- 11.04.2013, 11:59:27
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Solaranlagen: Grüne für einfache, kostengünstige Vergabe von Fördermittel
Brunner erfreut über Mitterlehner-Absage zum "Solar-Glücksspiel"
Utl.: Brunner erfreut über Mitterlehner-Absage zum
"Solar-Glücksspiel" =
Wien (OTS) - Die Grünen wollen Investitionen in umweltfreundliche
Solarenergie erleichtern und den Ausbau beschleunigen. Zwei
entsprechende Anträge wurden am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des
Nationalrats beraten, aber von den Regierungsparteien vertagt.
"Es ist schade, dass die Regierung wieder einmal so zögerlich
reagiert. Die Vergabe der Fördermittel für Solarinvestitionen ist
viel zu umständlich und führt zu höheren Kosten", meint die
Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner. Am 1. Jänner dieses
Jahres hatten tausende Umweltschützer die Silvesternacht am Computer
oder Faxgerät verbracht, um einen Antrag auf Solarförderung
einzureichen - oft erfolglos, denn die meisten Anträge wurden
abgelehnt. "Diese Vergabepraxis ist demütigend und schreckt bereits
von vorneherein die viele potentielle Investoren ab", kritisiert
Brunner.
Die Grüne Umweltsprecherin zeigt sich aber erfreut, dass Minister
Mitterlehner seine Ankündigung, die Fördermittel in Zukunft per Los
zu verteilen, wieder zurückgezogen hat. "Solch ein Lotteriespiel hat
bei so wichtigen Zukunftsinvestitionen nichts zu suchen. Wir sind
erfreut, dass Minister Mitterlehner das auch eingesehen hat."
Ein internationaler Vergleich zeigt, dass das österreichische
Fördersystem mit einer starren Obergrenze der Fördermittel die
Bauzeit verlängert und höhere Kosten verursacht. Die
Verwaltungskosten machen bei kleineren Dachanlagen ein Drittel der
Gesamtkosten aus. Bei mittleren Anlagen ist es noch ein Fünftel.
Große Anlagen werden in Österreich gar nicht gefördert. Die Planungs-
und Bauzeit beträgt in Deutschland zwei bis drei Monate, in
Österreich durchschnittlich fast ein Jahr.
"Der einzige Schritt in die richtige Richtung kann nur bedeuten: der
Deckel muss weg! So wie in Deutschland soll auch in Österreich jeder
eine Förderung erhalten, ohne vorher einen Antrag zu stellen. Dadurch
wird der Verwaltungsaufwand minimal. Außerdem werden die Tarife für
Solarstrom monatlich gesenkt", erläutert Brunner. In Deutschland gibt
es viele große Solaranlagen, die von
BürgerInnen-Energiegenossenschaften gemeinschaftlich finanziert
wurden. Diese Anlagen können den Strom schon für 11 Cent pro
Kilowattstunde Strom produzieren. In Österreich wird für Solarstrom
durchweg 18 Cent/kWh gezahlt. Große Anlagen werden hier überhaupt
nicht gefördert.
Die Angaben über Verwaltungskosten und Bauzeit stammen von den
Solarwirtschaftsverbänden und sind auf www.pvgrid.eu veröffentlicht.
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