• 26.03.2013, 12:40:19
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Ehemalige Kommunalkredit mit 380 Millionen offenen Risken aus Zypern

Finanzbuddha: Zusammenspiel aus Politik, Bank und Behörde

Utl.: Finanzbuddha: Zusammenspiel aus Politik, Bank und Behörde =

Wien (OTS) - "Während in der Öffentlichkeit noch Beruhigungspillen
verteilt wurden, stand die Katastrophe ÖVAG-intern im September 2011
schon fest: Ein Milliardenverlust war nicht mehr zu verhindern",
beschreibt der Journalist Ashwien Sankholkar in der jüngsten Ausgabe
des Wirtschaftsmagazins Format die Vorgeschichte zur
Notverstaatlichung der Volksbanken AG (ÖVAG) im Februar 2012 nach
Milliardenverlusten der ÖVAG-Tochter Kommunalkredit. Die
Existenzbedrohung sei über mehrere Monate ignoriert worden, heißt es
im Magazin, die Kosten dafür seien dem Steuerzahler später
präsentiert worden.

Die heutige KA Finanz AG als "Bad Bank" der ehemaligen
Kommunalkredit hält Kreditderivate (CDS) auf Staatsanleihen. Bei
Zahlungsausfällen dieser Staaten muss der Eigentümer der KA Finanz,
der österreichische Staat einspringen. Allein im Jahr 2011 hat sich
der negative Marktwert dieser Papiere um 400 Millionen Euro auf 1,4
Milliarden Euro gesteigert. Das Ausfallsrisiko der bestehenden
Kreditderivate betrug 2011 rund 10 Milliarden Euro. Das geht aus
veröffentlichten Unterlagen des Rechnungshofes und dem
Jahresabschluss der der KA Finanz AG hervor.

Im ersten Halbjahr 2012 hat man 2,2 Milliarden Euro an
Kreditderivaten abgebaut und dabei einen Verlust von 58,1 Millionen
Euro realisiert. Damit gibt es aber immer noch ein offenes CDS
Volumen von netto 6,9 Mrd. EUR. Offene Risken (Wertpapiere, CDS,
Darlehen) bestehen auch nach wie vor mit Krisenländern wie Zypern
(379 Millionen Euro), Italien, Portugal, Irland und Spanien,
berichtet der gerichtlich beeidete Sachverständige für Derivate,
Sascha Stadnikow.

Es sei ein immer wiederkehrendes Phänomen, wonach Verluste aus
Derivatgeschäften in einem Zusammenspiel aus Politik, Banken und
Behörden so lange wie möglich verschleiert werden. Bis zur letzten
Sekunde hoffe man, dass eine günstige Marktentwicklung eine Wende
herbeiführe, meint der Sprecher der Beratungsplattform Finanzbuddha,
Robert Süss. Dieses Abwarten auf bessere Zeiten würde Spielsüchtigen
ähneln, die bis zum letzten Cent auf den großen Gewinn hofften.

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