- 19.03.2013, 12:00:37
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Falter: schwere Vorwürfe gegen Justizministerium
Justizwachebeamtinnen klagen in internen Anzeigen über sexuelle Übergriffe durch FPÖ-Abgeordneten, Drogenschmuggel, Bestechung durch "Top-Anwalt".
Utl.: Justizwachebeamtinnen klagen in internen Anzeigen über
sexuelle Übergriffe durch FPÖ-Abgeordneten, Drogenschmuggel,
Bestechung durch "Top-Anwalt". =
Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlicht in ihrer
morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe interne Akten aus dem
Justizministerium. Es geht darin um sexuelle Übergriffe durch
Politiker, Bestechungsvorwürfe gegenüber Top-Anwälten,
Drogenschmuggel und sexuelle Ausbeutung von Gefangenen.
Die Akten betreffen zwei Vorfälle. Einer wurde offensichtlich
vertuscht, der andere liegt seit sechs Monaten unerledigt bei der
Staatsanwaltschaft herum.
Im ersten Fall geht es um den freiheitlichen
Nationalratsabgeordneten Christian Lausch, der als Justizwachebeamter
bei der freiheitlichen Personalvertretung AUF tätig ist. Lausch wird
von mehreren Kolleginnen schwerer sexueller Übergriffe bezichtigt. Er
soll seine Kolleginnen mit den Worten "Hallo Puppi" immer wieder an
den Hintern gefasst, Pornomails geschickt und ihnen Bilder seines
Brustwarzenpiercings gezeigt haben. Immer wieder soll er sie auch
gedrängt haben, mit ihnen in einen Swingerclub zu gehen ("Wär doch
toll, oder?).
Zu einer Disziplinarverhandlung kam es nie, weil das
Justizministerium die Sache verjähren ließ. Christian Lausch weist
die Vorwürfe zurück: "Das sind böswillige Frauen, die was Karriere
machen wollen". Die Mails seien "aus politischen Gründen gefälscht".
Auch der Griff an den Hintern seiner Kollegin sei ein
"Missverständnis" gewesen. Lausch sei mit seiner Kollegin nur am Gang
"zusammengestoßen". Die inkriminierten Mails und Anzeigen liegen dem
Falter vor.
Im zweiten Fall geht es um enorme Sicherheitslücken in der Justiz.
Dem Falter liegt die Anzeige einer Justizwachebeamtin vom Oktober
2012 vor. Die Revierinspektorin verdächtigt ihre Kollegen der
schwersten Verbrechen. Die Beamtin sagt aus, dass vier Beamte von
einem (dem Falter namentlich bekannten) Top-Anwalt bestochen worden
sein sollen, um Drogen und Handys in die Anstalt zu schmuggeln.
Der Anwalt habe in seiner Kanzlei Kuverts mit Bestechungsgeld
bereit gehalten. Die Beamtin rief in der Kanzlei verdeckt "für einen
Kollegen" an, um besagtes Kuvert abzuholen. Von einer Sekretärin
seien ihr dann mehrere Namen auf den Kuverts vorgelesen worden. Die
Beamtin: "Ich war darüber entsetzt und schockiert"
Die Justiz weiß von den Vorwürfen seit Oktober 2012. Doch seither
wurden weder Telefonüberwachungen noch Observationen durchgeführt. Im
Justizministerium räumt man mittlerweile Pannen ein.
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