- 15.02.2013, 11:19:21
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Schulpartner kritisieren unhaltbare Zustände in der Schulverwaltung
Entlastung der Schulen hat oberste Priorität
Utl.: Entlastung der Schulen hat oberste Priorität =
Wien (OTS) - Johann Pauxberger, Vorsitzender der Gewerkschaft
Unterrichtsverwaltung in der GÖD, übt scharfe Kritik an der
Vorgangsweise des Unterrichtsministeriums und des Bundeskanzleramtes:
"Wenn ein Schulwart oder eine Schulsekretärin ausfällt, gibt es
keinen Ersatz. Das ist unzumutbar, weil die Arbeit dann zusätzlich
vom Personal anderer Schulen teilweise miterledigt werden muss. Bei
vielen Kolleginnen und Kollegen ist die Grenze der Belastbarkeit
nicht nur erreicht, sondern überschritten." Pauxberger ortet eine
starke Zunahme von Burnout-Fällen. "Schon im Normalbetrieb ist die
Belastung enorm. In den letzten zehn Jahren wurden 800 Posten
eingespart, weitere 880 sollen folgen - und das bei einem
Personalstand von rund 6.500 Personen in der gesamten
Schulverwaltung. Im internationalen Vergleich ist die Ausstattung der
österreichischen Schulen mit Support-Personal zum Weinen", belegt
Pauxberger mit einem Verweis auf die TALIS-Studie. (Siehe
www.bifie.at/public/buch/1053/gross/2-10.gif)
Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, schlägt
in dieselbe Kerbe: "Um bloß zum internationalen Durchschnitt
aufzuholen, würden wir an Österreichs Schulen zusätzlich 13.500
vollbeschäftigte Fachleute zur administrativen und pädagogischen
Unterstützung benötigen. Um die Rahmenbedingungen des von BM Schmied
immer als Vorbild genannten Skandinavien zu erreichen, müssten sogar
23.500 Personen eingestellt werden." Tatsächlich mache BM Schmied das
genaue Gegenteil. "Posten werden ganz einfach nicht nachbesetzt."
Schon bei "normaler" Besetzung ist die Arbeit jedoch kaum zu
bewältigen. "Nach den sehr engen Vorgaben des BMUKK bekommt eine
Schule für 1.000 Schüler und 100 Lehrer, also für einen Betrieb mit
1.100 Beschäftigten, zwei Sekretärinnen zur Bewältigung des
administrativen Aufwands. In der Praxis wird aber nicht einmal das
eingehalten", kritisiert Quin. Schulen im Aufbau müssen lange Zeit
überhaupt ohne Verwaltungspersonal auskommen, obwohl ihnen das
zustünde.
"Schulsekretärinnen sind hochqualifizierte Mitarbeiterinnen. Laut
Arbeitsplatzbeschreibung obliegt ihnen u. a. die Durchführung
sämtlicher Budgetangelegenheiten, die selbstständige Führung des
Sekretariats, die ordnungs- und fristgerechte Abwicklung aller
Zahlungs- und Verrechnungsangelegenheiten, die Organisation der
Schulraumüberlassung sowie die Erstellung der Verträge für
Fremdnutzungen und vieles andere mehr", betont Jürgen Rainer,
Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD. "Diese Tätigkeiten
können nicht so einfach von irgendjemand anderem übernommen werden -
und schon gar nicht zusätzlich!" Der Aufnahmestopp bezieht sich aber
auch auf Helferinnen in den Übungskindergärten der
Bundesbildungsanstalten für Kindergartenpädagogik. "Ein
ordnungsgemäßer Schulbetrieb ist in diesen Fällen nicht mehr möglich.
Die direkt Betroffenen sind die Kindergartenkinder und die
Schülerinnen, deren Ausbildung massiv darunter leidet", empört sich
Rainer.
Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbandes der
Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, sieht
eine deutliche Qualitätsminderung durch fehlendes
Verwaltungspersonal. "Die Betreuung und Beratung von Schülern,
Lehrern und Eltern in Schul-und Verwaltungsangelegenheiten gehört zu
den Aufgaben der Schulsekretärinnen. Sie sind meist die ersten
Ansprechpartner für Eltern in der Schule. Personalmangel führt zu
Einschränkung der Sekretariatsstunden, eingeschränkter telefonischer
Erreichbarkeit und insgesamt zu schlechterem Service etwa bei der
finanziellen Abwicklung von Schulveranstaltungen", beklagt
Saverschel. "Kein Dienstleistungsbetrieb kann es sich leisten, im
direkten Kundenkontakt zu sparen. Das würde jede Firma in den Konkurs
treiben."
Pauxberger, Quin, Rainer und Saverschel betonen gemeinsam: "Es
kann wohl nicht am fehlenden Geld liegen, wenn man einen Blick ins
Ministerbüro von Claudia Schmied wirft." Erst vor wenigen Tagen ist
die Position eines dritten (!) Pressesprechers nachbesetzt worden,
und neben zahlreichen Mitarbeitern, die für einzelne Bereiche
zuständig sind, stehen BM Schmied noch acht Sekretärinnen und
Sekretäre zur Verfügung. "Diese würden an den Schulen dringender
gebraucht, sind doch fast hundert Planstellen von Schulsekretärinnen
im Bundesschulbereich nicht besetzt. Die Entlastung der Schulen muss
oberste Priorität haben!", so die vier Schulpartner abschließend.
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