• 05.03.2013, 17:16:51
  • /
  • OTS0224 OTW0224

ORF schließt Wirtschaftsjahr 2012 positiv ab

Sparkurs umgesetzt, Refundierung ermöglicht Programmausbau

Utl.: Sparkurs umgesetzt, Refundierung ermöglicht Programmausbau =

Wien (OTS) - 2012 war aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen ein herausforderndes Jahr, das der ORF durch seinen
fortgesetzten Spar- und Restrukturierungskurs gut bewältigt hat. Nach
derzeitigem Stand wird der ORF-Konzern 2012 mit einem positiven EGT
von 4,5 Millionen Euro abschließen, die ORF-Mutter mit 1,7 Millionen
Euro. ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz und der Kaufmännische
Direktor des ORF, Mag. Richard Grasl, präsentierten den vorläufigen
ORF-Jahresabschluss 2012 am Dienstag, dem 5. März 2013, im Rahmen
eines Pressegesprächs in Wien und gaben einen Ausblick auf die
nächsten Jahre (Änderungen sind im Zuge der Finalisierung des
Jahresabschlusses bzw. anhand von dessen Prüfung durch die
Prüfungskommission möglich).

Wrabetz: "ORF auf sehr gutem Weg"

"Der ORF steht als Unternehmen wirtschaftlich und programmlich
sehr gut da", betonte der ORF-Generaldirektor: "Wir werden 2012 mit
schwarzen Zahlen abschließen, was keine Selbstverständlichkeit ist.
Es ist dies der 15. ORF-Jahresabschluss, für den ich verantwortlich
bzw. mitverantwortlich bin. 1998 war der ORF noch nahezu ohne
Konkurrenz und Monopolist im Werbebereich. Durch die vollständige
Liberalisierung der Märkte und die Digitalisierung hat sich das
nachhaltig geändert. Der ORF hat diese Herausforderungen sehr gut
gemeistert, was für Medienunternehmen auch im internationalen
Vergleich nicht selbstverständlich ist: Wir sind Marktführer in
Radio, Fernsehen und Online. Im Fernsehen konnten wir mit 40,4
Prozent Marktanteil 2013 bisher erstmals seit langem sogar einen
Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen. Unsere Radioflotte ist
mit einem Marktanteil von 74 Prozent eine der erfolgreichsten in
Europa. ORF.at konnte mit 56,5 Millionen Visits im Jänner den bisher
höchsten Monatswert erreichen und die TVthek verzeichnet schon 14
Millionen Videoabrufe im Monat! Voraussetzung dafür ist auch der
strikte Restrukturierungs- und Sparkurs des vergangenen Jahres, der
das positive Jahresergebnis 2012 im ORF-Konzern und in der
Muttergesellschaft ermöglicht!"

"Trotzdem haben wir unser Portfolio mit den Spartenkanälen ORF III
und ORF Sport + erfolgreich weiterentwickelt und sind mit der
Schladming-APP ins Smart-TV-Zeitalter eingestiegen! Die Investitionen
in die heimische Produktion liegen mit mehr als 100 Millionen Euro in
den vergangenen Jahren auf Rekordniveau und wird durch Erfolge von
'Braunschlag' bis zum Oscar für 'Amour' bestätigt", so der
ORF-Generaldirektor weiter: "Und auch das Publikum honoriert diesen
Unternehmenskurs, wie eine aktuelle Umfrage zeigt: 53 Prozent der
Österreicher/innen sagen, der ORF macht seine Sache 'sehr gut' bzw.
'Gut', 76 Prozent finden die ORF-Information 'vertrauenswürdig'. 64
Prozent sind im Übrigen der Meinung, die ORF-Programmkategorien sind
zueinander ausgewogen, 31 Prozent wollen sogar mehr Unterhaltung!"

Grasl: "ORF schreibt zum dritten Mal in Folge schwarze
Zahlen!"

"Zum dritten Mal in Folge schreibt der ORF schwarze Zahlen, was
keine Selbstverständlichkeit ist", betont Richard Grasl, der
Kaufmännische Direktor des ORF: "Das EGT im ORF-Konzern wird 4,5
Millionen Euro betragen, in der Muttergesellschaft 1,7 Millionen
Euro. 2012 war für den ORF, wie auch für alle anderen Medien ein sehr
schwieriges Jahr. Der ORF konnte seine Werbeerträge nach dem Einbruch
des Werbesektors zu Beginn des Jahres mit 210,7 Millionen Euro
stabilisieren. Die Erträge aus Programmentgelten sind auf 595,5
Millionen Euro gestiegen und die sonstigen Umsatzerlöse betrugen 2012
beachtliche 131,2 Millionen Euro. Auch die Finanzveranlagung war
2012, mit einer Rendite von 7,7 Prozent bei größtmöglicher
Absicherung erfolgreich."

"Diese positiven Zahlen sind Ergebnis eines umfassenden
Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms, das der ORF in den
vergangenen Jahren umgesetzt hat", so Grasl weiter: "Seit 2007 wurden
rund 600 Dienstposten abgebaut. Seit 2009 konnten 60,9 Millionen Euro
nachhaltig beim Personalaufwand eingespart werden, bei den Sachkosten
33,1 Millionen Euro. Trotzdem konnte das Programm nachhaltig
ausgebaut werden. Wir haben vergangenes Jahr eine Programmreformkette
gestartet; die Investitionen in die heimische Filmwirtschaft und
damit in den Medienstandort Österreich haben ein Rekordniveau
erreicht. Wir haben also in den Strukturen und nicht beim Programm
gespart. Der ORF ist finanziell konsolidiert, im Programm erfolgreich
und befindet sich in einer Aufwärtsspirale. Diesen erfolgreichen Weg
würden wir sehr gerne fortsetzen, was bei einem Auslaufen der
Gebührenrefundierung 2014 allerdings schwierig wird!"

Wrabetz: "Fortsetzung der Gebührenrefundierung ist Investition
in österreichisches Programm"

"In Österreich sind sozial schwache Haushalte völlig zu Recht von
den Gebühren befreit. Allerdings wurde dem ORF der Entgang für diese
sozialpolitische Maßnahme - rund 57 Millionen Euro im Jahr - im
Gegensatz zu anderen Unternehmen bis 2010 nicht abgegolten. 2010 bis
2013 wurden dem ORF erstmals im Durchschnitt 40 Millionen pro Jahr
refundiert. Diese Teilrefundierung war und ist mit sehr strengen
gesetzlichen Auflagen für den Programmausbau bei gleichzeitigen
Einsparungen verbunden, die der ORF in einer großen Anstrengung
erfüllt hat und auch 2013 erfüllen wird, weshalb wir auch für 2012
und 2013 von einer Zuerkennung der Mittel nach entsprechender Prüfung
durch die Behörde ausgehen", erläuterte ORF-Generaldirektor Dr.
Alexander Wrabetz im Rahmen des Pressegesprächs: "Von den insgesamt
160 Millionen Euro aus der Gebührenrefundierung investierte und
investiert der ORF rund 79,3 Millionen Euro in österreichisches
fiktionales Programm und erfolgreiche Dokumentation, Filme wie unsere
'Tatorte' und Serien von 'Braunschlag' bis 'Schnell ermittelt'. Das
Film/Fernseh-Abkommen wurde von 6 auf 8 Millionen Euro aufgestockt,
wodurch Erfolge wie Michael Hanekes 'Amour' mitfinanziert wurden!"

"In die neuen erfolgreichen Spartenkanäle ORF III und ORF Sport +
hat der ORF 26 Millionen Euro aus den Refundierungsmitteln
investiert: ORF III hatte im Februar einen Marktanteil von 1,2
Prozent und ist damit einer der erfolgreichsten Kulturkanäle. ORF
Sport + ist für den heimischen Sport ebenfalls von großer Bedeutung",
so der ORF-Generaldirektor weiter: "Für den Ausbau der
Barrierefreiheit hat der ORF aus der Gebührenrefundierung 5,4
Millionen aufgewendet und die Untertitelungsquote auf mehr als 60
Prozent gesteigert. Weitere 49,3 Millionen wurden in
Restrukturierungsmaßnahmen zur nachhaltigen Kostensenkung investiert
sowie in weitere Maßnahmen wie das ORF-Radio-Symphonieorchester Wien,
Sendungen der ORF-Landesstudios und Kulturübertragungen."

"Der ORF hat die Refundierungsmittel sehr gut und sparsam
eingesetzt und wir sind der Meinung, dass die Gebührenrefundierung
über 2014 hinaus fortgesetzt werden muss", betonte Wrabetz: "Wir
haben hier die Unterstützung des ORF-Stiftungsrates und
-Publikumsrates, aber auch die des Publikums, wie eine aktuelle
Studie zeigt, in der 73 Prozent der Befragten 'auf jeden Fall' oder
'eher schon' für eine Fortsetzung der Refundierung sind!"

"Aus kaufmännischer Sicht beschäftigt sich der ORF im Sinn einer
seriösen Finanzplanung aber natürlich auch mit dem Szenario des
Auslaufens der Refundierung und damit, welche konkreten Maßnahmen
dann zur Erreichung eines ausgeglichenen Ergebnisses im Jahr 2014
umzusetzen sind, in dem Sportgroßereignisse wie die 'Olympischen
Spiele in Sotchi' zu finanzieren sind. So müsste im Fernsehen
Programm reduziert werden, die Investitionen in österreichische Filme
und Serien müssten reduziert werden und das bis 2016 ohnehin geplante
Personalsparpaket müsste beschleunigt umgesetzt werden", ergänzte
Richard Grasl: "Aus diesem Grund wäre eine Fortschreibung der
Refundierung für den Medienstandort Österreich jedenfalls
wünschenswert. Unabhängig davon wird der ORF seine Strukturreformen
aber jedenfalls weiterführen! Der ORF steht vor einem großen
Strukturwandel - wie die gesamte Medienbranche auch. Große Player aus
dem Onlinebereich entziehen dem heimischen Markt immer mehr Mittel.
Hinzu kommt, dass deutsche Werbefenster 370 Mio. Euro jährlich aus
dem TV-Markt absaugen. Die Sicherung des Medienstandortes Österreich
sollte angesichts dessen das gemeinsame Ziel der österreichischen
Medien sein!"

Wrabetz: "Für eine österreichische Content-Allianz!"

"Die heimischen Medien stehen vor den größten Umwälzungen in ihrer
Geschichte. Eine österreichische Content-Allianz wäre entscheidend
für die Behauptung des heimischen Medienstandortes im Wettbewerb mit
den internationalen Playern. Jedenfalls sind klare Rahmenbedingungen
für die Bewältigung dieser Übergangsphase für alle Medien
entscheidend. Aus Sicht des ORF wäre daher die Fortschreibung der
Gebührenrefundierung im Sinne der Planungssicherheit und eine
entsprechende Beschlussfassung noch in dieser Legislaturperiode sehr
wichtig", so ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz abschließend.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GOK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel