- 07.03.2013, 09:30:57
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Volkshilfe zum Weltfrauentag: Einkommen noch immer eine Frage des Geschlechts
Aktuelle Zahlen bekräftigen Forderungen nach mehr Chancengleichheit, Verteilungsgerechtigkeit und faire Löhne
Utl.: Aktuelle Zahlen bekräftigen Forderungen nach mehr
Chancengleichheit, Verteilungsgerechtigkeit und faire Löhne =
Wien (OTS) - Den Weltfrauentag am 8. März nimmt Volkshilfe Präsident
Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer zum Anlass, um auf die ungleiche
Einkommensverteilung zwischen Männern und Frauen hinzuweisen: "Frauen
verdienen in Österreich um 40% weniger als Männer - und dieser
Prozentsatz hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert.
Österreich ist innerhalb der Industriestaaten Schlusslicht bei
Vermögens- und Einkommensgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern -
die Politik muss hier gegensteuern."
Geschlechterspezifische Schieflage bei Einkommen und Vermögen
Ein Grund für niedrigeres Einkommen ist die hohe Teilzeitquote von
Frauen, die bei 44% liegt. Doch auch wenn die Einflüsse von Teilzeit
und nicht ganzjähriger Beschäftigung ausgeklammert werden, liegen die
Einkommen der Frauen immer noch um 18,5% unter denen ihrer männlichen
Kollegen. Eine Ursache für die Einkommensunterschiede ist auch die
ungleiche Verteilung zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit. In
Österreich werden über 60% aller unbezahlten Arbeit von Frauen
geleistet (Mikrozensus 2002).
Auch Vermögen ist ungleich verteilt. Eine Erhebung der
Nationalbank zeigt, dass Frauen, die mit einem Partner zusammenleben
um rund 29.000 EUR weniger Vermögen haben als ihre Partner.
Chancengleichheit gezielt fördern
Weidenholzer fordert eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und
Familie: "Wir brauchen mehr Entlastungsangebote durch öffentliche,
flächendeckende und bedarfsgerechte Angebote für Kinderbetreuung und
Pflege." Auch die Aufstiegschancen für Frauen müssen verbessert
werden - gerade einmal fünf Prozent Frauen sind in Geschäftsführungen
österreichischer Unternehmen vertreten. "Sinnvoll wäre eine Koppelung
der Wirtschaftsförderung an die Frauenförderung in den Betrieben und
eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten."
Weidenholzer fordert auch ein gesellschaftliches Umdenken: "Die
Bewertung von Arbeit muss neu überdacht werden. Es ist nicht
einzusehen, warum Industriearbeit weitaus besser bezahlt wird als zum
Beispiel Pflegearbeit, die mit großen physischen und psychischen
Belastungen verbunden ist."
Die Volkshilfe tritt für eine Welt ein, in der Frauen und Männer
gleichberechtigt sind und alle Menschen dieselben Chancen haben,
unabhängig von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Religion
oder Herkunft. "Dass Frauen im 21. Jahrhundert immer noch für ihre
Gleichstellung kämpfen müssen ist eine Schande", so Weidenholzer
abschließend.
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