- 10.04.2013, 15:31:47
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FSG-Anderl zu Gleichstellung: Wir müssen das Tempo erhöhen!
Neue Frauenvorsitzende: "Vieles erreicht, aber Handlungsbedarf bleibt groß"
Utl.: Neue Frauenvorsitzende: "Vieles erreicht, aber Handlungsbedarf
bleibt groß" =
Wien (OTS/FSG) - "Die ungleiche Vermögensverteilung in Österreich zu
beseitigen und die vielen strukturellen und gesellschaftlichen
Hürden, die einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen im Weg
stehen, aus dem Weg zu räumen, das sind die zwei zentralen
Schwerpunkte für die Zukunft. Wir müssen das Tempo erhöhen, um diese
Ziele endlich zu erreichen", erklärte die neue
Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer
GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB, Renate Anderl, heute in ihrer
Antrittsrede. Die 50jährige Wienerin wurde heute mit 94 Prozent zur
Nachfolgerin von Sissi Vondrasek gewählt.
Als Stellvertreterinnen und damit in das neue Präsidium wurden
gewählt: Ilse Fetik (GPA-djp), Christa Hörmann (GdG-KMSfB), Sabine
Oberhauser (ÖGB), Brigitte Schulz (GBH), Korinna Schumann (GÖD),
Elisabeth Vondrasek (vida), Verena Wiesner (GPF). Die FSG-Delegierten
wählten außerdem die Kandidatinnen für die morgen zu wählenden
Gremien der ÖGB-Frauen. Sabine Oberhauser, Vize-Präsidentin des ÖGB,
wurde zur Kandidatin der FSG für den Vorsitz der ÖGB-Frauen gewählt.
Sie stellt sich morgen beim ÖGB-Frauenkongress der Wahl. Die
Arbeitseinkommen seien viel zu hoch besteuert, während Österreich bei
der Vermögensbesteuerung Schlusslicht im internationalen Vergleich
sei, erinnerte Anderl: "Wir brauchen dringend einen Nachdenkprozess,
dem Taten folgen müssen, um bei der Vermögensbesteuerung endlich die
von der FSG seit längerem geforderte deutliche Korrektur vornehmen zu
können."
In Sachen Gleichstellung sei vor allem durch die beharrliche
Einmischung von SPÖ und FSG einiges erreicht worden, nannte Anderl
etwa die Einführung der Einkommensberichte, die Novelle der
Pflegefreistellung, die seit Jahresbeginn auch in Patchwork-Familien
möglich ist, die PendlerInnenpauschale oder die bereits in etlichen
Kollektivverträgen durchgesetzte bessere Anrechnung von Karenzen auf
die Lohn- und Gehaltsvorrückung. "In diesem Sinne freuen wir uns auch
darüber, dass ÖAAB-Chefin Mikl-Leitner sich neuerdings auch für diese
Anrechnung stark macht. Dass die Karenzen noch nicht flächendeckend
in allen Kollektivverträgen verankert sind, das liegt aber weniger
daran, dass diese veraltet sind, wie Mikl-Leitner vermutet, sondern
vielmehr an der Weigerung vieler Arbeitgeber. Die ÖAAB-Chefin ist
hiermit herzlich aufgefordert, sich bei ihren Parteikollegen und bei
den Vertretern der Wirtschaft für unser gemeinsames Ziel
einzusetzen!", so Anderl, die auch ihr deutliches "Nein" zu einer
vorzeitigen Angleichung der Frauenpensionsalters wiederholt.
Intension der ÖVP sei es ja nicht, dass Frauen länger arbeiten, es
gehe vielmehr um Systemkosmetik, das Pensionsversicherungssystem
solle zu Lasten der Arbeitslosenversicherung belastet werden. Denn
mehr Frauen würden damit in die Altersarbeitslosigkeit gedrängt.
"Damit ist aber keiner einzigen älteren Arbeitnehmerin geholfen",
stellt Anderl klar. Es sind altersgerechte Arbeitsplätze mit den
notwendigen Begleitmaßnahmen, die wir brauchen. Danke an alle, die
mitgeholfen haben, die vorzeitige Angleichung einmal mehr zu
verhindern!"
"Chancengleichheit durch Wahlfreiheit"
Es gehe nicht darum, Frauen vorzuschreiben, wann und wie viel sie
arbeiten müssen. "Es geht darum, die Kinderbetreuung auszubauen, um
Müttern Wahlfreiheit zu ermöglichen." Gewerkschafterinnen haben durch
ihren Einsatz und das Aufzeigen der Problematik einen großen Anteil
daran, dass das Angebot sich verbessert habe, so Anderl weiter, aber
auch hier herrsche noch großer Handlungsbedarf: "Wir setzen uns ein
für bundesweite einheitliche Standards bei der Kinderbetreuung und
wir fordern den Ausbau der Ganztagesschule mit dem besten
pädagogischen Konzept!"
"Wir Sozialdemokratinnen kämpfen gegen ein konservatives Frauenbild:
Frauen sollen selbstbestimmt und unabhängig leben können und nicht
gegen ihren Willen in Abhängigkeit ihrer Partner als sorgende
Hausfrauen und Mütter", so Anderl abschließend: "Diesen Weg haben die
FSG-Frauen unter dem Vorsitz von Sissi Vondrasek eingeschlagen, der
ich für ihr Engagement herzlich danke, und diesen erfolgreichen Weg
werden wir mit vereinten Kräften fortsetzen. Die Sorgen und Anliegen
von Frauen sind bei uns gut aufgehoben - wir arbeiten weiterhin an
Verbesserungen für die Arbeitnehmerinnen, und gemeinsam erreichen wir
sie auch!"
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