• 22.03.2013, 12:10:22
  • /
  • OTS0144 OTW0144

Mikl-Leitner: "Haaranalyse ist das Instrument des 21. Jahrhunderts"

Wiener Pilotprojekt bestätigt den Erfolg der Haaruntersuchung als Drogen-Analysemethode

Utl.: Wiener Pilotprojekt bestätigt den Erfolg der Haaruntersuchung
als Drogen-Analysemethode =

Wien (OTS) - "Die Haaruntersuchung ist eine adäquate Methode um
festzustellen, ob und vor allem wie lange jemand Drogen konsumiert
hat, und wenn ja, wie oft und wie lange schon", sagte Innenministerin
Mag.a. Johanna Mikl-Leitner bei einer Pressekonferenz mit Wiens
Landespolizeipräsident Dr. Gerhard Pürstl und dem Drogenanalytiker
Dr. Hans Sachs. "Die Ergebnisse des Pilotprojekts der
Landespolizeidirektion Wien zeigen uns klar den Weg: Wir müssen neue
Wege bei der Analyse gehen."

Im Zuge eines Pilotprojekts der Landespolizeidirektion Wien wurden
bei führerscheinrechtlichen Überprüfungen auf freiwilliger Basis
Haartests durchgeführt. Personen, die von Alkohol oder Suchtmittel
abhängig sind, darf eine Lenkerberechtigung weder erteilt noch
belassen werden. Das gilt auch für Personen, die in einem durch
Sucht- und Arzneimittel beeinträchtigen Zustand ein Fahrzeug gelenkt
haben. In beiden Fällen sind fachärztlich psychiatrische
Stellungnahmen und ärztliche Kontrolluntersuchungen notwendig. Für
diese Untersuchungen ist ein ganzheitliches Bild über das
Konsumverhalten des Betroffenen erforderlich.

"Eine Haaruntersuchung hat zahlreiche Vorteile. Durch die einmalige
Kontrolle innerhalb von sechs Monaten ist kein mehrfaches Erscheinen
wie beim Harntest erforderlich. Die Kosten sind geringer, eine
Fälschung ist nicht möglich und es ist kein Eingriff in die
Intimsphäre, wie bei der Urinabgabe, notwendig", sagte der
Drogenanalytiker Dr. Hans Sachs.

Die beim Pilotprojekt der Landespolizeidirektion Wien durchgeführten
Haaranalysen erlauben genaue Rückschlüsse: Von den im
Untersuchungszeitraum Jänner 2011 bis Februar 2013 freiwillig
durchgeführten Haaranalysen waren 205 positiv. 129 Fälle (63 Prozent)
waren positiv auf Substitutionstherapeutika (31 Prozent). Innerhalb
der 129 Fälle, die im Substitutionsprogramm waren, wurde wiederum in
19 Fällen (15 Prozent) ein Beikonsum von anderen Substanzen (zum Teil
Benzodiazepine) festgestellt; das deutet auf verbotenen
Suchtgiftkonsum während der Substitutionstherapie hin. Innerhalb
dieser 129 Fälle aus der Substitutionstherapie wurden in sieben
Fällen (fünf Prozent) keine anderen Suchtgifte, jedoch Benzodiazepine
nachgewiesen. Damit liegt offenbar ein "Monobeikonsum" von
Medikamenten vor.

Von den erwähnten 205 suchtgiftpositiven Fällen waren 76 nicht auf
Drogenersatzmedikamente, aber auf andere Suchtgifte positiv. Als
hauptsächliche Missbrauchsdrogen wurden THC, Kokain, Amphetamine und
Heroin festgestellt.
"Die genaueren Analysen im Rahmen des Pilotprojekts ermöglichen eine
konsequente Vorgehensweise gegen Drogensünder auf unseren Straßen und
leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit", sagte Landespolizeipräsident Pürstl.

Nach derzeitiger Behördenpraxis ist es den Probanden freigestellt, ob
sie sich einer Urinuntersuchung oder einer Haaranalyse unterziehen.
Aus diesem Grund lässt sich aus den Ergebnissen des Pilotprojekts
kein gesamthaftes Bild über das tatsächliche Konsumverhalten von
Lenkern unter Drogeneinfluss ableiten.

"Zur Drogenbekämpfung im Straßenverkehr müssen wir zukunftsorientiert
neue Wege beschreiten. Auch das Stadtpolizeikommando Linz wird in den
nächsten Wochen Haaranalysen auf freiwilliger Basis anbieten.
Angedacht ist in einem zweiten Schritt eine Ausweitung auf die Städte
Steyr und Wels. Mir geht es hierbei nicht um ein mehr an Kontrolle,
sondern mir geht es um den Einsatz neuer, verlässlicher Methoden im
Sinne der Verkehrssicherheit", sagte Innenministerin Johanna
Mikl-Leitner.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel