- 05.03.2013, 16:48:25
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Kinderhilfswerk Plan fordert sichere Städte für Frauen
Umfrage nach Vergewaltigung in Indien: Studie des Kinderhilfswerkes Plan bestätigt massive Angst vor sexuellen Übergriffen und Gewalt
Utl.: Umfrage nach Vergewaltigung in Indien: Studie des
Kinderhilfswerkes Plan bestätigt massive Angst vor sexuellen
Übergriffen und Gewalt =
Wien (OTS) - Gewalt gegen Frauen hat viele Formen und wird überall
ausgeübt. Darauf weist die Kinderhilfsorganisation Plan International
anlässlich des Welt-Frauentages am 8. März hin. Vor allem in
Metropolen haben Mädchen und Frauen Angst vor sexueller Belästigung,
bedrohlichen Situationen und Übergriffen. Sie fühlen sich nicht
sicher und können sich in ihrer Stadt häufig nicht frei bewegen. Dies
ergab die aktuelle Studie "Sicherheit in Städten aus der Sicht
weiblicher Jugendlicher" von Plan, die gerade in fünf Hauptstädten in
Afrika, Asien und Lateinamerika durchgeführt wurde.
Mädchen und Frauen sind regelmäßig Gefahren ausgesetzt, sei es in
öffentlichen Toiletten und Verkehrsmitteln oder auf Marktplätzen.
"Die Ergebnisse zeigen, dass sich viele Mädchen nicht vor die Tür
trauen und zurückziehen, weil sie Angst haben. Millionen junger
Frauen wird ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben genommen, weil
sie aufgrund mangelnder Sicherheit im öffentlichen Raum in ständiger
Furcht leben. Das können wir nicht hinnehmen", sagt Rudi Klausnitzer,
Vorstandsmitglied von Plan. "Es ist an der Zeit, alle Bereiche des
Stadtlebens für Mädchen sicher zu machen und ihnen bei der
Bewältigung ihrer Herausforderungen zu helfen."
Mädchen in Ägypten, Indien, Peru, Uganda und Vietnam haben im
Rahmen der Studie ihr Lebensumfeld bewertet. Sie listeten auf, was
die Stadt für sie unsicher macht und ihnen die Teilnahme am
gesellschaftlichen Leben erschwert. Die Ergebnisse zeigen
länderübergreifend, dass alle jungen Frauen mit sexueller Belästigung
konfrontiert sind und bestimmte Orte und Plätze in ihrer Stadt
meiden.
In Delhi berichteten junge Frauen, dass sie in ständiger Angst vor
Gewalt und sexuellen Übergriffen leben. Sie vermeiden es, alleine zu
sein, insbesondere im Dunkeln und gehen nur in Begleitung von
Verwandten oder Freunden in die Schule, auf den Markt, auf
Gemeinde-Toiletten oder in Geschäfte. Nur 3 Prozent der befragten
Mädchen gaben an, sich in öffentlichen Verkehrsmitteln sicher zu
fühlen. In Hanoi empfinden nur 8 Prozent der Mädchen öffentliche
Bereiche als ungefährlich. Insbesondere bemängeln sie die Situation
auf Märkten und die schlechte Straßenbeleuchtung. In Kairo fühlen
sich 8 von 10 Mädchen nie oder nur selten sicher in ihrer Stadt.
Werden Mädchen oder Frauen in der ägyptischen Hauptstadt Opfer
sexueller Belästigung, fühlen sie sich meist selbst schuld daran. In
Kampala gaben 80 Prozent der befragten jungen Frauen an, sich im
Stadtzentrum unsicher zu fühlen. Viele trauen sich darüber hinaus
nicht, Wachmänner oder die Polizei anzusprechen, weil diese
gelegentlich betrunken ihren Dienst absolvieren. In Lima äußerte die
Mehrheit der Mädchen, dass sie in einer sehr gefährlichen Stadt
leben. Nur 2 Prozent fühlen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln gut
aufgehoben.
"Verzichten Mädchen auf Entwicklungschancen, weil sie Angst vor
sexueller Belästigung und Gewalt in ihrer Stadt haben, ist dies ein
immenser Rückschritt. Es macht alle Arbeit zunichte Mädchen und
Frauen darin zu bestärken und zu unterstützen, ihr volles Potential
zu erreichen", sagt Senta Berger, Schirmfrau der Plan-Kampagne
Because I am a Girl, die es sich zur Aufgabe macht, Millionen von
Mädchen weltweit aus der Armut zu helfen.
Im Rahmen der Kampagne hat Plan International in Zusammenarbeit
mit "Women in Cities International" und "UN-Habitat" ein Projekt zur
Sicherheit von jungen Frauen in Städten entwickelt. Übergeordnetes
Ziel ist es, sichere, verlässliche und integrierende Städte mit und
für Mädchen zu schaffen und die aktive Beteiligung von Mädchen und
Frauen an der Stadtentwicklung und -verwaltung zu fördern.
Unterstützt von Plan erarbeiten die jungen Frauen in Kooperation mit
den zuständigen Behörden Sicherheitskonzepte. In Delhi haben am
Projekt beteiligte Mädchen beispielsweise eine Zusammenarbeit mit
lokalen Bezirken und Vertretern der lokalen Regierung vorgeschlagen,
um Sicherheitsprobleme in öffentlichen Verkehrsmitteln und sanitären
Anlagen zu lösen.
Obwohl die befragten jungen Frauen in unterschiedlichen
kulturellen und politischen Umfeldern aufgewachsen sind, teilen sie
eine gemeinsame Vision der Stadt der Zukunft: Diese ist ausreichend
beleuchtet, gut geplant und hat saubere Toiletten. Es gibt sichere
Wege zu Schule, Arbeit und Freizeitangebote, damit auch Mädchen und
Frauen am sozialen Leben teilnehmen können.
Plan International ist als eines der ältesten Kinderhilfswerke in
50 Ländern tätig, unabhängig von Religion und Politik. In der
Entwicklungszusammenarbeit finanziert Plan nachhaltige und
kindorientierte Selbsthilfeprojekte, hauptsächlich über Patenschaften
sowie auch über Einzelspenden und öffentliche Mittel. Plan
International betreut mehr als 1,5 Millionen Kinderpatenschaften,
davon bereits mehr als 6.000 über Österreich und erreicht so in den
Programmgebieten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas fast neun
Millionen Menschen.
Mit der Kampagne "Because I am a Girl" unter der Schirmherrschaft
von Senta Berger macht Plan auf die Situation von Mädchen weltweit
aufmerksam.
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