• 23.04.2013, 12:16:36
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ORF-"matinee" am 28. April: Mit Alfred Komarek im NÖ-Landesarchiv, "Musikalische Reisen" ins Schloss Versailles

Außerdem: Evangelischer Gottesdienst und "Kulturtipps"

Utl.: Außerdem: Evangelischer Gottesdienst und "Kulturtipps" =

Wien (OTS) - Clarissa Stadler begrüßt zur "matinee" am Sonntag, dem
28. April 2013, um 9.05 Uhr in ORF 2: Darin führt Schriftsteller
Alfred Komarek durch "Ein Haus voller Geschichten - das
Niederösterreichische Landesarchiv", dessen Anfänge bis ins 15.
Jahrhundert zurückreichen. Unter Tausenden historischen Unterlagen
finden sich dort so selten ausgestellte Besonderheiten wie die
Barbarossa-Urkunde oder die Zensurakten der Operette "Die lustige
Witwe". Nach dem "Evangelischen Gottesdienst" live aus der Salzburger
Auferstehungskirche (9.30 Uhr) schweift die "matinee" in französische
Gefilde und begibt sich mit dem britischen Schauspieler Simon Callow
auf eine weitere "Musikalische Reise" nach Versailles und Paris
(10.15 Uhr). Zum Abschluss der Sendung stehen die bewährten
wöchentlichen "Kulturtipps" (10.40 Uhr) auf dem Programm.

"Ein Haus voller Geschichten - das Niederösterreichische
Landesarchiv" (9.05 Uhr)

90.000 Kartons mit historischen Unterlagen, 12.000 Urkunden und
Amtsbücher, die aneinandergereiht eine Strecke von acht Kilometer
abdecken - das ist das Niederösterreichische Landesarchiv. "Schriften
sind die Gedanken des Staates, die Archive sein Gedächtnis",
formulierte schon 1798 der deutsche Dichter Novalis. Mit seinen
wertvollen Beständen ist das Landesarchiv des größten
österreichischen Bundeslandes ein viele Jahrhunderte umspannendes
Spiegelbild und beantwortet Fragen nach Herkunft, Entwicklung und
Gestaltung eines Landes und seiner Kultur.
In dieser von Andi Leitner und Christian Puluj gestalteten
Dokumentation des ORF Niederösterreich führt der bekannte
Schriftsteller Alfred Komarek durch das Landesarchiv - und damit
letztlich durch die Geschichte Niederösterreichs.

Die Anfänge dieser Einrichtung reichen bis ins Wien an der Wende vom
15. zum 16. Jahrhundert zurück. 1705 wurden die ersten 3.800
Pergamenturkunden registriert. Im Jahr 1862 wurde das Landesarchiv
dann als eigenständige Institution gegründet, 1997 erfolgte die
Übersiedlung von Wien in das neue Gebäude im St. Pöltener Regierungs-
und Kulturbezirk.
Der Film holt viele selten ausgestellte Dokumente vor die Linse,
darunter die Barbarossa-Urkunde und das Schiltener Urbar, aber auch
die Zensurakten der Operette "Die lustige Witwe" sowie beredte
Zeugnisse aus der Zeit der NS-Herrschaft. Gezeigt wird aber auch die
aufwendige Handarbeit in der Werkstatt, wo jahrhundertealte Dokumente
restauriert und so für künftige Generationen bewahrt werden.

Was wenige wissen: Das Landesarchiv unterstützt auch die Gemeinden
bei der Gestaltung ihrer Wappen und bemüht sich um die Zusammenarbeit
mit den lokalen Archiven, denn für die Geschichtsschreibung
Niederösterreichs ist die Heimatforschung von wesentlicher Bedeutung.

"Musikalische Reisen: Versailles und Paris" (10.15 Uhr)

Schauspieler und Moderator Simon Callow führt in dieser Folge der
"Musikalischen Reisen" (Buch und Regie: Peter Beveridge) ins
Versailles des Sonnenkönigs Ludwig XIV. und nach Paris zur Zeit der
Belle Epoque.

In Frankreich gehören das Schloss von Versailles, seine zahlreichen
Nebengebäude und seine weitläufigen Parkanlagen seit jeher zur
größten und meistbesuchten Touristenattraktion. Roi Louis XIV machte
aus dem ursprünglichen Jagdschloss seines Vaters ab 1661 einen
barocken Prachtbau, dessen Architektur viele andere europäische
Herrscher zur Nachahmung anregte. Einen überwältigenden Eindruck
hinterlässt die 75 Meter lange Spiegelgalerie, die sowohl als
Promenade wie als Festsaal genutzt wurde. Die unvergleichlichen
Gärten wurden vom Sonnenkönig für die unterhaltsame Zerstreuung des
Hofes adaptiert. Komponisten wie Rameau, Lully und Couperin sorgten
für die musikalische Untermalung der Spektakel, Masken, Opern und
Ballette. Nach der Französischen Revolution wurde das Schloss, trotz
Restauration der Bourbonen, nicht mehr als königliche Residenz
genutzt und bereits 1837 zum Museum umgewidmet.

Mitte des 19. Jahrhunderts beauftragte Napoleon III. den Baron
Georges-Eugène Haussmann mit einer großflächigen Restrukturierung von
Paris, die der Stadt dank der neuen Boulevards und der großzügigen
Architektur ein unvergleichliches Flair verlieh. Eine romantische
Bootsfahrt auf der Seine vermittelt dem Betrachter quasi im
Schnelldurchlauf die Jahrhunderte kultureller Entwicklungen in der
französischen Metropole.

Zwei der wichtigsten französischen Komponisten sind in diesem
Ambiente groß geworden: Camille Saint-Saens und Georges Bizet. Der
1835 geborene Saint-Saens wurde auch "der französische Mozart"
genannt, denn bereits im zarten Alter von zwei spielte er Klavier und
komponierte mit vier seine ersten Stücke. Auch als Erwachsener blieb
er das brillante Genie und prägte durch seine unglaubliche
Vielseitigkeit das französische Musikleben in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts.
Im Vergleich zu Saint-Saens führte Georges Bizet ein geradezu
unglückliches Leben, denn es war - trotz seines großen Talents - von
vielen Rückschlägen geprägt. Die Uraufführung seiner Oper "Carmen"
1875 in Paris war einer der größten Opernskandale - und nur sechs
Tage danach starb der Komponist mit 36 Jahren an einem Herzanfall.
Den Siegeszug, den seine Oper bald um die Welt antrat, konnte er
nicht mehr miterleben.

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