- 26.03.2013, 13:39:50
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FALTER veröffentlicht weitere Details aus Grassers Steuerakt
Grasser soll als Minister die Firma Porsche beraten haben und dafür beschenkt worden sein. Fionas Luxustaschen von der Steuer abgesetzt?
Utl.: Grasser soll als Minister die Firma Porsche beraten haben und
dafür beschenkt worden sein. Fionas Luxustaschen von der
Steuer abgesetzt? =
Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung FALTER veröffentlicht in ihrer
morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe weitere Details aus der
Steuerakte des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser.
Die Akte wurde dem Falter von Grassers Anwälten und Steuerberatern
zur Verfügung gestellt - ohne Auflagen bei der Berichterstattung.
Grasser betont, dass an den Vorwürfen "nichts dran sei".
Wie der FALTER berichtet, befindet sich in der Steuerakte der
strafrechtlich zu prüfende Vorwurf, Grasser habe von der Firma
Porsche zu Ministerzeiten privat einen Luxuswagen zu extrem günstigen
Konditionen leasen dürfen. Während Grasser damals jedem seiner
Steuerfahnder die Annahme von noch so kleinen Geschenks per
Anti-Korruptionserlass untersagte, ließ er sich als Minister von
Porsche ein 911 C4 Cabrio um mehr als 100.000 Euro vor die Türe
stellen - nicht als Dienstwagen der Republik wohlgemerkt, sondern zum
privaten Gebrauch.
Die Porsche-Affäre hatte der Standard bereits im Januar
angedeutet, Grassers Anwalt Manfred Ainedter bezeichnete die Berichte
damals als "Ente". Grasser gibt jetzt immerhin vor der Finanz zu,
dass er den Wagen um 581 Euro pro Monat leasen durfte. Er sei ein VIP
gewesen, so Grassers Steuerberater Thomas Keppert in seiner Berufung,
und "derartige VIP-Leasingverträge sind für Personen mit hohem
Bekanntheitsgrad zu günstigen Konditionen in der Automobilbranche
durchaus üblich".
Am freien Markt hätte Grasser für das Gefährt 1800 Euro bezahlen
müssen, errechnete hingegen die Finanz und fordert nun die
Versteuerung eines "Vorteils aus dem Dienstverhältnis" in der Höhe
von 23.469 Euro.
Strafrechtlich ist die Sache nicht uninteressant. Die Finanz hält
fest, das Geschenk habe "seine Wurzel im Zusammenhang mit der
Ministertätigkeit", denn "in der Amtszeit als Finanzminister hatte
Mag. Grasser mehrfach beruflichen Kontakt zur Firma Porsche,
insbesondere zum damaligen Vorstandsdirektor Dr. Wendelin Wiedeking."
In einem Schreiben Wiedekings an Grasser bedankt sich dieser für
Beratungstätigkeit in EU-rechtlichen Fragen.
Grasser, so berichtet der Falter, setzte in seiner Steuererklärung
übrigens auch zwei Aktentaschen von der Steuer ab. Eine davon hatte
er von seiner Frau Fiona erhalten. Eine Tasche kostete 3850 Euro und
stammte von der Nobelmarke Hermes. Die andere war 5.650 Euro wert.
"Es wurde weder ein Nachweis für die zumindest überwiegend berufliche
Nutzung erbracht, noch wurde ein Nachweis erbracht, dass es sich
überhaupt um eine Aktentasche handelt", moniert die Finanz. Nur eine
E-Mail wurde von den Fahndern sichergestellt. Aus ihr gehe hervor,
"dass die Tasche ein Weihnachtsgeschenk seiner Ehefrau" Fiona sei.
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