• 17.04.2013, 14:42:54
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Braunschlag statt Kahlschlag

Wien (OTS) -

- Die Filmindustrie vergibt eine Spezial ROMY an den ORF für minus
30 % österreichisches Programm!
- Appell der heimischen Filmwirtschaft an die Bundesregierung

Die österreichischen Produzentenverbände - aafp, Film Austria und
Fachverband der Film- u. Musikindustrie - stellen mit großer Sorge
fest, dass gerade im Jahr eines österreichischen Oscars und im
Vorfeld der ROMY Verleihung als Gala österreichischer
Fernsehkreativität der ORF bereits 2013 massive Einsparungen in der
Produktion von österreichischem Programm plant und mit dem drohenden
Wegfall der Gebührenrefundierung ab 2014 bereits in Aussicht gestellt
hat, im österreichischen Fernsehprogramm sparen zu wollen.

2013 läuft die gesetzlich befristete Gebührenrefundierung zu
Gunsten des ORF in Höhe von insgesamt Euro 160 Mio, zuletzt 2013 Euro
30 Mio aus. Den bisherigen Aussagen der ORF Geschäftsführung folgend
ist wohl allen Beteiligten - auch der Politik - bewusst, dass die
entfallende Gebührenrefundierung voll die österreichische Fernseh- u.
Kinofilmproduktionswirtschaft treffen wird*.

Damit droht im Oscar-Jahr und zeitgleich mit der Befeierung der
österreichischen TV-Highlights bei der ROMY dem genuin
österreichischen Programm bereits 2013 ein Kahlschlag und 2014 ein
weiterer um rd. minus 30 % des Programmproduktionsvolumens.

"Der ORF sieht seinen öffentlich-rechtlichen Programmauftrag als
Eventualverbindlichkeit," so Danny Krausz, Obmann des Fachverbandes
der Film- u. Musikindustrie, "Die erfolgreiche österreichische
Filmwirtschaft wird in dieser verfehlten Politik nur als
Kollateralschaden gesehen!"

David Schalko, Romy-nominierter Produzent von "Braunschlag" dazu:
"Warum konzentriert man sich nicht endlich auf die Kernaufgabe,
nämlich ausreichend gutes Fernseh- und Radioprogramm herzustellen?
Der ORF ist kein Mittelstandsunternehmen, er ist die wichtigste
kulturelle Institution dieses Landes. Der ORF gehört uns allen und
wir wollen österreichisches Qualitätsprogramm dort sehen!"

"Nur ein gesetzlich verbindlicher jedenfalls 20 %iger Anteil der
Gebühreneinnahmen für österreichische Programminhalte kann die
Filmwirtschaft aus der Geiselhaft befreien" fordert KR Dr. Veit
Heiduschka, Präsident des Vereins Film Austria und Geschäftsführer
der Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien, "Wir brauchen
ein Notprogramm zur Rettung der österreichischen Fernseh- u.
Kinofilmwirtschaft jetzt". Dass öffentlich-rechtliches Programm nicht
aus dem Ankauf billiger ausländischer Meterware besteht, hat bereits
die Medienbehörde KommAustria festgestellt. Der ORF ziehe daraus
nicht die richtigen Konsequenzen - so Veit Heiduschka.

Die Verbände der Filmproduktionswirtschaft verlangen keineswegs,
dass "neues Geld in alte Töpfe" gegeben werde und befürworten das
zuletzt * in Aussicht gestellte "breite" Finanzierungsmodell der
nächsten Regierungsperiode, das hoffentlich eine nachhaltige
Finanzierung des ORF sicherstellen wird. Die Filmwirtschaft müsse
jedoch noch in dieser Legislaturperiode aus der Abhängigkeit des ORF
befreit werden, sonst drohe bis zur Umsetzung neuer
Finanzierungsmodelle für die Filmwirtschaft ein Verlust von zumindest
30 % des Fernsehprogrammbudgets und ein Kahlschlag für den
österreichischen Filmstandort.

Die Regierung weiß, dass der ORF bei der österreichischen
Programmproduktion 1:1 einsparen wird, weil es für österreichisches
Programm keine detaillierte gesetzliche Verpflichtung gibt. Die
Filmwirtschaft bittet die Regierung um ihre Unterstützung, noch in
dieser Legislaturperiode ihre Verantwortung wahrzunehmen und mit
einer leicht umsetzbaren Änderung im ORF Gesetz die Chancen des
Wirtschaftszweigs zu erhalten.

* Zitat: STANDARD vom 17.4.2013:
"....Programm bei österreichischen Produktionen streichen (im Ausmaß
von 35 Millionen);...";
"....Wir werden kein neues Geld in den alten Topf geben,..."

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