- 22.04.2013, 09:53:05
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H.P. Martin deckt auf: EU-Beamte immer länger im Krankenstand
Brüssel (OTS) - Utl.: Parlamentarische Anfragen belegen: Mehr
Frühpensionen, Kostenexplosion beim Invalidengeld / Rentenzuschuss
bereits mehr als 800 Millionen Euro je Jahr, mehr als 30 Milliarden
Euro an ungedeckten Pensionsansprüchen
Eine Serie von parlamentarischen Anfragen des unabhängigen EU
Abgeordneten Hans-Peter Martin aus Österreich führt zu einem
erschreckenden Einblick in die EU-Beamtenrealität:
Seit 2008, dem Beginn der Wirtschaftskrise, stieg die
durchschnittliche Dauer der Krankheitstage der Beamten in der
EU-Kommission um zehn Prozent, von 12,7 auf 14 Tage pro
Beschäftigtem. Die Fehlzeiten betrugen damit 3,8 Prozent. Dabei
nahmen sich allein im vergangenen Jahr von den 23 600 Beamten in der
EU Kommission 17 787 "mindestens einen halben Tag Krankheitsurlaub",
wie EU-Kommissar Maros Sefcovic in seiner Anfragebeantwortung
mitteilte - und dies alles vor dem Hintergrund von Traumgehältern,
Reiseprivilegien und Rekordurlauben für die EU-Beamten.
Gleichzeitig gingen in den letzten drei Jahren 563 EU-Beamte im Alter
zwischen 55 und 60 Jahren in Frühpension, 20 Prozent mehr als zuvor.
Zusätzlich gelang sogar 19 Beamten im Alter zwischen 50 und 54 Jahren
der Absprung in den vorzeitigen Ruhestand, in früheren Jahren waren
es lediglich vier.
Noch krasser ist die Entwicklung bei der Dienstunfähigkeit. Seit 2009
wurde 412 EU-Bediensteten "ein Invalidengeld gewährt", so Kommissar
Sefcovic. Dass es auch dabei zu einem zehnprozentigen Anstieg im
Vergleich zu früheren Jahren kam, mag kaum noch verwundern. Empörend
ist in jedem Fall die Kostenexplosion. Mussten die Steuerzahler für
dienstunfähige Beamte im Jahr 2009 noch 25,6 Millionen Euro
aufbringen, so waren es 2012 bereits 35,6 Millionen Euro. Dies
entspricht einer Kostensteigerung von 40 Prozent.
Die Gesamtkosten für die Pensionen aller ehemaligen EU-Beamten und
EU-Bediensteten beliefen sich 2012 auf 1,24 Milliarden Euro, wobei
die aktiven EU-Beamten lediglich 436 Millionen Euro beitrugen. Das
bedeutet, dass die Steuerzahler mehr als 800 Millionen zuschießen
mussten.
Insgesamt haben sich bei den EU-Beamten bereits Pensionsansprüche im
Wert von 30,6 Milliarden Euro angehäuft. Würden also alle EU-Beamten
mit heutigem Tag ihre Arbeit beenden, müssten die Steuerzahler
dennoch für diese unfassbare Summe aufkommen. Denn Rücklagen dafür
gibt es keine.
Hans-Peter Martin: "Die Entwicklung ist völlig aus dem Ruder
gelaufen. Die meisten EU-Beamten leben in einer Traumwelt, voller
Privilegien und beneidenswerter sozialer Absicherung. Ihre weit
überhöhten Einkommen werden zu Recht kritisiert. Ihre
Arbeitsbelastung steht in umgekehrtem Verhältnis zu ihren
Krankenständen. Ihre Kinder besuchen Eliteschulen fast zum Nulltarif,
um die luxuriöse Altersversorgung muss sich niemand Sorgen machen. So
geht jeder Realitätssinn verloren.
Ein bisschen Jammern genügt, und schon werden zum Beispiel junge
parlamentarische Assistenten wegen eines "Burn-Outs" von Ärzten in
Brüssel ohne ernsthafte Untersuchung zwei Monate lang krank
geschrieben."
Die Anfragen und Antworten im Wortlaut unter www.hpmartin.net
Hinweis: Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen liegen in der
alleinigen Verantwortung der jeweiligen Verfasser und geben nicht
unbedingt den offiziellen Standpunkt des Europäischen Parlaments
wieder.
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