Neues Volksblatt: "Größter Trumpf" von Markus EBERT
Ausgabe vom 14. Februar 2013
Linz (OTS) - Es muss manchen schon ein ziemlicher Dorn im Auge sein,
dass Oberösterreich mit stetig steigendem Nachdruck auf einer
Medizinischen Fakultät an der Linzer Kepler Universität beharrt.
"Österreich hat die höchste Ärztedichte in ganz Europa" titelte
gestern eine Wiener Zeitung, um dann auch eine Expertin zu bemühen,
die feststellen durfte: "Der Ärztemangel ist ein Mythos".
Fakt ist, dass in Oberösterreichs Spitälern mittlerweile 80
Arztstellen nicht zu besetzen sind, dass österreichische Mediziner
ins Ausland abgeworben werden, dass Oberösterreich eben aufgrund
einer fehlenden Ärzteausbildung im eigenen Bundesland akademisches
Potenzial verliert (in das bis zur Matura aber schon investiert
wurde) und dass eine sich demografisch stark wandelnden Gesellschaft
kaum mit weniger Medizinern auskommen wird. Selbst die gerade aus dem
Mund der affärengebeutelten Salzburger SPÖ-Landeshauptfrau kurios
klingende Behauptung, dass eine Medizinische Fakultät in OÖ "hohe
Summen verschlingen werde", ist kein Gegenargument. Denn in den
ersten zehn Jahren tragen erstens den Großteil der Kosten Land und
Gemeinden, weil man sich das zweitens leisten kann und will. Und
während man bei der privaten Salzburger Medizin-Uni privaten Gönnern
zu Dank verpflichtet ist, hat OÖ aus dem Projekt Mediziner-Ausbildung
ein gemeinsames Anliegen aller gemacht - was wohl der größte Trumpf
ist.
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