• 08.03.2013, 11:21:00
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Grüne Wien: Absage von Echo-Nominierung für Rechtsrock-Band sollte auch Wiener Veranstaltern zu denken geben

Was in Deutschland gilt, sollte auch für Österreich selbstverständlich sein

Utl.: Was in Deutschland gilt, sollte auch für Österreich
selbstverständlich sein =

Wien (OTS) - Der Kultursprecher der Grünen Wien, Klaus Werner-Lobo
kommentiert heute die Absage der Nominierung der Südtiroler
Rechtsaußenrock-Band "Frei.Wild" für den deutschen Musikpreis Echo:
"In Deutschland gibt es einen antifaschistischen Grundkonsens und
eine starke Solidarisierung gegen Gruppen, die mit rechtsradikalem
Gedankengut spielen. In Wien gibt es Veranstalter, die Subventionen
von der Stadt erhalten und dann die Geschmacklosigkeit besitzen,
ausgerechnet am Jahrestag des Novemberpogroms (9. November 2012)
Rechtsaußen-Rock zu programmieren."

Die Grenze zwischen eindeutigen Neonazi-Bands und
Identitätsrock-Bands wie Frei.Wild sei fließend, sagt der
Rechtsextremismusexperte Thomas Kuban, der jahrelang im Neonazi-Mileu
recherchiert und vor wenigen Monaten das viel beachtete Buch "Blut
muss fließen: Undercover unter Nazis" publiziert hat. In
Neonazi-Foren werde die Band ständig gelobt, so Kuban. In der von
"Frei.Wild" besungenen Welt sind die Straßen "frei von Perversen und
Chaoten". In einem Nazi-Forum erklärt sich, warum die Band bei
Neonazis so beliebt ist: "Sie hatten immer ihren patriotischen
Standpunkt in den Texten. Das finde ich sehr hilfreich im nationalen
Sinne, denn damit erreichen sie gut normale Leute, welche dadurch
schneller ihre Vorbehalte gegenüber Nationalstolz verlieren." Experte
Kuban kritisiert an Frei.Wild den Hass auf Andersdenkende, auf
"Gutmenschen und Moralapostel" sowie geschichtsrevisionistische
Fragmente.

"Die meisten Bands und Auftrittsorte in Wien müssen ohne oder mit
viel zu geringen Subventionen auskommen", so Werner-Lobo. "Vor allem
für junge und innovative KünstlerInnen und VeranstalterInnen ist es
schwer, von ihrer Kunst leben zu können. Ich setze mich weiter dafür
ein, dass die finanzielle Unterstützung der Stadt die ganze Vielfalt
der Musik-Branche widerspiegelt. Und ich setze mich weiter dafür ein,
dass Musikgruppen, die mit Hass, Rechtsextremismus, Homophobie und
Sexismus ihr Geld verdienen, dies ohne Unterstützung der Stadt Wien
machen müssen. Es würde mich interessieren, wer diese bei Neonazis so
beliebte Band ausgerechnet am Gedenktag jenes Datums programmiert, an
dem das nationalsozialistische Terrorregime den systematischen
Massenmord und die Zerstörung jüdischer Kultureinrichtungen begonnen
hat", so Werner-Lobo abschließend.

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