OTS0037   26. Feb. 2013, 09:14

SOS Mitmensch: Ausweisung von junger, studierter Frau ist unmenschlicher Schildbürgerstreich

Rot-Weiß-Rot-Karte funktioniert nicht - Appell an Integrationsstaatsekretär Kurz


"Der Fall der 29-jährigen Natalia Zambrano Jaramillo
kann nicht anders bezeichnet werden als ein unmenschlicher
Schildbürgerstreich. Die junge Frau, die mittels Stipendium der
Republik Österreich erfolgreich zwei Studien abgeschlossen und
Jobzusagen vorliegen hat, hat mehr als ein Drittel ihres Lebens in
Österreich verbracht. Sie ist faktisch längst zu einer Bürgerin
dieses Landes geworden. Und dennoch wird sie jetzt nach 11 Jahren
Aufenthalt dazu aufgefordert, das Land zu verlassen. Wer soll das
verstehen?", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Natalia Zambrano Jaramillo ist als 17-jährige mit einem
Austauschprogramm aus Kolumbien nach Österreich gekommen, lebte bei
einer Familie in Vöcklabruck und hat dort Deutsch gelernt. Danach hat
sie mit einem Stipendium der österreichischen Regierung erfolgreich
in Wien Politikwissenschaft studiert und zusätzlich noch mit
Auszeichnung ein Masterprogramm absolviert. Obwohl sie Jobzusagen
vorliegen hat, muss sie spätestens am 6. März Österreich verlassen.
Der Grund: Auch nach 11 Jahren gilt Natalia Zambrano Jaramillo noch
immer als Migrantin. Um hier bleiben zu können, braucht sie eine
Rot-Weiß-Rot-Karte für Studienabsolventen. Und um diese zu erhalten,
muss sie ein fixes Angestelltenverhältnis mit einem Einkommen von
mindestens 1.998 Euro brutto im Monat nachweisen. Für eine
Absolventin der Geistes- und Sozialwissenschaften ist das ein
vollkommen unrealistisches Einstiegsgehalt, noch dazu, wenn
Werkverträge und Mehrfachbeschäftigungen nicht anerkannt werden.

"Ich weiß wirklich nicht, was ich falsch gemacht haben soll, dass
man mich jetzt wegschickt. Ich habe in Österreich ein neues zu Hause
gefunden, meine Studien erfolgreich abgeschlossen, mich gut
eingelebt, mir Jobzusagen erarbeitet und in den letzten Monaten
fieberhaft darum gekämpft, die vorgeschriebenen bürokratischen Hürden
zu meistern. Es war unmöglich.", sagt eine tief betroffene Natalia
Zambrano Jaramillo. Und sie fügt hinzu: "Ich hoffe sehr, dass die
Regierung irgendwann zur Einsicht gelangt, dass es nicht in Ordnung
ist, so mit Menschen umzugehen."

SOS Mitmensch appelliert an Integrationsstaatsekretär Kurz, der
jungen Frau den weiteren Aufenthalt in Österreich zu ermöglichen.
Ihre Aufenthaltsberechtigung soll verlängert und die für den Erhalt
einer Rot-Weiß-Rot-Karte erforderliche Einkommenshürde auf ein
realistisches Maß abgesenkt werden. Menschen wie Frau Zambrano
Jaramillo sollen dauerhaft in Österreich leben und arbeiten können.
"Frau Zambrano Jaramillo hat nichts falsch gemacht. Das Versagen
liegt ganz allein auf Seiten einer Politik, die die Lebensrealität
der Menschen aus den Augen verloren hat. Wer bereits 11 Jahre hier
ist, sollte eigentlich gar keine Rot-Weiß-Rot-Karte mehr benötigen,
und wenn doch, dann sollte sie realistisch gestaltet sein und nicht
Lebensperspektiven zerstören", so SOS Mitmensch-Sprecher Pollak.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0037 2013-02-26 09:14 260914 Feb 13 SMM0001 0426



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Tel.: 0664 512 09 25
apo@sosmitmensch.at
www.sosmitmensch.at

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