• 08.03.2013, 12:04:34
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Lunacek: "Frauentag 2013 muss Jahr zur Umsetzung der Frauenquoten in Aufsichtsräten einläuten"

Grüne: Starkes Signal gegen Gewalt an Frauen von aktueller Sitzung des UN-Gleichstellungsausschusses in New York gefordert

Utl.: Grüne: Starkes Signal gegen Gewalt an Frauen von aktueller
Sitzung des UN-Gleichstellungsausschusses in New York
gefordert =

Wien (OTS) - "Der Frauentag 2013 muss die Umsetzung verbindlicher
Frauenquoten in Aufsichtsräten noch in diesem Jahr einläuten. Dass
jetzt ausgerechnet die deutsche Bundeskanzlerin gegen den von
EU-Justizkommissarin Reding eingebrachten Gesetzesvorschlag für
europaweit verbindliche Frauenquoten in Aufsichtsräten eintritt, ist
ein Skandal. Angela Merkel hat völlig unverständlicherweise ihre
Arbeitsministerin zurückgepfiffen, die sich ebenfalls für eine
EU-weite Vorgabe einer Geschlechterquote eingesetzt. Damit beweist
Merkel, dass sie keinerlei Gespür für die Wirklichkeit hat: ein
europaweiter Frauenanteil von gerade einmal 12 Prozent in Vorständen
und nur 3 Prozent bei Führungskräften ist nicht hinnehmbar", erklärt
Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament und
Mitglied der Grünen im Frauenausschuss des Europaparlaments.

Lunacek: "Es ist jetzt endlich Zeit sich von den Altherren-Clubs in
der Wirtschaft zu verabschieden. Die Wirtschaft verliert sonst weiter
Potenzial und der Staat viel Geld, das er in die Ausbildung von
Frauen investiert, die es dann nicht in Spitzenpositionen schaffen.
Einige Länder haben das längst erkannt, allen voran Norwegen und
Frankreich, seit kurzem gehört auch Belgien dazu. Die freiwillige
Selbstverpflichtung der Wirtschaft in anderen Ländern zeigt kaum
Ergebnisse. Ohne gesetzliche Quote bewegt sich nichts. Wir haben
genug Zeit vertrödelt, jetzt brauchen wir ein starkes Gesetz auf
EU-Ebene. Auch die österreichische Bundesregierung muss den internen
Widerstand der ÖVP überwinden und die Vorschläge von Kommissarin
Reding, die ja auch von Frauenministerin Heinisch-Hosek gut geheißen
werden, umgehend in die Realität umsetzen. Mit Freiwilligkeit gibt es
erst im nächsten Jahrhundert halbe-halbe in den Aufsichtsräten. Oder
wie es Carola Eck-Philipp, Projektleiterin des European Women
Management Development Network bei der gestrigen Grünen Tagung "Get
Women on Board" im EP in Brüssel formuliert hat: "Auf Frauen
verzichten heißt Geld vernichten!""

Gerade zurück aus New York, wo sie an der 57. Sitzung des
Gleichstellungsausschusses (CSW) der Vereinten Nationen teilgenommen
hat, verlangt Lunacek von dieser Tagung ein starkes Abschlussdokument
gegen Gewalt an Frauen: "Meine Sorge um ein Verwässern der Resolution
ist groß. Die unheilige Allianz des Vatikans mit dem Iran und
ähnlichen frauenfeindlichen Regierungen ist offensichtlich: Bei der
Verhinderung von Frauenrechten sind sie sich mehr als einig! Das
Europäische Parlament hat sich in Hinblick auf diese UN-Sitzung
unmissverständlich klar für die Verhütung und Bekämpfung aller Formen
von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ausgesprochen. Hunderte Millionen
Frauen und Mädchen sind Tag für Tag gewalttätigen Angriffen
ausgesetzt, angefangen von dummen sexistischen Sprüchen über
Handgreiflichkeiten bis hin zu brutalen Vergewaltigungen und Morden.
Allein in der EU werden 20-25 Prozent aller Frauen mindestens einmal
in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Dieser konstante Verstoß gegen die
menschliche Würde ist nicht hinnehmbar. Der
UN-Gleichstellungsausschuss darf hier keinen faulen
Kompromissformulierungen zustimmen, sondern muss ein eindeutiges
Zeichen gegen Gewalt setzen!"

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB

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