- 22.02.2013, 10:35:52
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Heinisch-Hosek: "Frauenpolitik muss neue Antworten auf alte Probleme finden"
Sexismus, Gewalt und Diskriminierung sind zentrale feministische Themen
Utl.: Sexismus, Gewalt und Diskriminierung sind zentrale
feministische Themen =
Wien (OTS/SK) - "Wir stehen in der Frauenpolitik vor neuen
Herausforderungen und doch sind die Problemstellungen über die
Jahrzehnte hinweg sehr ähnlich geblieben", sagte Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek gestern, Donnerstag Abend, bei einer
Diskussionsveranstaltung vom Karl-Renner-Institut im
"ega"-Frauenzentrum zum Thema Feminismus. "Wie groß der Aufschrei
war, der bei der aktuellen Sexismus-Debatte quer durch alle
Bevölkerungsgruppen ging, zeigt uns, dass wir immer noch mit
denselben Dingen zu kämpfen haben: Sexismus, Gewalt und
Diskriminierung von Frauen", betonte Heinisch-Hosek. ****
"Heuer jährt sich zum zwanzigsten Mal die Menschenrechtskonferenz in
Wien, bei der die zentrale Bedeutung der Frauenrechte als
Menschenrechte artikuliert wurde. Hier hat Österreich international
eine wichtige Rolle gespielt. Bei manchen Themen wie beim
Gewaltschutz oder beim Thema Gender Budgeting zählt Österreich
international zu den Vorreitern, die eine Vorbildwirkung haben. Auf
der anderen Seite bedarf es wiederum eines Gerichtsurteils des
Europäischen Menschengerichtshofes, damit die Diskriminierung
gleichgeschlechtlicher Paare beseitigt wird", sagte die
Frauenministerin.
"Ich bin froh, dass Justizministerin Karl beim Thema Adoption von
Kindern gleichgeschlechtlicher PartnerInnen rasch reagiert hat.
Trotzdem brauchen wir schlussendlich eine echte Gleichstellung von
homosexuellen und heterosexuellen Paaren. Für mich ist klar, dass es
sowohl für verpartnerte als auch ledige Paare in Zukunft möglich sein
soll, Stiefkinder zu adoptieren", bekräftigte die Frauenministerin.
"Das Gesetz über die Eingetragene PartnerInnenschaft (EP) war ein
erster großer Meilenstein in Österreich. In einigen Punkten gibt es
aber noch klare Nachteile gegenüber der Ehe. Diese Nachteile gilt es
auszuräumen", erklärte Heinisch-Hosek.
"Für viele junge Frauen stellt sich heute Gleichstellung als etwas
Selbstverständliches dar, etwas, wofür man nicht kämpfen muss",
erläuterte Barbara Hofmann vom Karl-Renner-Institut den Titel der
Veranstaltung "Ich bin keine Feministin, aber... Frauenpolitik vor
neuen Herausforderungen". Gemeinsam mit Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek diskutierte Prof.in Regina-Maria Dackweiler,
Professorin für Politikwissenschaft an der Hochschule RheinMain in
Wiesbaden. In ihrem Impulsreferat skizzierte Dackweiler die
unterschiedlichen Phasen des Feminismus in den vergangenen 40 Jahren
und wies auf die Notwendigkeit hin, die Frauenbewegung und den
Feminismus als Lern-, Such- und Erneuerungsprozess zu reflektieren.
Als wesentliche Herausforderungen nannte Dackweiler die Lösung alter
Problemstellungen unter veränderten Handlungsbedingungen wie
Sexismus, Gewalt sowie Pflege- und Betreuungsarbeit. Moderiert wurde
die Veranstaltung von der Politikwissenschafterin Alexandra Weiss.
(Schluss) up
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