• 12.02.2013, 12:03:28
  • /
  • OTS0119 OTW0119

Auer: Konsequenz aus Fleischbetrug - Herkunftskennzeichnung überfällig

Stöger muss sich in Brüssel im Interesse der Konsumenten durchsetzen

Utl.: Stöger muss sich in Brüssel im Interesse der Konsumenten
durchsetzen =

Wien (OTS) - "Lebensmittel egal woher - Hauptsache billig. Dass die
Geizhals-Mentalität kombiniert mit den jetzigen Kennzeichnungsregeln
gefährlich werden kann, beweist der aktuelle Betrugsfall mit
Pferdefleisch", sieht Bauernbund-Präsident Jakob Auer einen klaren
Zusammenhang zwischen Industrieproduktion und immer wieder
auftauchenden Lebensmittelskandalen. "Solchen Betrügereien" - dass
rumänisches Pferdefleisch in Großbritannien sowie Frankreich, Irland
und Schweden als Rindfleisch verkauft werden kann - "gehört ein
Riegel vorgeschoben. Die Verbraucher haben ein Recht auf klar
nachvollziehbare Herkunftsangaben", verweist Auer darauf, dass der
Bauernbund in den vergangenen Jahren "zigmal die Einführung einer für
die gesamte EU verpflichtenden Herkunftskennzeichnung" gefordert
habe. Herkunft bedeute zu Recht für viele Konsumenten Qualität und
Sicherheit. Deshalb müsse diese "lückenlos deklariert werden",
verlangte der Bauernbund-Präsident. "Wo Österreich draufsteht, muss
Österreich drin sein. Es liegt an Gesundheitsminister Alois Stöger,
endlich umzusetzen, dass Konsumenten die Herkunft eines
landwirtschaftlichen Produktes nachvollziehen können", so Auer.

Lücken beim Konsumentenschutz in Brüssel

"Die Konsumenten wollen keine Geheimniskrämerei bei der Herkunft
mehr. Leider ist die EU-Verbraucherinformationsverordnung auf halbem
Weg stehen geblieben. Nach wie vor ist die Herkunft bei Milch und
Fleischerzeugnissen ein Geheimnis. Damit muss Schluss sein", fordert
Auer Bundesminister Stöger dazu auf, den aktuellen Fall zum Anlass zu
nehmen, um im EU-Rat endlich einen europaweiten Konsens bei den
verpflichtenden Herkunftsangaben (Place of Farming-Labelling) zu
erzielen.

"In Brüssel prallen Konzernlobbyisten auf die Interessen der
Bäuerinnen und Bauern. Wir stellen uns unserer regionalen
Verantwortung für sichere Lebensmittel - die Konzerne verlangen
uneingeschränkten Warenfluss", verweist Auer auf einen
Interessenkonflikt, der nicht nur der Landwirtschaft, sondern vor
allem auch den Verbrauchern schade. Deshalb "müssen wir ein
schärferes Auge auf das Lebensmittelkontrollwesen werfen" und es
müsse Konsequenzen aus derartigen industriellen Betrugsfällen geben.
"Je stärker sich die Branche entwickelt, desto schlagkräftiger müsse
auch die Kontrolle agieren. Der Bauernbund wird im Interesse der
vielen österreichischen Produzenten und Direktvermarkter, die
lückenlos teils peinlichsten Kontrollen ausgeliefert sind, darauf
schauen, dass die Vollzugs- und Kontrollorgane der
Lebensmittelaufsicht effizient zusammenarbeiten", so der
Bauernbund-Präsident.

Auch verarbeitete Ware muss gekennzeichnet werden

Umfassen sollte die Herkunftskennzeichnung nicht nur
Rohstoffprodukte wie Fleisch, sondern auch Milch beziehungsweise
Milchprodukte, Fleischwaren und verarbeitete Erzeugnisse, die über
den Lebensmittelhandel oder die Gastronomie zum Verbraucher kommen.
"Wenn ich mir an einer Theke eine Lasagne bestelle, dann will ich
wissen, ob Zutaten wie das Faschierte oder der Käse aus Österreich
stammen oder eben nicht. Dieses grundlegende Recht des Verbrauchers
sollte endlich EU-gesetzlich berücksichtigt werden - ohne
Schlupflöcher und Hintertüren", will sich Auer abschließend dafür
einsetzen, dass verarbeitete Ware gekennzeichnet wird.
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel