• 10.03.2013, 12:20:49
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Brauner, Frauenberger: Echte Gleichstellung bedeutet Halbe/Halbe!

20 Jahre Frauenzentraum ega: Frauenpolitik und beste Unterhaltung beim ega-Frauenfest

Utl.: 20 Jahre Frauenzentraum ega: Frauenpolitik und beste
Unterhaltung beim ega-Frauenfest =

Wien (OTS/SPW) - Anlässlich des Internationalen Frauentages luden die
Wiener SPÖ Frauen und die FSG Wien Frauen am gestrigen Samstag zu
einem besonderen Festtag für alle Frauen ins ega im 6. Bezirk, der
ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums des Frauenzentrums stand.
Neben einer Diskussion sorgte ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm
von Kabarett über Kunst bis zu Pop- und Elektromusik für beste
Unterhaltung, die zahlreiche Gäste bis spät in die Nacht hinein
genossen. Moderiert wurde das Fest von Amira Awad. ****

Höhepunkt des Frauentagsfestes war eine Diskussion zum Thema
Qualifikation und Arbeitsmarkt mit der Vorsitzenden der Wiener SPÖ
Frauen, Vizebürgermeisterin Renate Brauner, Frauenstadträtin Sandra
Frauenberger, FSG Wien-Frauenvorsitzende Renate Anderl und Maria
Gluchman, stv. Vorsitzende des Billa Betriebsrates für Wien. Brauner
ging auf die besondere Situation am Arbeitsmarkt ein: So gäbe es so
viele Arbeitsplätze wie noch nie, jedoch steige auch die
Arbeitslosigkeit, weil vielen Menschen die nötige Qualifikation,
besonders für zukunftsträchtige Berufe in der Technik-Branche, fehle.
Von dieser Entwicklung seien besonders viele Frauen betroffen. Daher
wurde gemeinsam mit vielen wirtschaftlichen Playern, darunter die
Arbeiterkammer, das AMS, die Wirtschaftskammer, uvm., der
Qualifikationsplan Wien ins Leben gerufen. "Wir wollen die
WienerInnen und besonders die Frauen für jene Berufe, die es in Wien
gibt, ausbilden und den Anteil derer, die nur über einen
Hauptschulabschluss verfügen, zurückdrängen. Damit sie über gute
Jobchanchen verfügen und ein eigenständiges Leben führen können",
unterstrich Brauner. Um mehr Chancengleichheit zu erreichen und die
Einkommensschere zu schließen, sei nicht nur die Aus- und
Weiterbildung von zentraler Bedeutung, sondern auch konkrete
Frauenförderung. In diesem Zusammenhang berichtete Frauenstadträtin
Sandra Frauenberger von erfolgreichen Maßnahmen der Stadt, wie der
Koppelung öffentlicher Aufträge an Frauenförderung und
Einkommensberichte, die in der Stadt zur Anwendung kommen. "In Wien
werden mittlerweile 22 Millionen Euro an betriebliche Frauenförderung
gebunden - das ist sozialdemokratische Frauenpolitik!"

Auch das Gleichbehandlungspaket, das vor 20 Jahren verwirklicht
wurde, sei für die Gleichstellung der Frauen von zentraler Bedeutung,
betonte Renate Anderl. Der Kampf für gerechte und fair bezahlte
Einkommen für Frauen sei jedoch noch immer aktuell. Teilzeit sei
hierbei für viele Frauen eine Sackgasse, die in geringere Pensionen
führe. Daher müssen die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf weiter verbessert werden - durch den Ausbau von
Kinderbetreuungsplätzen, durch Qualifikation und durch betriebliche
Gesundheitsförderung. Denn "wir wollen genauso lange arbeiten wie die
Männer, aber erst dann, wenn das Einkommen und die Chancen dies
selben sind", so Anderl. Hierbei unterstrich Betriebsrätin Gluchman,
dass jede Frau für ihre Rechte kämpfen sollte und in Betrieben ohne
Betriebsrat die MitarbeiterInnen Unterstützung bei der Arbeiterkammer
oder der Gewerkschaft einholen können. Zentral sei das Zusammenspiel
für mehr Gleichberechtigung von BetriebsrätInnen, der Gewerkschaft
und der Politik: "Wir versuchen gemeinsam die Frauen zu unterstützen
und Chancen- und Einkommensgerechtigkeit zu verwirklichen. Damit die
Frauen dort hinkommen, wo sie hingehören!", so Brauner. Abschließend
stellte die Runde fest, dass echte Gleichstellung "Halbe/Halbe"
bedeute: halbes Geld, halbe Karrierechancen und die Hälfte der Macht.
Diese sei erst dann erreicht, wenn genauso viele Frauen wie Männer in
Top-Positionen arbeiten.

Nach einem Kabarettauftritt der Kernölamazonen ließ ein
Geburtstagsfilm 20 Jahre ega im Sinne der Frauen Revue passieren.
Dabei gaben die ehemalige Frauenvorsitzende und Wiener Stadträtin
Ingrid Smekal und Renate Brauner Einblicke in die
Entstehungsgeschichte und wichtige politische Projekte, wie "Frauen
planen ihre Stadt", die im ega ihren Anfang nahmen. Zahlreiche
Weggefährtinnen und Künstlerinnen unterstrichen die Wichtigkeit des
ega als einen zentralen Ort der Kommunikation von und für die
Wienerinnen.

Weitere Höhepunkte des Abends waren die Eröffnung einer Vernissage
von Gerlinde Kosina, sowie die Auftritte der Rounder Girls, von Mika
Vember und Saedi, die mit geballter Frauenpower für beste Stimmung
sorgten. Abgerundet wurde das Frauentagsfest zu späterer Stunde mit
Elektro-Sounds von The Bandaloop. Zahlreiche BesucherInnen,
prominente Gäste und Weggefährtinnen wie u.a. Ingrid Smekal, die
ehemalige Unterrichtsministerin Hilde Hawlicek, Gesundheits- und
Sozialstadträtin Sonja Wehsely, Umweltstadträtin Ulli Sima,
Frauensekretärin der Wiener SPÖ, LAbg. Nicole Berger-Krotsch, die
Nationalratsabgeordneten Petra Bayer und Andrea Kuntzl, sowie LAbg.
Martina Ludwig-Faymann, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas und
viele mehr genossen das abwechslungsreiche Programm und freuten sich
über ein gelungenes Fest. (Schluss) nk

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