• 07.03.2013, 09:54:20
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Pirklhuber: Agrar-Förderungen müssen gerechter und ökologischer werden

Grüne: Ziel muss Verdoppelung des Biolandbaus sein

Utl.: Grüne: Ziel muss Verdoppelung des Biolandbaus sein =

Wien (OTS) - "Bei der Ausgestaltung der österreichischen
Agrarförderungen für die Periode 2014-2020 herrscht bisher
Mutlosigkeit und einseitige Klientelpolitik vor", kritisiert der
Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber, anlässlich
der heutigen Veranstaltung "Strategie-Dialog Ländliche Entwicklung"
in Wien.
"Statt die gegenwärtigen Ungerechtigkeiten bei der Förderverteilung
in die neue Förderperiode fortzuschreiben, soll
Landwirtschaftsminister Berlakovich die Chance nutzen, um die
Agrarförderungen gerechter und ökologischer zu gestalten. Die
Verdopplung des Biolandbaus muss in der ländlichen Entwicklung als
Ziel anvisiert werden. Die biologische Landwirtschaft liefert nicht
nur pestizidfreie hochwertige Lebensmittel, sondern ist gleichzeitig
die effizienteste Maßnahme für mehr Klima-, Tier-, Arten- und
Bodenschutz", argumentiert Pirklhuber.

"Die vom Landwirtschaftsminister anvisierte Übergangsperiode vom
historischen Betriebsprämienmodell auf eine neue einheitliche
Flächenprämie ist viel zu lang. Es ist fachlich nicht plausibel und
politisch nicht zu verantworten, dass bis zum Jahr 2020 Förderungen
auf Basis eines Tierbestands aus den Jahren 2000-2002 ausgezahlt
werden. Statt Förderungerechtigkeiten auf Jahre hinaus
einzuzementieren soll eine einheitliche Flächenprämie so rasch als
möglich - spätestens jedoch bis 01.01.2016 - umgesetzt werden."
Michael Johann, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern bemängelt,
dass das neue österreichische Direktzahlungsmodell für Almen,
Hutweiden und einmähdige Wiesen eine Kürzung der Flächenprämie für
diese Kulturarten um sage und schreibe 75 Prozent vorsieht. Die
Bäuerinnen und Bauern bekämen dadurch in Tirol 30 Mio. Euro, in
Salzburg 13 Mio. Euro, in Vorarlberg sieben Mio. Euro und in Kärnten
10 Mio. Euro weniger Förderung pro Jahr als bei einer einheitlichen
Flächenprämie.

"Wenn es um Agrarförderungen geht, werden unsere Bergbäuerinnen und
Bergbauern immer ganz vorne in die Auslage gestellt. De facto werden
sie aber benachteiligt. Eine Verschiebung der Förderungen aus der
ersten Säule von den Ackerbaugebieten in die Grünlandgebiete wäre
mehr als gerechtfertigt. Es würden sich dadurch neue
Gestaltungsspielräume für Ausgleichszahlungen und das
Agrarumweltprogramm ÖPUL eröffnen. Denn diese müssen nicht mehr dafür
herangezogen werden, die Systemfehler der ersten Säule zu kaschieren,
sondern stehen dann für echte Ökologisierungsmaßnahmen zur Verfügung.
Mehr Bio-Förderungen sind vor allem in den intensiv bewirtschafteten
Acker- und Grünlandgebieten notwendig, weil dort die größten Defizite
in Bezug auf Artenvielfalt, Grundwasser- und Bodenbelastung
auftreten", meint Michael Johann.

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