- 12.04.2013, 15:11:20
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Volkshilfe zu neuen Armutszahlen
GF Erich Fenninger:"Maßnahmen im Bereich Wohnen, Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns und mehr Kinderbetreuung sind gefragt"
Utl.: GF Erich Fenninger:"Maßnahmen im Bereich Wohnen, Erhöhung des
gesetzlichen Mindestlohns und mehr Kinderbetreuung sind
gefragt" =
Wien (OTS) - Die heute von Sozialminister Rudolf Hundstorfer und
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek vorgestellte Studie zur
Armutsgefährdung und sozialen Ausgrenzung der Statistik Austria
(EU-SILC) bildet die Situation in Österreich 2011 ab.
"Entgegen den Befürchtungen sind die Armutszahlen trotz schwerer
Wirtschaftskrise nicht dramatisch angestiegen, sondern stabil
geblieben, in einigen Bereichen gibt es sogar sinkende Zahlen. Das
ist positiv und auch auf getroffene politische Maßnahmen
zurückzuführen. Aus Sicht einer Hilfsorganisation wie der Volkshilfe
ist aber jede betroffenen AlleinerzieherIn, jedes von Armut und
Ausgrenzung betroffene Kind eines zu viel", so der Geschäftsführer
der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger.
Daher braucht es, auch angesichts der Krise, weitere Maßnahmen, um
Armut nachhaltig zu vermeiden. Ein wachsendes Problem ist das Thema
Wohnen. Immer mehr Menschen geben mehr als ein Viertel ihres
Einkommens fürs Wohnen aus. Bei den Armutsbetroffenen sind es zwei
Drittel. "Die Mieten sind in den letzten Jahren um rund zwei Drittel
stärker gestiegen als die Löhne, befristete Mietverträge sind im
Steigen und die Preise für Neuvermietung explodieren", sagt
Fenninger, "daher treten wir für eine Obergrenze bei Mieten ein und
für mehr Investitionen in sozialen Wohnbau".
Eine weitere Armutsfalle sind schlecht bezahlte Jobs, 470.000
Personen in unserem Land leben in Haushalten, die trotz
Erwerbstätigkeit armutsgefährdet sind. Daher schließt sich die
Volkshilfe den Forderungen nach einer Erhöhung des gesetzlichen
Mindestlohnes auf 1.500 Euro an. Nicht nur die Armut ist oft
weiblich, auch die Teilzeitarbeit. "Viele Frauen arbeiten oft
unfreiwillig Teilzeit, weil Möglichkeiten zur Kinderbetreuung fehlen.
Es braucht daher dringend weitere Anstrengungen für flächendeckende,
leistbare Kinderbetreuung und Maßnahmen, um mehr Vollzeitanstellungen
speziell für Frauen zu erreichen", so Fenninger abschließend.
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