- 19.02.2013, 14:20:04
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Pferdefleischskandal - Anlass zum Umdenken
Wien (OTS) - Wie sämtliche Tierschutzorganisationen beobachtet auch
der Wiener Tierschutzverein den aktuellen Pferdefleisch-Skandal mit
unterschiedlichen Emotionen. Einerseits ist es sehr traurig, dass die
Misshandlung von Tieren so weitreichende Tiefen erreicht. Wenn nicht
einmal die Art des geschlachteten Lebewesens verlässlich angegeben
wird, dann ist klar, dass das Leben dieser Nutztiere vor ihrem Tod
überhaupt nicht hinterfragt wird. Anderseits ist dieser Skandal ein
Anlass zum Umdenken. Denn dieser Fall ist nur die Spitze des
Eisberges - sowohl im Tierschutz als auch im Konsumentenschutz.
Die Lebensmittelketten üben einen starken Kostendruck auf die
Produzenten aus. Wollen die Produzenten weiterhin auf dem Markt
bleiben, muss die Ware immer billiger hergestellt werden. Dieser
Preiskampf wird letztendlich auf dem Rücken der Konsumenten bzw. der
Tiere ausgetragen. Denn die Qualität der erworbenen Ware oft zu
wünschen übrig lässt.
Zum Beispiel ist das Fleisch von Tieren, die einige Stunden oder
noch länger zum Schlachthof transportiert wurden aus mehrfacher Sicht
gefährlich - egal ob Schwein, Rind oder Pferd! In der
Fleischproduktion sind die Arzneimittelrückstände und vor allem die
dramatische Belastung mit Stresshormonen nicht Teil der
Routineuntersuchungen.
Der Druck wegen Billigproduktion ruiniert die bäuerliche
Landwirtschaft. Bauern erzeugen halt keine Fertiglasagne. Tierschutz
und Landwirtschaft müssen im Interesse der KonsumentInnen gemeinsam
Wege finden. Wichtig wäre eine "Tierschutz-Landwirtschaft
-Kooperation" wie bei den Eiern. Im Eier- bzw. Hühnerbereich gibt es
das "Tierschutz-Zeichen". Es hat sich für die Tiere, für die
Landwirtschaft und für die KonsumentInnen bewährt. Die Landwirtschaft
profitiert aus dieser Kooperation auch durch bessere Preise und
durch Existenzsicherung. Das österreichische Zeichen
"Tierschutzgeprüft" wird derzeit vom Eierbereich auf Hühner- und
Putensektor ausgeweitet.
Die Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung ist eine
gemeinsame Gründung einiger österreichischen Tierschutzvereine. Die
Gesellschaft für Artgemäße Nutztierhaltung arbeitet die
entsprechenden Richtlinien aus. Diese Normen und die Kontrollen sind
verlässlich und bieten auch den KonsumentInnen Sicherheit! Im
Interesse der KonsumentInnen und des Tierschutzes muss ein
gemeinsames Kontrollmodell ausgebaut werden, das durch
wahrheitsgemäße Deklaration aller Inhaltsstoffen samt Herkunft bei
Fertigprodukten Unterscheidbarkeit ermöglicht.
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