• 14.03.2013, 12:14:03
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Informations-Kampagne 2013 "Gefahr durch Zeckenstiche unvermindert hoch"

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3940 Das
Department für Virologie der MedUni Wien meldete für 2012 insgesamt
52 hospitalisierte FSME-Fälle in Österreich. Die Gefahr, dass durch
einen Zeckenstich eine FSME-Infektion ausgelöst wird, ist damit
nicht geringer geworden. In den letzten zehn Jahren bewegten sich
die FSME-Erkrankungen durch Zeckenstiche in Österreich zwischen 45
und 113 Fällen. Da die einmal ausgebrochene FSME jedoch nicht
behandelbar ist, stellt die Impfung nach wie vor den einzigen Schutz
dar. Ansonsten können Ärzte nur die Symptome lindern. Je nach
Schwere bzw. Intensität der Erkrankung leiden Betroffene oft unter
Spätfolgen bis hin zur Pflegebedürftigkeit. Und auch 2012 waren
leider wieder zwei Todesopfer zu beklagen.

Wien (OTS) - Auch wenn 2012 nur knapp halb so viele Österreicherinnen
und Österreicher wie im Jahr davor wegen
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Krankenhaus behandelt werden
mussten, ist absolute Vorsicht geboten, warnt Dr. Rudolf
Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer.

Dieser Rückgang liegt innerhalb der normalen jährlichen
Schwankungsbreite von zwei bis zehn Neuinfektionen pro 100.000
Einwohner. Auch Personen, die sich vermeintlich wenig in freier Natur
bewegen, können sich nicht sicher fühlen: Zecken lauern nicht nur im
Wald, sondern auch in Gastgärten oder städtischen Parks.
"Ich appelliere daher an alle, die über ihren FSME-Impfstatus nicht
Bescheid wissen, mit ihrem Hausarzt zu sprechen und im Zweifelsfall
eine neuerliche Grundimmunisierung oder Auffrischung vornehmen zu
lassen. Impfskeptikern sei auch in Erinnerung gerufen:
Frühsommer-Meningoenzephalitis ist nicht heilbar. Die Medizin kann
lediglich die Symptome behandeln. Die Gefahr einer "Überimpfung"
besteht nicht. Nach aktuellen Berechnungen hat die "Zeckenimpfung"
allein zwischen 2000 und 2011 mehr als 4000 Österreicher vor den
Folgen einer FSME-Infektion bewahrt", so Dr. Schmitzberger.

"Bei 30 bis 40 Prozent der Infizierten kommt es auch tatsächlich
zur Erkrankung. Zunächst erfolgt eine grippeähnliche Phase mit hohem
Fieber, nach deren Abklingen kommt es bei fast einem Drittel der
Infizierten zur zweiten Phase, einer Entzündung des Hirns und der
Gehirnhäute", berichtet Prim. Univ.-Lektor DDr. Peter Voitl, Facharzt
für Kinder- und Jugendheilkunde. "Die Zeckenmeningitis ist eine
gefährliche Erkrankung, ein bis zwei Prozent der Patienten sterben,
drei bis elf Prozent haben bleibende Schäden wie Lähmungen und viele
Patienten haben eine lange Rekonvaleszenz mit häufigen Kopfschmerzen
oder Migräneanfällen. Es gilt: Je älter der Patient, desto schwerer
verläuft die Erkrankung", betont der Experte.
Ältere FSME-Patienten müssen wegen der schwächeren Konstitution und
chronischer Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck
mit besonders dramatischen Folgen rechnen, deshalb gilt auch für ab
60-jährige ein Auffrischungs-Impfintervall von drei Jahren.

Wie eine GFK-Studie zeigt, ist die FSME-Durchimpfungsrate (darin
sind alle Personen erfasst, die irgendwann einmal geimpft wurden) von
2011 auf 2012 allgemein um einen Prozentpunkt auf 85 Prozent
gefallen. Ein besonderer Rückgang ist dabei bei Kindern bis 6 Jahren
zu erkennen. Das hat zur Folge, dass nur 69 Prozent dieser
Altersgruppe korrekt geimpft wurde.

"Die heimischen Zecken treten zu unterschiedlichen Zeiten auf",
berichtet der Stv. Leiter des Institutes für Parasitologie an der
Veterinärmedizinischen Universität Wien, Dr. Georg Duscher. "Wir
haben neue Hinweise, dass möglicherweise die Durchseuchung der Zecken
vor allem beim FSME etwas höher liegen könnte, als bisher angenommen.
Ich möchte aber darauf hinweisen, dass Durchseuchungsraten immer
statistische Zahlen sind. Die Infektionsherde sind häufig "Nester"
mit hoher Durchseuchung. Einige Meter weiter weg, kann es sein, dass
man keinen Erreger in den Zecken findet." Wichtig sei daher die
FSME-Schutzimpfung und bei Borrelien empfiehlt der Experte: "So rasch
wie möglich entfernen, da Borrelien sich erst umwandeln müssen, um
übertragen werden zu können. Dies dauert nach derzeitig vorliegenden
Daten ca.12h.

"Der einzige Schutz vor einer Infektion mit FSME ist die Impfung",
erinnert der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Mag. Max
Wellan. Im Sinne der Vorsorge bieten die österreichischen Apotheken
auch heuer wieder die FSME-Impfstoffe von 1. März und bis 31. Juli
2013 zu einem vergünstigten Preis an. "Apotheker und niedergelassene
Ärzte leisten durch ihre konsequente Aufklärung und Information große
Dienste für das Gesundheitswesen. Sie sind es, die ihre Patienten vor
Krankheiten schützen, die unermüdlich Vorsorge und Aufklärung
betreiben und sich dafür einsetzen, dass durch gezielte Impfungen
erst gar keine "Katastrophen" entstehen."

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3940/

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