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OTS0116   12. Feb. 2013, 12:01

ORF-Premiere für Nikolaus Leytners "Die Auslöschung"

Topbesetzter ORF/SWR-Fernsehfilms mit Klaus Maria Brandauer und Martina Gedeck


Klaus Maria Brandauer, Martina Gedeck und Nikolaus Leytner - eine Traumbesetzung, perfekt inszeniert. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Liebesfilm, der nicht an der Oberfläche kratzt, sondern tief unter die Haut geht. In der ORF-Premiere von "Die Auslöschung" - zu sehen am Mittwoch, dem 13. Februar 2013, um 20.15 Uhr in ORF 2 - erzählt Leytner mit viel Feingefühl die Geschichte einer großen Liebe, die durch die Diagnose Alzheimer komplett auf den Kopf gestellt wird. An der Seite von Brandauer und Gedeck spielen in weiteren Rollen Birgit Minichmayr und Philipp Hochmair (beides ehemalige Schüler von Klaus Maria Brandauer) sowie Regina Fritsch, Carl Achleitner und Andreas Kiendl. Das Drehbuch stammt von Regisseur Nikolaus Leytner und Agnes Pluch. Für die Kamera zeichnet Hermann Dunzendorfer verantwortlich.

Klaus Maria Brandauer: "Unser Film ist eine hinreißende Liebesgeschichte"

"Die Beschäftigung mit dieser Krankheit hat mir insgesamt sehr gut gefallen, weil man nie weiß, ob man nicht in einen ähnlichen Zustand kommt. Der Film ist aber nicht nur eine Geschichte über die Krankheit - sie ist nur das Transportmittel. Unser Film ist eine hinreißende Liebesgeschichte, die natürlich dadurch verstärkt wird, dass einer von beiden krank ist", zeigt sich Oscar-Nominee und Golden-Globe-Preisträger Klaus Maria Brandauer, der die Rolle des mit der Diagnose Alzheimer konfrontierten Kunsthistorikers Ernst übernimmt, begeistert von der Geschichte. "Wir machen Fernsehen, und wir haben einen gewissen Bildungsauftrag. Es ist nicht verkehrt, dass man einen Film über Liebe macht. Er ist nicht pathetisch und hoffentlich ohne jegliches Mitleid, aber mit viel Mitgefühl. Unsere Geschichte ist anders gestrickt: Sie zeigt Zuneigung, Liebe, das Beieinander-bleiben-Wollen, aber auch, wie schwer das ist."

Martina Gedeck: "Die Brisanz des Themas interessiert uns alle sehr"

Hauptdarstellerin Martina Gedeck, die die Lebensgefährtin von Ernst spielt, über die Handlung des Dramas: "Es geht in der Geschichte darum, dass sie sich kennenlernen, verlieben, sich dann nach einigen Monaten entscheiden zusammenzuleben - und dann wird die Krankheit bei ihm diagnostiziert. Die beiden erleben dann den Verlauf der Krankheit gemeinsam. Die Geschichte zieht sich über sieben Jahre, und man merkt schon eine große Veränderung bei dem Menschen. Er ist anfangs eine sehr imposante Gestalt, ein Mann, der sehr bekannt ist, ein großer Kunstwissenschafter. Er ist ein sehr charismatischer Mann, der dann eben durch die Krankheit immer mehr auf das Wesentliche reduziert wird. Schauspielerisch ist das ganz besonders toll und sehr aufregend für uns. Es birgt viele schauspielerische Möglichkeiten, und dazu kommt noch die Brisanz des Themas, die uns alle sehr beschäftigt."

Die moralische Wirkung der Geschichte ist ihr ebenfalls sehr wichtig: "Ich glaube, es ist immer gut, wenn man sich vor Augen hält, dass gewisse Dinge einfach vergehen und dass es im Leben auch so etwas wie Ohnmacht und Schwäche gibt. Deswegen sollte man einen Menschen nicht fallen lassen oder die Augen davor verschließen. Wir sind ja in einer Gesellschaft, in der der starke, kräftige und schöne Mensch der einzige ist, der zählt - es gibt aber auch das Gegenteil davon, und zwar bei fast allen Menschen, wenn man so in ihre Leben hineinschaut. Und da sollte man die Augen nicht verschließen, sondern sich gegenseitig helfen. Insofern ist dieser Film sehr wichtig."

Martina Gedeck über Klaus Maria Brandauer: "Ich habe mich immer aufgehoben gefühlt"

Besonders die Zusammenarbeit mit Klaus Maria Brandauer war für Martina Gedeck unvergesslich: "Abgesehen von seiner Spielfreude ist es einfach das füreinander Dasein, was mich an Klaus Maria Brandauer so beeindruckt. Ich habe mich immer aufgehoben gefühlt. Ich war immer eingebettet und umgeben von seiner Aufmerksamkeit, seinem Können und seiner Lust am Spiel. Ich hab da eigentlich nur reagieren müssen, und das hab ich gerne gemacht." Und auch Klaus Maria Brandauer streut seinen Kollegen Rosen: "Ich hatte kein Konzept für diese Arbeit. Mich hat das Thema interessiert und ich wusste, dass ich mir von der Besetzung viel erhoffen und erwarten darf, zwei meiner Schüler - Hochmair und Minichmayr - waren dabei und sind ganz fantastisch. Und Martina Gedeck sowieso. Mit ihr will ich schon seit 30 Jahren was machen. Und dann hat uns durch Zufall dieses Drehbuch beide getroffen und das ist herrlich."

"heute leben" über Alzheimer in ORF 2

Anlässlich der ORF-Premiere am Mittwoch, dem 13. Februar, berichtet "heute leben" um 17.30 Uhr in ORF 2 rund um das Thema Alzheimer.

Mehr zum Inhalt

Als Judith Fuhrmann (Martina Gedeck) den Kunsthistoriker Ernst Lemden (Klaus Maria Brandauer) kennenlernt, erobert der scharfsinnige Intellektuelle ihr Herz mit Witz und Wortgewandtheit im Sturm. Zunächst scheint alles perfekt. Kurze Zeit später ziehen beide zusammen und planen ein gemeinsames Leben. Doch Ernst verändert sich zunehmend. Er zieht sich immer mehr in sich zurück und wirkt zerstreut. Anders als früher muss er nicht mehr jedes Gespräch dominieren, hat seinen fast zwanghaften Hang zum Widerspruch verloren. Judith beginnt, sich Sorgen zu machen. Ernst lässt sich untersuchen. Die Diagnose ist niederschmetternd: Alzheimer. Noch wiegt dieses Wort schwerer als die Symptome, die er hat. Doch unaufhaltsam nistet sich die tückische Krankheit ein, ganz sachte, unaufgeregt, aber irgendwann nicht mehr zu verbergen. Ernst stellt sich seiner Krankheit und beginnt zu recherchieren. Seine Tochter Katja (Birgit Minichmayr) und ganz besonders sein Sohn Theo (Philipp Hochmair), für die Ernst ihr Leben lang eine starke und autoritäre Vaterfigur war, sind mit der Situation völlig überfordert. Allmählich bemerkt Ernst den Verfall immer mehr. In der Gewissheit, dass er nicht allein ist, konfrontiert er sich mit den Konsequenzen.

"Die Auslöschung" ist eine Produktion der Mona Film in Zusammenarbeit mit dem ORF und dem SWR für das Erste, unterstützt durch den Fernsehfonds Austria und die Fernsehfilmförderung des Filmfonds Wien.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
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Katharina Nürnberger
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