- 05.03.2013, 08:27:54
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Bundespräsident Dr. Heinz Fischer erteilt "Schlussstrich" erneut eine Absage
Staatsoberhaupt bei Generalversammlung der Österreichischen Freunde von Yad Vashem in Wien
Utl.: Staatsoberhaupt bei Generalversammlung der Österreichischen
Freunde von Yad Vashem in Wien =
Wien (OTS) - Bundespräsident Dr. Heinz Fischer hat gestern einmal
mehr Position gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus in
Österreich bezogen. Bei der Generalversammlung der Österreichischen
Freunde von Yad Vashem im Wiener Rathaus betonte Fischer, dass es
auch darum gehe, Lebensverhältnisse zu schaffen, die nicht die Gefahr
in sich tragen, dass fremdenfeindliche Parolen, Schlagworte und
Appelle an die negativen Seiten in der menschlichen Seele wirksam
werden. Es werde immer notwendig sein, an die NS-Zeit und den
Holocaust zu erinnern, daran zu forschen und darüber zu berichten.
Der Bundespräsident bedankte sich auch ausdrücklich bei den
Österreichischen Freunden der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad
Vashem für ihr unermüdliches Engagement.
Die Ehrenpräsidentin des Freundeskreises, Nationalratspräsidentin
Mag.a Barbara Prammer, ging in ihren Worten auf den 75. Jahrestag des
"Anschlusses" ein. Die Nazis hatten ihre Macht von oben, aber auch
von unten erhalten. Die Verfolgung in Österreich sei härter und
grausamer gewesen als in Deutschland, die Enteignungen besser
organisiert, die Exilierungen viel brutaler. Die Nachkriegsjustiz
habe bald das Interesse an der Strafverfolgung der NS-Täter verloren.
Heute sei es Verpflichtung eines jeden einzelnen, sich mit der
Geschichte zu befassen. Die Präsidentin warb um Mitgliedschaft für
den Freundeskreis und ersuchte darum, den Verein mit einer
Basisförderung auszustatten.
Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner, die auch für die
KZ-Gedenkstätte Mauthausen zuständig ist, bezeichnete es als
persönliches Anliegen, die Erinnerung an den Holocaust hochzuhalten.
Nur wer die Vergangenheit kenne, habe eine Zukunft. Es bedürfe
vieler helfender Hände, die Erinnerungsarbeit weiterzuführen. Der
Botschafter des Staates Israel, Aviv ShirOn, betonte die Bedeutung
der Arbeit der Freunde von Yad Vashem für die jüdische Gemeinschaft.
Das Richtige zu tun, sei für die Menschen in der NS-Zeit nicht
leicht, sondern gefährlich gewesen. Aber auch heute sei es nicht
selbstverständlich, so ShirOn.
Wiens Oberrabbiner Prof. Paul Chaim Eisenberg erinnerte daran, dass
das Gedenken an die Shoah nicht Angelegenheit der Juden allein sei,
sondern alle Menschen betreffe. Hinter dem Gedenken stünden keine
Revanchegelüste, aber das Erinnern müsse weitergeführt werden
Die Chefhistorikerin Yad Vashems, Univ.Prof. Dina Porat, strich die
Bedeutung der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte als zentrale
Forschungsstelle der Shoa hervor. Die historische Wahrheit des
Holocaust werde heute bezweifelt, angegriffen und es würden viele
Versuche unternommen, sie zu verändern oder als Lüge darzustellen.
Dem müsse entgegengewirkt werden. Kaum einer der heute lebenden
Menschen in Österreich sei am Holocaust beteiligt gewesen, so Porat.
Aber alle Menschen auf dieser Welt seien verantwortlich für das, was
von nun an geschehe.
Der Wiener Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny strich
einerseits die Änderung des kollektiven Bewusstseins im Hinblick auf
die NS-Vergangenheit hervor. Bei der Restitution sei man weiter als
in Deutschland. Andererseits verwies der Stadtrat auch auf die
kommende Ausstellung der Österreichischen Freunde von Yad Vashem, die
den österreichischen "Gerechten unter den Völkern" gewidmet ist.
Diese 90 ÖsterreicherInnen hatten in der NS-Zeit ihr Leben riskiert,
um Juden vor der Ermordung zu retten.
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