Lunacek: "Frauentag 2013 muss Jahr zur Umsetzung der Frauenquoten in Aufsichtsräten einläuten"

Grüne: Starkes Signal gegen Gewalt an Frauen von aktueller Sitzung des UN-Gleichstellungsausschusses in New York gefordert

Wien (OTS) - "Der Frauentag 2013 muss die Umsetzung verbindlicher Frauenquoten in Aufsichtsräten noch in diesem Jahr einläuten. Dass jetzt ausgerechnet die deutsche Bundeskanzlerin gegen den von EU-Justizkommissarin Reding eingebrachten Gesetzesvorschlag für europaweit verbindliche Frauenquoten in Aufsichtsräten eintritt, ist ein Skandal. Angela Merkel hat völlig unverständlicherweise ihre Arbeitsministerin zurückgepfiffen, die sich ebenfalls für eine EU-weite Vorgabe einer Geschlechterquote eingesetzt. Damit beweist Merkel, dass sie keinerlei Gespür für die Wirklichkeit hat: ein europaweiter Frauenanteil von gerade einmal 12 Prozent in Vorständen und nur 3 Prozent bei Führungskräften ist nicht hinnehmbar", erklärt Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament und Mitglied der Grünen im Frauenausschuss des Europaparlaments.

Lunacek: "Es ist jetzt endlich Zeit sich von den Altherren-Clubs in der Wirtschaft zu verabschieden. Die Wirtschaft verliert sonst weiter Potenzial und der Staat viel Geld, das er in die Ausbildung von Frauen investiert, die es dann nicht in Spitzenpositionen schaffen. Einige Länder haben das längst erkannt, allen voran Norwegen und Frankreich, seit kurzem gehört auch Belgien dazu. Die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft in anderen Ländern zeigt kaum Ergebnisse. Ohne gesetzliche Quote bewegt sich nichts. Wir haben genug Zeit vertrödelt, jetzt brauchen wir ein starkes Gesetz auf EU-Ebene. Auch die österreichische Bundesregierung muss den internen Widerstand der ÖVP überwinden und die Vorschläge von Kommissarin Reding, die ja auch von Frauenministerin Heinisch-Hosek gut geheißen werden, umgehend in die Realität umsetzen. Mit Freiwilligkeit gibt es erst im nächsten Jahrhundert halbe-halbe in den Aufsichtsräten. Oder wie es Carola Eck-Philipp, Projektleiterin des European Women Management Development Network bei der gestrigen Grünen Tagung "Get Women on Board" im EP in Brüssel formuliert hat: "Auf Frauen verzichten heißt Geld vernichten!""

Gerade zurück aus New York, wo sie an der 57. Sitzung des Gleichstellungsausschusses (CSW) der Vereinten Nationen teilgenommen hat, verlangt Lunacek von dieser Tagung ein starkes Abschlussdokument gegen Gewalt an Frauen: "Meine Sorge um ein Verwässern der Resolution ist groß. Die unheilige Allianz des Vatikans mit dem Iran und ähnlichen frauenfeindlichen Regierungen ist offensichtlich: Bei der Verhinderung von Frauenrechten sind sie sich mehr als einig! Das Europäische Parlament hat sich in Hinblick auf diese UN-Sitzung unmissverständlich klar für die Verhütung und Bekämpfung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ausgesprochen. Hunderte Millionen Frauen und Mädchen sind Tag für Tag gewalttätigen Angriffen ausgesetzt, angefangen von dummen sexistischen Sprüchen über Handgreiflichkeiten bis hin zu brutalen Vergewaltigungen und Morden. Allein in der EU werden 20-25 Prozent aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Dieser konstante Verstoß gegen die menschliche Würde ist nicht hinnehmbar. Der UN-Gleichstellungsausschuss darf hier keinen faulen Kompromissformulierungen zustimmen, sondern muss ein eindeutiges Zeichen gegen Gewalt setzen!"

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