und Forschungsstandort", so Töchterle.
In seiner Verantwortung als Wissenschaftsminister sehe er es aber
"als zentral, wesentliche Fragen fundiert und mit Blick auf den
gesamten Hochschulraum zu klären". Der Minister konkretisiert:

- Im Bereich der postpromotionellen Ausbildungs- und
Arbeitsbedingungen für Ärzte braucht es jedenfalls Verbesserungen,
die von der Gesundheitspolitik zu leisten sind. Denn: "Eine
flächendeckende Ärzteversorgung hängt von mehreren Faktoren ab",
meint der Minister auch in Hinblick auf die bestehende massive
Tendenz der Abwanderung von Jungärzten aus Österreich (laut der im
vorigen Sommer veröffentlichte Ärztebedarfsstudie streben rund 25
Prozent der österreichischen Studierenden, etwa drei Viertel der
deutschen Studierenden und zwei Drittel der Studierenden aus allen
übrigen Herkunftsländern nach ihrem Studium eine Berufstätigkeit
außerhalb Österreichs an). Dem gelte es entgegenzuwirken, zB. durch
eine Attraktivierung der Ärzteausbildung nach dem Studium aber vor
allem der Rahmenbedingungen für ärztliche Tätigkeit wie die
Entlastung von administrativen und pflegerischen Tätigkeiten,
flexiblere Arbeitszeitmodelle und Anreizmodelle für Ärzte in
regionalen Randlagen. In der Ärztebedarfsstudie wurden auch bereits
konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Rahmenbedingungen gemacht.
Hier brauche es einen verbindlichen Fahrplan zur Umsetzung.

- Schließlich ist es auch eine Frage der strategischen Planung des
österreichischen Hochschulraumes: Alle Beteiligten
(Hochschulkonferenz, andere Standorte von Medizinischen
Universitäten) müssen eingebunden werden, um im Rahmen des
österreichischen Hochschulplans eine transparente und jedenfalls auf
Kooperation beruhende Umsetzung durchzuführen. Es braucht eine gute
Abstimmung aller in diesem Bereich tätigen Institutionen.

- Im Zuge einer etwaigen Einrichtung müsse es - wie vor allem auch
von Finanzministerin Fekter gefordert - eine Lösung des Klinischen
Mehraufwands (KMA) geben. Dazu lädt das Ministerium die drei
Bundesländer, in denen es derzeit öffentliche Medizinische
Universitäten gibt (Tirol, Steiermark und Wien), zu Gesprächen ein,
Vorarbeiten mit dem Finanzministerium laufen bereits. Der KMA müsse
in Zukunft den tatsächlichen Kosten für Lehre und Forschung
entsprechen, um durch Einsparungen neue Investitionen zu ermöglichen.

- Eine Vorleistung zur Errichtung einer medizinischen Fakultät in
Linz wurde durch das Wissenschaftsministerium bereits erbracht: Es
wurde ein "Keimling" gesetzt, verweist Töchterle auf bisherige
Schritte, die auch im Rahmen der zu Jahresende abgeschlossenen
Leistungsvereinbarungen mit der Johannes Kepler Universität Linz
gesetzt wurden: zusätzliche Professuren in Gesundheitsökonomie und
Medizininformatik, Einrichtung eines Bachelorstudiums Bioinformatik,
Aufbaustudium Medizin- und Bioethik.

- Das zu Jahresende bis 2016 verlängerte Moratorium (Stichwort
Quotenregelung im Medizinstudium) darf nicht gefährdet werden.

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