- 18.04.2013, 10:09:33
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Misshandlungsopfer klagt zwei Padres, samt dem dazugehörigen Stift Admont
Vorwurf: Rituelle Auspeitschungen und Vergewaltigungen. Beide Priester bis heute im Amt
Utl.: Vorwurf: Rituelle Auspeitschungen und Vergewaltigungen. Beide
Priester bis heute im Amt =
Admont/Leoben/Wien (OTS) - Mitten in der Eintragungsfrist zum
Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien platzt eine Bombe: Ein
Misshandlungsopfer klagt nun zwei Padres und das steirischen Stift
Admont auf Schadenersatz. Er und andere Ex-Zöglinge sind vor 45
Jahren durch die Hölle gegangen: Der Kläger soll von den Padres bis
zur Bewusstlosigkeit geschlagen worden sein, ihm soll auch das Kiefer
ausgerenkt worden sein. Zu brutalen Schlägen kam es laut seinen
Angaben mehrere hundert Male. Ebenso soll es zu häufigen rituellen
Vergewaltigungen gekommen sein. Als der Betroffene einmal versuchte,
Gegenwehr zu üben, soll ihm die Schulter ausgekegelt worden sein. Die
Verletzungen, die damals zugefügt wurden, sind so schwerwiegend, dass
es bis heute immer noch zu Eiter- und Blutbildungen kommt.
Schönborn und Kapellari seit Jahren über sexuelle Gewalt
informiert
Besonders empörend: Beide Pater sind bis heute -in Gemeinden im
Umfeld von Admont- als Priester im Einsatz. Bereits 2010 waren
Bischof Kapellari, Kardinal Schönborn und auch dessen Klasnic
Kommission über die Straftaten von damals informiert worden. Beide
beschuldigten Pater haben im Nachrichtenmagazin "profil" im März 2010
ihre Taten zugegeben. Der steirische Bischof Kappellari behauptete
unermüdlich, von den Vorkommnissen nie erfahren zu haben. Kapellari
wurde jedoch bereits 2010 über das ganze Ausmaß der Vorwürfe
schriftlich informiert und hat den Erhalt dieses Briefes 2010
bestätigt. Auch Kardinal Schönborn war in einer eingeschrieben
Briefsendung 2010 über die Vorfälle informiert worden. Den Erhalt des
Briefes hat auch der Kardinal bestätigt. Er erklärte sich ebenfalls
für unzuständig für die gewalttätigen Priester. Diese blieben im Amt,
Schönborn verwies auf die Klasnic Kommission. Diese wurde im November
2010 über das ganze Ausmaß der sexuellen und physischen Gewalt im
Stift Admont informiert, weigerte sich jedoch bis Ende 2012 eine
Entschädigung zu zahlen. Als der Druck doch zu groß wurde, bezahlte
Schönborns Kommission EUR 25.000, was dem Opfer -angesichts des
verpatzen Lebens - zu wenig war. Geklagt werden jetzt nicht nur die
gewalttätigen Padres, sondern auch Stift Admont selbst. Das Stift
habe die Beaufsichtigung auf Basis eines abgeschlossenen Vertrages
(Beherbergung, Beaufsichtigung) unterlassen.
Andere Opfer haben weder Kraft noch Mittel für Klage
Sepp Rotwangl von der Plattform Betroffene kirchlicher Gewalt
wünscht dem Kläger viel Kraft für einen langwierigen und sicher auch
schmutzigen Prozess. "Diesen Gerichtsweg können und wollen nicht alle
Betroffene gehen. Viele haben einfach nicht mehr die Kraft oder die
Mittel dazu." Rothwangl ruft dazu auf, das Volksbegehren gegen
Kirchen-Privilegien zu unterstützen, das noch bis Montag den 22.4
unterzeichnet werden kann. Die Petititon fordert u.a. eine staatliche
Aufklärung der kirchlichen Missbrauchs und Vertuschungsverbrechen.
"Wenn der Staat nicht endlich tätig wird, bleiben die kirchlichen
Missbrauchsverbrechen für immer unaufgeklärt, die Opfer werden mit
jenem Bettel an Entschädigungszahlung abgespeist, der von Schönborns
Klasnic Kommission nach eigenem Gutdünken vergeben wird."
Du sollst hingehen! Volksbegehren gegen Kirchen-Privilegien.
15.4.-22.4. in ganz Österreich. Auch am Wochenende!
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