• 15.04.2013, 11:59:29
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Sima: Gemeinsam für den Atomausstieg und gegen das Comeback des Uran-Abbaus in Europa!

Wanderausstellung der Wiener Umweltanwaltschaft über das schmutzige Geschäft des Uran-Abbaus auch vor unserer Haustüre!

Utl.: Wanderausstellung der Wiener Umweltanwaltschaft über das
schmutzige Geschäft des Uran-Abbaus auch vor unserer Haustüre! =

Wien (OTS) - Über die dramatischen Konsequenzen des Uran-Abbaus
informiert eine neue Wanderausstellung der Wiener Umweltanwaltschaft.
Umweltstadträtin Ulli Sima hat diese heute im Gymnasium Parhamerplatz
im 17. Bezirk eröffnet: "Wir wollen den Jugendlichen eine bisher
vermutlich weniger bekannte alarmierende Facette der Atomkraft
aufzeigen - die Folge des Uran-Abbaus, der für den Betrieb von
Atomkraftwerken notwendig ist", so Sima. Bislang wurde vor allem in
entfernten Ländern wie Kasachstan, Russland oder Australien abgebaut,
nun droht das "Comeback" des Uranabbaus auch in Europa, auch in
östlichen Nachbarländern Österreichs. Die Ausstellung kann von
Schulen kostenlos inklusive Infomaterial angefordert werden. Das
Angebot ist eines der vielen Maßnahmen der Stadt Wien im Rahmen der
aktiven Anti-Atom-Arbeit: "27 Jahre nach Tschernobyl und 2 Jahre nach
Fukushima dürfen wir nicht locker lassen - wir kämpfen mit vielen
Verbündeten für den europäischen Atomausstieg und in diesem
Zusammenhang gegen das Comeback des Uranabbaus in Europa", so Sima.

Atomlobby forciert Uranabbau auch in Europa

Uran ist die Grundlage für die Herstellung von Kernbrennstoff.
Seit 1990 wurde der Abbau weltweit zurückgeschraubt, weil ausreichend
sekundäre Uran-Quellen aus der Abrüstung von Atomwaffen zur Verfügung
standen. Diese Quellen laufen aus und somit greift die Atomlobby
wieder auf die Uranförderung zurück.

Derzeit wird innerhalb der EU in Tschechien und in Rumänien
abgebaut. Nun droht ein Abbau auch in der Slowakei und in Ungarn. In
der Slowakei hat das kanadische Minen-Unternehmen European Uranium
Resources Ltd. sein Interesse am Standort Kuriskova (400-450 km von
Wien entfernt) in der Ostslowakei bekundet, geologische
Untersuchungen sind am Laufen. In Ungarn will das australische
Unternehmen WildHorse Energy im Mecsek-Gebirge (300-350 km von Wien
entfernt) mittelfristig Uran abbauen.

Uran: Bedrohung für Grundwasser und Böden

Die Folgen für Mensch und Umwelt sind erschreckend. Uranabbau
führt zur Bedrohung des Grundwassers, die Luft wird durch radioaktive
Substanzen belastet, die Böden verseucht. Ganze Landschaften werden
durch die Abbau-Arbeiten zerstört. Es entstehen enorme Mengen von
schlammförmigen Rückständen, die in Absetzbecken gepumpt werden,
tausende Tonnen radioaktiv belasteter Rückstände bleiben zurück.
Sickerwässer aus diesen können in Erdreich, Grund- und auch ins
Trinkwasser gelangen.

Atomkraft: Hoher Energieaufwand - geringer Energiegewinn

Der Abbau, die Verarbeitung und die Anreicherung des Urans
verbraucht enorm viel Energie. Ebenso die Herstellung der Brennstäbe,
der Betrieb des Atomkraftwerkes und schließlich die Entsorgung -
bislang die Zwischenlagerung - der Brennstoffe. Die gesamte
Brennstoffkette ist sehr energieintensiv. Was den Uranabbau betrifft,
so hängt dessen Energieaufwand im speziellen vom Uranerzgehalt ab.
Der durchschnittliche Erzgehalt sinkt mit zunehmender Ausschöpfung
der Uranreserven. Deshalb werden Vorkommen mit immer geringerem
Urangehalt abgebaut und zu Brennstoff verarbeitet, das führt wiederum
zu immer höherem Energieverbrauch. Es ist absehbar, dass der
Erzgehalt der verbleibenden Lagerstätten soweit absinkt, dass durch
den Einsatz des Urans in Atomkraftwerken kaum mehr Energie erzeugt
wird, als für seine Herstellung notwendig war.

Im Juli 2012 waren weltweit 429 Atomreaktoren mit einer
Nettoleistung von 362,5 GWe in Betrieb. Diese Atomkraftwerke
verbrauchen pro Jahr rund 10 500 Tonnen angereichertes Uran in Form
von Brennstäben. Der jährliche Bedarf an Uran zur Herstellung der
Brennstäbe liegt bei rund 59.000 Tonnen Natur-Uran. Nur etwa 3 % der
globalen Energieerzeugung stammen aus Kernenergie. Dabei stammen
global bereits über 21 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen.

Stadt Wien fordert europaweiten Atomausstieg

Die dramatischen Folgen der Atomkraft sind nicht erst seit
Tschernobyl und Fukushima bekannt. Wien arbeitet seit vielen Jahren
an einem Ausstieg aus der Kernenergie für Europa und forciert
alternative Energiequellen. "Atomkraft ist Energie von gestern, sie
ist alles andere als klimafreundlich - betrachtet man die gesamte
Brennstoffkette - auch wenn die Atomlobby versucht anderes zu
behaupten", so Sima. Sie hat ein europaweites Städtenetzwerk für den
europäischen Atomausstieg gegründet. Gemeinsam mit Städten wie Köln,
München, Dublin und vielen anderen will Wien vor allem auf EU-Ebene
die einseitige Förderung der Atomkraft bekämpfen und die Alternativen
fördern.

"Kernenergie ist nicht nur gefährlich und nicht in der Lage einen
relevanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, sie ist auch
unwirtschaftlich, wie die Begehrlichkeiten der Atomlobby nach
Fördergeldern in Europa klar zeigen", so Andrea Schnattinger,
Umweltanwältin und Atomschutzbeauftragte der Stadt Wien.

Alle Infos zur Ausstellung unter www.wua-wien.at

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

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