- 15.04.2013, 09:37:16
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Bures: Scharfe Ablehnung der Gigaliner-Pläne der Kommission
Verkehrspolitisches Nein zur grenzüberschreitendes Zulassung von Gigalinern
Utl.: Verkehrspolitisches Nein zur grenzüberschreitendes Zulassung
von Gigalinern =
Wien (OTS/BMVIT) - Eine scharfe Ablehnung der Pläne der Europäischen
Kommission zur Ausweitung des Einsatzes von Gigalinern kommt von
Verkehrsministerin Doris Bures. "Gigaliner gefährden die
Verkehrssicherheit, sie torpedieren die Verlagerung des Güterverkehrs
von der Straße auf die Schiene und Österreich müsste Milliarden Euro
an Umbaukosten zahlen." Bures hat sich immer wieder vehement gegen
die grenzüberschreitende Zulassung von Gigalinern ausgesprochen. So
hat die Verkehrsministerin letztes Jahr Verkehrskommissar Kallas in
einem Schreiben die österreichischen Bedenken dargelegt. "Ich werde
mich auf jeder Ebene gegen die Annahme dieses Vorschlages einsetzen",
so Bures. ****
Die EU-Kommission will heute, Montag, einen Entwurf zur Änderung der
Richtlinie 96/53/EG vorlegen, durch den Gigaliner deutlich öfter
eingesetzt werden könnten als derzeit. Konkret sollen zunächst
ausdrücklich überlange LKWs eine Grenze überschreiten dürfen, wenn
beide betroffenen Staaten damit einverstanden sind. Dadurch würde
wegen der geographischen Lage Österreichs der politische und
wirtschaftliche Druck größer, ebenfalls solche LKWs zu erlauben. Auch
wäre zu erwarten, dass seitens der Gigaliner-Befürworter gefordert
wird, die in ihren Ländern national erlaubten überschweren Lkw
ebenfalls für solche grenzüberschreitenden Verkehre zuzulassen.
Bures kündigte energischen Widerstand gegen diese Pläne der
Kommission an. "Österreich ist geschlossen gegen Gigaliner, deren
Einsatz ist unverantwortlich. Im Weißbuch Verkehr wird eine
umfangreiche Verlagerung auf die Schiene für alle Transporte über
mittlere und lange Strecken festgeschrieben - die Zulassung von
Gigalinern im grenzüberschreitenden Verkehr bewirkt das Gegenteil,
nämlich die massive Verlagerung von Schwerverkehr auf die Straßen."
Auch würde der Vorschlag eine Abkehr der bisherigen Position der
Kommission bedeuten, die mehrfach erklärt hat, dass
grenzüberschreitende Fahrten mit Gigalinern gegen geltendes EU-Recht
verstoßen.
Drei Studien über die Auswirkungen einer EU-weiten Zulassung von
Gigalinern bestätigen diese ablehnende Haltung Österreichs. Die
wichtigsten Ergebnisse der Studien:
* 5,4 Milliarden Euro müsste in Österreichs Autobahnen und
Schnellstraßen investiert werden, um sie für die 25 Meter langen
Mega-Trucks aufzurüsten. Brücken und Tunnel, die in Österreich einen
überproportional hohen Anteil von 15 Prozent des hochrangigen
Straßennetzes ausmachen, müssten speziell verstärkt bzw. adaptiert
werden, z.B. im Hinblick auf Tragfähigkeit, Tunnelsicherheit und
Brandschutz.
* Der kombinierte Verkehr würde bei EU-weiter Zulassung von
Gigalinern 75 Prozent seines Volumens verlieren - eine existenzielle
Gefährdung für die Güterbahnen in ganz Europa:
* Das Unfallrisiko nimmt zu, die Schwere von Unfällen und damit der
Verletzungen steigt. Das Überholen dauert für PKW-Lenker länger und
wird gefährlicher.
"Auf unseren Straßen geht die Sicherheit vor. Und wir tun alles,
damit wir den Güterverkehr verstärkt von der Straße auf die Schiene
bringen. Die Gigaliner aber bringen mehr Unsicherheit, höhere Kosten
und weniger Klimaschutz", so Bures.
Gigaliner sind derzeit in Schweden und Finnland zugelassen. In
Dänemark und den Niederlanden laufen seit 2012 Pilotversuche,
ebenfalls in einigend deutschen Bundesländern. In allen anderen 22
EU-Mitgliedsstaaten sind die Monster Trucks verboten. (Schluss)
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