- 04.03.2013, 09:14:52
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Trotz niedriger Zinsen steht das Wasser bis zum Hals! 5 Thesen zur Tourismusfinanzierung 2013
Portfolio Bereinigung der Banken, Eigenkapitalschwäche der Unternehmen, klassische Kreditfinanzierung und EURIBOR Tiefststand prägen das aktuelle Bild.
Utl.: Portfolio Bereinigung der Banken, Eigenkapitalschwäche der
Unternehmen, klassische Kreditfinanzierung und EURIBOR
Tiefststand prägen das aktuelle Bild. =
Linz (TP/OTS) - "2013 wird ein Jahr des Wandels der stillen Art in
der österreichischen Tourismusfinanzierung. Generelle Trends wie die
Durchsetzung der Basel III Richtlinien auf Bankenseite, der niedrige
EURIBOR und eine zunehmend selektiver werdende Sicht der Banken auf
Betriebe statt Branchen bilden dabei die drei zentralen
Rahmenbedingungen.", erläutert Dr. Martin Schumacher, Geschäftsführer
der con.os tourismus.consulting gmbh.
Generell prägen folgende 5 Trends das aktuelle Geschehen:
1) Banken sehen keine Branchen mehr, sondern risikoarme und
risikoreiche Kredit-Engagements
Nicht die Branche ist "schwer zu finanzieren", sondern der
riskante Kunde und Unternehmer sind unerwünscht und auch über
Risikoaufschläge nicht wirklich finanzierbar. Das Motto der Banken
lautet: entweder "gut" oder "gar nicht"! Dies ist jedoch kein
Tourismus spezifisches Thema, es betrifft alle Branchen
gleichermaßen!
2) Bilanz-Zahlen zählen, nicht die "Hoffnung auf Cash Flows"
Banken wollen gute Bilanzen sehen und keine schlechten.
Eigenkapital muss auch bilanziert sein und darf sich auch nicht
trendmäßig reduzieren, sondern muss über die Jahre durch thesaurierte
Gewinne wachsen. Bilanzielle Eigenkapitalquoten jenseits der 25% sind
erwünscht und gefordert. Eine Working Capital Ratio deutlich jenseits
von "1" ist das Maß aller Dinge. "Kontokorrent-Akrobaten" gelten als
völlig unerwünschte. Cash Flow als Indikator ist aber auch zu wenig,
ein positives EGT muß darstellbar sein.
3) Der äußerst niedrige EURIBOR erzeugt einen Placebo-Effekt!
Banken beruhigt die Tatsache, dass die meisten Betriebe aktuell
problemlos ihre Zinsen und auch Tilgungsteile bezahlen können nicht
wirklich. Wer den historisch langfristigen Refinanzierungszinssatz
von rund 6% p.a. zuzüglich Tilgungsanteil heute nicht betrieblich
dauerhaft erwirtschaften kann, bekommt zunehmend die rote Karte,
selbst wenn er aktuell mit der Annuität kein Problem hat. Außerdem
wäre jetzt die Zeit für Sondertilgungen, auch wenn das der
überwiegende Teil der Branche anders sieht. Denn eine vorzeitige
Tilgungsfähigkeit gerade im Jahr 2013 wird vielfach als Maßstab für
die langfristige Kreditwürdigkeit des Bankkunden gesehen - oder
anders gesagt: Kunden die jetzt nicht tilgen können oder wollen,
sind zunehmend suspekt.
4) Der Tourismus finanziert sich - wenn fremd - auch 2013 weiterhin
aus drei Quellen und die heißen: Kredit, Kredit und Kredit!
Beteiligungskapital, kleine AG oder crowd financing: auch wenn
theoretisch vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten bestehen, wird in
der Praxis wohl auch weiterhin die Kreditfinanzierung das Maß aller
Dinge bleiben! Dazu passt auch folgende Entwicklung: das regelmäßige
Transparenz-Erfordernis der Banken zur monatlichen
Unternehmensperformance und Qualität der Unternehmensführung und
-steuerung steigt, diese wird in der Kreditvergabepraxis als
Vertrauensmaßstab essentiell. Ohne zeitnahes und übersichtliches
Reporting geht vielfach nichts mehr!
5) Der Staat hilft bei Sanierungen nicht wirklich mit!
Erfolgt eine Sanierung durch Umschuldung, entstehen dabei oftmals
"Sanierungsgewinne". Diese unterliegen zur Gänze der Einkommensteuer,
Verlustvorträge können dabei nicht zur Gänze angerechnet werden. Dies
bedeutet, dass eine oftmals prinzipiell mögliche Sanierung an der
Unfinanzierbarkeit, der durch sie entstehenden Einkommensteuerschuld
beim Sanierten, zu scheitern droht. Schwer nachzuvollziehen, aber
wahr!
Über con.os
Die con.os tourismus.consulting gmbh wurde 2006 in Linz und Wien
gegründet. Seither unterstützen die Experten rund um die
Geschäftsführer Mag. Arnold Oberacher und Dr. Martin Schumacher, MBA
zahlreiche touristische Kunden mit innovativen Ansätzen und
maßgeschneiderten Lösungen. Beständiges Wachstum und konsequente
Kundenorientierung etablierten die con.os tourismus.consulting gmbh
mittlerweile als zweitgrößtes Tourismus-Consulting Unternehmen
Österreichs.
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