- 22.02.2013, 09:32:23
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GÖD-Universitätsgewerkschaft fordert mehr Gerechtigkeit bei Kollektivvertragsverhandlungen
Die Universitätsmitarbeiter dürfen in der Prioritätenliste nicht mehr an letzter Stelle stehen!
Utl.: Die Universitätsmitarbeiter dürfen in der Prioritätenliste
nicht mehr an letzter Stelle stehen! =
Wien (OTS) - Der Dachverband der Universitäten (DV) beklagt in einer
Aussendung durch den Vorsitzenden Rektor Schütz eine angeblich
uneinsichtige Haltung der Gewerkschaft in der noch offenen
Gehaltsfrage bei den Kollektivvertragsverhandlungen. Aus dessen
Darstellung geht recht deutlich hervor, dass da ein tief greifendes
Missverständnis Seitens des DV vorliegt, dem wir an dieser Stelle
gerne aufklärend entgegentreten möchten.
Immerhin geht es dabei um eine ungerechte Behandlung der größten
Gruppe von Leistungsträgern an den Universitäten im Bereich Lehre,
Forschung, Technik und Verwaltung, die schöngeredet wird. Die
Universitäten sind einer von mehreren aus der Bundeshoheit
ausgegliederten Institutionen und in allen anderen haben die
Gehhaltsabschlüsse im Grossen und Ganzen zumindest eine
Inflationsabgeltung gebracht.
Der DV beruft sich auf den Umstand, dass das BMWF kein Budget für
Gehaltsanpassungen bewilligt hat. Das ist in der Form unrichtig, da
das BMWF in den Leistungsvereinbarungen lediglich keine Budgetposten
akzeptiert, die eine Gehaltsanpassung ausweisen, sondern das BMWF
geht davon aus, dass diese in den üblichen "Betriebskosten"
mitkalkuliert sind und es somit lediglich um ein zu verhandelndes
Leistungspaket geht, das die Universitäten für ein angebotenes
garantiertes Globalbudget für 3 Jahre eingehen. Wären die
Leistungsvereinbarungen nicht schon abgeschlossen, so würden wir
gerne dem DV raten einmal zu probieren, als Budgetposten beim BMWF
die jährlichen Erhöhungen der Energiepreise, Mieten u.d.gl. als
Budgetposten bei den Leistungsvereinbarungen extra zu beantragen.
Dazu würden die Universitäten garantiert die gleiche Antwort vom BMWF
erhalten, nämlich dass dafür extra kein Geld vorhanden ist, bzw. dass
keine Energiekostensteigerungen separat abgedeckt werden. Von so
etwas war aber im Laufe der Verhandlungen der Leistungsvereinbarungen
nichts zu vernehmen und demnach haben die Universitäten sehr wohl in
ihre Kalkulationen diese Art der Kostensteigerungen implizit
berücksichtigt - offensichtlich aber auf die Gehaltsanpassungen für
das Universitätspersonal "vergessen". Genauso gut könnten die
Universitäten ihren Mitarbeitern trotzdem noch eine gerechte
Gehaltsanpassung bezahlen und falls das Geld wirklich nicht reichen
sollte sagen, wir können die Stromrechnung oder die Mieten nicht mehr
bezahlen und müssen nun z.B. für einen Tag pro Woche den Strom oder
die Heizung abschalten - aus der Logik eines Globalbudgets heraus
wäre es genau dasselbe.
Die Universitäten lassen es aber lieber darauf ankommen, die
Gehaltsanpassungen einsparen zu wollen. Das ist eine so nicht
akzeptierbare Vorgangsweise des Dachverbandes, die letztlich nur
signalisiert und deutlich macht, dass an den Universitäten die
Mitarbeiter offenbar hinter den E-Werken, Energieversorgern und
Vermietern in der Prioritätenliste auf der niedrigsten Stufe stehen.
Das kann und will die Gewerkschaft so nicht hinnehmen!
Das weitere Argument, welches in Richtung sozialer Frieden geht,
indem argumentiert wird, dass ein Teil der Mitarbeiter als Beamte
bereits eine festgeschriebene Nulllohnrunde hinnehmen müssen und
deshalb diese auch für alle anderen gelten müssen, greift deutlich
daneben und kann eigentlich nur als vorgeschobenes Argument
aufgefasst werden. Keine der beamteten Kolleginnen und Kollegen würde
trotz der aktuellen Nulllohnrunde den nicht beamteten KollegInnen
eine adäquate Gehaltsanpassung neidig sein. Die Kolleginnen und
Kollegen nach Kollektivvertrag haben bei weitaus geringerer
Absicherung ihres Arbeitsplatzes im Vergleich zu den Beamten auch so
gut wie keine Sprünge in ihrem Gehaltsschema eingebaut, die ja für
die Beamten dennoch weiterlaufen. Abgesehen davon wären die
Universitäten ja ohnehin mehr als interessiert daran, Beamte aus
ihren definitiven Anstellungen heraus und in den Kollektivvertrag zu
locken. Was sollte den Universitäten also schlimmeres passieren, als
dass die Beamten reihenweise in den Kollektivvertrag wechseln
möchten, wenn die nach Kollektivvertrag angestellten Mitarbeiter
durch eine ehrliche Gehaltsanpassung angeblich so sehr bevorzugt sein
würden? Allein daran kann man erkennen, wie wenig stichhaltig die
Argumentation des Dachverbandes in Sachen Ausgewogenheit zwischen den
Mitarbeiterkategorien ist!
Die vom DV angebotenen Einmalzahlungen und einmaligen Zuschläge zu
den Entgelten im Jahr 2013 sind nicht staffelwirksam und würden am
Ende des Jahres wieder wegfallen und damit einen realen
Einkommensverlust von bis zu 6% ausmachen. Die im Jahr 2013 für 2014
zu führenden KV-Verhandlungen würden nämlich wieder von den
niedrigeren KV-Gehältern des Jahres 2012 ausgehen und wohl kaum einen
Abschluss von 6% erwarten lassen. Der DV würde dabei wieder mit
denselben Ausflüchten operieren, da sie ja ein Globalbudget für 3
Jahre bekamen und sich somit an den vorgebrachten Argumenten in
diesem Zeitraum wohl kaum etwas ändern kann.
Ja, Bewegung in den Verhandlungen ist tatsächlich gefragt, da sind
wir uns zweifellos einig!
Die Bewegung muss aber derart gestaltet sein, dass sich nach dem
Verhandlungsabschluss die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den
Universitäten, die unumstritten weit mehr als in jedem anderen
"Betrieb" das wichtigste "Betriebskapital" sind, sich nicht mehr am
unteren Ende, sondern wieder am oberen Ende der Prioritätenliste
fühlen können!
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