- 21.02.2013, 09:15:33
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Missbrauchsopfer: NR-Präsidentin Prammer macht gemeinsame Sache mit kirchlichen Täterschützern
Wien (OTS) -
- Verhöhnung von Opfer und Demokratie durch parlamentarische
Seligsprechung der kirchlichen Schadensabwicklung
- Forderung: Prammer soll das Symposium absagen
Nicht nur, dass es bis heute keine staatliche Kommission zur
Aufklärung der kirchlichen Gewalt- und Missbrauchsverbrechen gibt -
obwohl die Betroffenen dies seit langem fordern. Nun macht sogar das
Parlament gemeinsame Sache mit der Kirche. Denn
SPÖ-Nationalratspräsidentin Barbara Prammer lädt gemeinsam mit der
Klasnic Kommission der Erzdiözese Wien zu einem Symposium "Gewalt-
und Missbrauchsprävention". Im Rahmen des Symposiums wird die Klasnic
Kommission sogar als "unabhängig" tituliert, und das obwohl nun auch
amtlich bestätigt wurde, dass diese Kommission Teil der Erzdiözese
Wien ist: www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130202_OTS0014
"Unabhängige Experten"
Der Zynik nicht genug: es werden Mitglieder der kirchlichen
Missbrauchskommission als "unabhängige Experten" referieren, darunter
auch ein Opus-Dei Mitglied. "Betroffene wurden bei dieser sogenannten
"Expertentagung" ausgespart, wie schon so oft", ärgert sich Sepp
Rothwangl von der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt. "Das
Demokratieverständnis der allerhöchsten parlamentarischen
Würdenträger ist niederschmetternd: die umstrittene
Klasnic-Kommission wird von NR-Präsidentin Prammer quasi
parlamentarisch selig gesprochen. Wir fordern die Präsidentin daher
auf, diese Veranstaltung abzusagen und sich statt dessen von
Betroffenenseite zu informieren. Immerhin handelt es sich um das
größte Verbrechen der 2. Republik", so Rothwangl. Die wesentlichsten
Kritikpunkte der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt: Opfer
werden mit Almosen abgefertigt, Transparenz gibt es nicht und
pädokriminelle Priester bleiben im Dienst. Das vom 15.-22. April zur
Unterschrift aufliegende Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien
fordert deswegen auch ein Gesetz zur staatlichen Aufklärung der
kirchlichen Missbrauchs- und Gewaltverbrechen.
www.kirchen-privilegien.at
www.betroffen.at
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