- 19.03.2013, 10:00:34
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Finanzbuddha: Aussagen von Ewald Nowotny angesichts der Finanzaffäre der Stadt Linz grotesk
Chef der Nationalbank beklagt österreichweit zu niedriges Bildungsniveau im Finanzbereich
Utl.: Chef der Nationalbank beklagt österreichweit zu niedriges
Bildungsniveau im Finanzbereich =
Wien (OTS) - Anlässlich der Präsentation eines Fortbildungstools für
Jugendliche beklagte vor wenigen Tagen der Chef der Österreichischen
Nationalbank, Ewald Nowotny, das niedrige Bildungsniveau der
Österreicher im Finanzbereich.
So löblich das Bemühen um mehr Allgemeinwissen um die
Finanzwirtschaft ist, so grotesk sind die Aussagen des ehemaligen
Wirtschaftsprofessors. Aufmerksame TV-Zuseher erinnern sich noch an
eine legendäre Club-2-Sendung aus dem Jahr 1994, bei der der damalige
Volkswirtschaftsprofessor und heutige Nationalbankchef allen Ernstes
behauptete, wenn ein Geschäft einmal gut gehe, könne es Zufall wie im
Lotto sein, würde es jedoch mehrmals hintereinander gut gehen, stecke
ein System dahinter und man könne nicht von Spekulation sprechen. Der
Wirtschaftsprofessor der Universität Würzburg, Ekkehard Wenger,
bezeichnet diese Aussagen noch heute als haarsträubenden Unsinn.
Man könnte die Aussagen von Ewald Nowotny als unbedeutend abtun,
wäre der gleiche Mann nicht als ehemaliger Generaldirektor der BAWAG
in den Finanzskandal der Stadt Linz involviert.
Linzer Swap: "Geschäft mit erheblichen Risiken"
Im Kontrollausschuss der Stadt Linz hatte Novotny gemeint, es
handle sich bei den Swaps um "ein Geschäft mit erheblichen Risiken"
wäre jedoch nicht unüblich gewesen. Die Frage sei nur, welche
Absicherung es gegeben habe. Nowotny regte an, sich zu überlegen, ob
Gemeinden künftig nicht angehalten sein sollten, hier vorsichtiger zu
agieren. "Man sollte für die Zukunft daraus lernen," betonte der
Nationalbank-Gouverneur und meinte, " es ist richtig, wenn man
versucht, das Risiko hier ein wenig herunterzufahren".
Es bleibt zu hoffen, dass in den Fortbildungstools, die von der
Nationalbank vorgestellt wurden, eine eindeutigere Definition eines
hochspekulativen Derivats mit unüblicher Marktausgestaltung
vorzufinden ist, und Nutzer dieses Tools lernen, das Risiko zur
Gänze herunterzufahren, meint dazu Finanzbuddha-Sprecher Robert Süss.
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