- 15.04.2013, 11:38:47
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ARBÖ/EAC: EU-Richtlinie ist Türöffner für Gigaliner
Scharfe Kritik an der Zulassung von Megatrucks
Utl.: Scharfe Kritik an der Zulassung von Megatrucks =
Wien (OTS) - "Diese Richtlinie ist der Türöffner für den europaweiten
Verkehr von Megatrucks und damit nicht hinnehmbar. Hier sollen via
Salamitaktik Fakten geschaffen werden, die Millionen von
Verkehrsteilnehmern vor den Kopf stoßen, die solche Gigaliner mit
großer Mehrheit ablehnen" mit diesen Worten kritisiert Mag. Lydia
Ninz, Generalsekretärin des ARBÖ die jüngste Richtlinie der
EU-Kommission.
Unterstützung im Kampf gegen die Gigaliner kommt auch von
EAC-Präsident Bernd Opolka: "Mit ihrem Entwurf zur Richtlinie
96/53/EC hat die Europäische Kommission einmal mehr die Gelegenheit
versäumt, Klarheit in die öffentliche Gigaliner-Debatte zu bringen."
So war insbesondere vor dem Hintergrund der äußerst kritisch
diskutierten "Uminterpretation" der Richtlinie durch den EU-Kommissar
für Verkehr Siim Kallas eine eindeutige Klärung der Frage zum
grenzüberschreitenden Einsatz der Lang-LKW innerhalb der Europäischen
Union erwartet worden, welche die Kommission schuldig bleibt.
Stattdessen schließt sie sich den Auslegungen Kallas' an, nach denen
ein Grenzübertritt dann gestattet werden soll, wenn die jeweiligen
Nachbarstaaten damit einverstanden sind.
Zudem kritisiert der EAC das Versäumnis der Kommission, keine
Folgenabschätzung für den Fall der Zulassung von Lang-LKW vorgenommen
zu haben, die für eine realistische Bewertung der Auswirkungen auf
Infrastruktur und Umwelt eine entscheidende Grundlage darstellt. "Die
Zulassung von Gigalinern und die damit verknüpfte Verlagerung des
Güterverkehrs von Schiene zu Straße würde einen Investitionsbedarf in
das Straßen- und Brückennetz bedeuten, der vor dem Hintergrund der
öffentlichen Kassen kaum zu stemmen ist. Leidtragender wäre auch hier
der Autofahrer, der sich neben dem erhöhten Sicherheitsrisiko auch
dem zunehmenden Verschleiß des Straßennetzes ausgesetzt sieht", so
der EAC-Präsident.
Für Österreich wurde allein für nötige Gigaliner-Investitionen in
Brücken und Autobahnen 5,4 Mrd. Euro an zusätzlichen
Investitionsmitteln errechnet. "Die größte Gefahr durch Gigaliner,
die 25 Meter lang und bis zu 60 Tonnen schwer sein sollen, besteht
für den Güterzugverkehr, der in Österreich einen hohen Anteil hat.
Der kombinierte Verkehr Straße/Schiene würde bei einer EU-weiten
Zulassung drei Viertel seines Volumens verlieren", warnt die
ARBÖ-Generalsekretärin. Auch das Unfallrisiko und der Schaden durch
Unfälle würden erheblich zunehmen.
Als Vertreter von mehr als drei Millionen Verkehrsteilnehmern fordert
der Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC), dem auch der ARBÖ
angehört, eine umfassende Überarbeitung der Richtlinie, deren Ziel im
Interesse der Sicherheit, Infrastruktur und Umwelt nicht nur eine
klare Einschränkung von Maßen und Gewichten, sondern auch die
Untersagung eines grenzüberschreitenden Gigaliner-Verkehrs sein
muss.
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