• 11.02.2013, 11:28:39
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Mitterlehner/Leitl: "Österreichs Kreativwirtschaft ist weiter im Aufwind"

Wirtschaftsminister und WKO-Präsident stellen 5. Kreativwirtschaftsbericht vor - Mitterlehner startet neuen Kreativwirtschaftsscheck für KMU im Wert von je 5.000 Euro

Utl.: Wirtschaftsminister und WKO-Präsident stellen 5.
Kreativwirtschaftsbericht vor - Mitterlehner startet neuen
Kreativwirtschaftsscheck für KMU im Wert von je 5.000 Euro =

Wien (OTS/BMWFJ) - "Die Kreativwirtschaft ist mehr denn je ein
wichtiger Erfolgsfaktor für den Standort Österreich, weil sie neue
Märkte und Wachstumschancen eröffnet. Das leben die 38.400
Unternehmen mit ihren 130.500 Beschäftigten tagtäglich vor", sagte
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am Montag bei der
gemeinsamen Präsentation des 5. Österreichischen
Kreativwirtschaftsberichts mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph
Leitl. "Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die
Performance der Branche überdurchschnittlich. Von 2008 bis 2010 ist
die Zahl der Unternehmen mit sechs Prozent drei Mal stärker gewachsen
als in der Gesamtwirtschaft. Das zeigt die Dynamik der Branche", so
Mitterlehner.

"Österreich ist nicht umsonst bei Dienstleistungen Weltspitze",
betonte WKÖ-Präsident Leitl. "Hier halten wir weltweit den achten
Rang bei Dienstleistungsexporten. Auf diese Stärke müssen wir setzen.
Kreativleistungen sind ein wichtiger Wettbewerbs- und Standortfaktor,
und der internationale Wettbewerb wird sich in Zukunft auf dem Feld
der Kreativität entscheiden. Die Kreativwirtschaft hat die Chance, zu
einem Zugpferd zu werden und damit die Gesamtexporte zu stärken", so
Leitl.

Neuer Kreativwirtschaftsscheck gestartet

"Wir wollen vor allem die Kooperationen zwischen der
Kreativwirtschaft und den Klein- und Mittelbetrieben anderer Branchen
noch stärker unterstützen, um einen Mehrwert für deren Innovationen
zu schaffen", so Mitterlehner weiter. Auf Initiative Mitterlehners
ist daher ab sofort der neue Kreativwirtschaftsscheck im Wert von
5.000 Euro abrufbar. "Unser Scheck bietet innovativen Klein- und
Mittelbetrieben einen zusätzlichen Anreiz für die Zusammenarbeit mit
Kreativen. Wir wollen damit die Nachfrage nach
kreativwirtschaftlichen Leistungen weiter erhöhen und auch regional
verbreitern. Gerade im ländlichen Raum gibt es noch besonders viel
Potenzial", sagt Mitterlehner zu dem vom Wirtschaftsministerium mit
1,5 Millionen Euro finanzierten Angebot der Austria Wirtschaftservice
(aws).

Der Scheck adressiert jedes KMU, das ein Innovationsvorhaben plant
und dazu für Ideengenerierung, Entwicklung oder Umsetzung Leistungen
aus den Bereichen Design, Architektur, Werbewirtschaft, Grafik und
ähnlichem sucht. Nach einem erfolgreichen, EU-geförderten
Pilotprojekt in Salzburg ist Österreich das erste Land, das einen
solchen Scheck flächendeckend anbietet. Damit unterstützt das
Wirtschaftsministerium die Kreativwirtschaft derzeit stärker denn je,
im Rahmen des evolve-Programms stehen heuer insgesamt 7,5 Millionen
Euro zur Verfügung.

Die Wirtschaftskammer begrüßt die Initiativen des
Wirtschaftsministeriums wie die erfolgreiche Initiative "evolve" und
den Kreativscheck. Um die Finanzkraft der vor allem durch EPU und KMU
geprägten Kreativwirtschaft zu stärken, wünscht sich Leitl so wie
Mitterlehner eine rasche Umsetzung der "Gmbh Neu". Zugleich hat die
Junge Wirtschaft der WKÖ eine Expertengruppe zu Rahmenbedingungen für
alternative Finanzierungsformen und Crowdfinancing initiiert.

Der 5. Kreativwirtschaftsbericht im Überblick

Jedes zehnte Unternehmen (38.400) in Österreich gehört inzwischen der
Kreativwirtschaft an, diese umfasst die Bereiche Architektur, Design,
Musik, Buch und künstlerische Tätigkeit, Radio & TV, Software &
Games, Verlage, Video & Film sowie Werbung. In den vergangenen Jahren
hat sich die Branche als krisenfest erwiesen. Die Umsätze der
Kreativunternehmen sind in den schwierigen Wirtschaftsjahren 2008 bis
2010 zwar um etwa ein Prozent auf 18,2 Milliarden Euro
zurückgegangen, das Minus in der Gesamtwirtschaft fiel jedoch mit
mehr als fünf Prozent deutlich höher aus. Die Bruttowertschöpfung zu
Faktorkosten lag im Jahr 2010 bei 6,9 Milliarden Euro. Somit trug die
Kreativwirtschaft jeweils rund drei Prozent zu den Umsätzen sowie der
Bruttowertschöpfung der Wirtschaft bei.

Auffällig ist auch, dass Kreativwirtschaftsunternehmen im
Durchschnitt - relativ betrachtet - höhere Gewinne als die
Gesamtwirtschaft schaffen, wie der Bericht zeigt. Im Jahr 2010/11
konnten die bilanzierenden Kreativwirtschaftsunternehmen eine
durchschnittliche Umsatzrentabilität in Höhe von 5,5 Prozent
erwirtschaften (Gesamtwirtschaft: 3,4 Prozent). 71 Prozent erzielten
positive Betriebsergebnisse.

In Bezug auf den Standort zeigt sich, dass nach Wien (42 Prozent) die
meisten Unternehmen der Kreativwirtschaft in Niederösterreich
ansässig sind. 15 Prozent aller heimischen
Kreativwirtschaftsunternehmen (das sind rund 5.600 Unternehmen)
hatten im Jahr 2010 ihren Standort in diesem Bundesland. Jeweils rund
10 Prozent der Kreativwirtschaftsunternehmen waren in Oberösterreich
(ca. 3.900 Unternehmen) und in der Steiermark (ca. 3.800 Unternehmen)
angesiedelt. Dabei sind kreativwirtschaftliche Unternehmen vorrangig
in und um Landeshauptstädte angesiedelt. Rund 62 Prozent arbeiten im
urbanen Raum.

Der Fünfte Österreichische Kreativwirtschaftsbericht wurde im Auftrag
der creativ wirtschaft austria der WKÖ mit Unterstützung der
evolve-Initiative des Wirtschaftsministeriums erstellt. Der neue
Bericht ist ab sofort unter www.bmwfj.gv.at (in der Rubrik "Presse"
im Anschluss an diesen Text) sowie www.creativwirtschaft.at als
Download verfügbar.

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