- 06.02.2013, 09:01:27
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Geschäftserwartungen ziehen OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa leicht nach oben
Aktuelle Geschäftslage auf Vorquartals-Niveau - Verbesserte Konjunkturerwartungen
Utl.: Aktuelle Geschäftslage auf Vorquartals-Niveau - Verbesserte
Konjunkturerwartungen =
Wien (OTS) - Die Jänner-Erhebung des OeKB Geschäftsklima-Index
Mittelosteuropa deutet auf eine leichte Verbesserung der
Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten in der Region hin.
Die befragten Direktinvestoren sehen die aktuelle Performance ihrer
Niederlassungen zwar noch auf dem Niveau des Vorquartals, die
Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Geschäftsentwicklung sind
etwas optimistischer als noch im Oktober 2012.
Der quartalsweise errechnete Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
der Oesterreichischen Kontrollbank basiert auf den Einschätzungen und
Erwartungen von rund 400 Headquarter, die von Österreich aus ca.
1.500 MOE-Beteiligungen steuern. Für die aktuelle Befragung liegt der
Indexwert des Geschäftsklimas (2007=100) mit 83,4 etwas über dem
Oktober-Wert von 82,2. Die Direktinvestoren haben vor allem ihre
Erwartungen für die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs
Monaten hochgeschraubt. So steigt der Indexwert der
Geschäftserwartungen von 80,9 im Oktober auf 83,7 im Jänner. Die
Aktuelle Geschäftslage ihrer MOE-Beteiligungen bewerten die
Headquarter hingegen im Vergleich zum Oktober unverändert: Der
Jänner-Wert bleibt mit 83,2 exakt auf dem Niveau von Oktober 2012.
Zur Grafik:
http://www.ots.at/redirect/infografik
Verbesserte Konjunkturerwartungen
Optimistischer als Ende 2012 fallen laut aktueller Erhebung die
Einschätzungen der Direktinvestoren zum Konjunkturverlauf in den
kommenden zwölf Monaten aus. Der betreffende Index steigt im Jänner
auf 79,8 (Oktober 75,6). Bemerkenswert ist, dass die befragten
Headquarter für die betrachteten Staaten der Region eine positivere
Konjunkturerwartung hegen als im Quartal davor. Eine Verbesserung der
Wirtschaftsentwicklung wird insbesondere in Russland, Rumänien sowie
in Polen erwartet.
Etwas positiver als noch vor drei Monaten äußern sich die
Befragungsteilnehmer im Jänner auch bezüglich des Ausbaus bestehender
Beteiligungen: Der Index der Erweiterungsinvestitionen für MOE
insgesamt liegt mit 86,8 etwas über dem Oktober-Wert (85,5) und weist
damit auf eine vorsichtige Expansion in der Region hin. Konkret
sollen in den nächsten zwölf Monaten 15 % der
Unternehmensbeteiligungen ausgebaut werden, 9 % stehen vor einem
Abbau und rund 76 % der Standorte bleiben unverändert.
Auffallend sind dabei die regionalen Unterschiede: Vor allem in
Russland, in Polen und in der Ukraine soll die künftige Marktpräsenz
erhöht werden, während sie in Bulgarien und in geringem Ausmaß auch
in Bosnien-Herzegowina, in Kroatien und in Slowenien zurückgefahren
werden soll.
Bereitschaft für Neuinvestitionen geht weiter zurück
Die Bereitschaft der Direktinvestoren zur Erschließung neuer
Märkte ist im Jänner 2013 neuerlich gesunken und erreicht mit
insgesamt 30 für die Region geplanten Markteintrittsprojekten den
tiefsten Stand seit Jänner 2011 (29 Neuinvestitionsprojekte). Zum
Vergleich: In den wirtschaftlichen "Boom-Jahren" 2007 und 2008 wurden
von den Headquarter für die Region Mittelosteuropa bis zu 187 neue
Projekte geplant. Offenbar konzentrieren sich die Direktinvestoren
bei ihren Investitionsstrategien momentan eher auf ihre bestehenden
Niederlassungen. Wichtigste Zielländer für Neuinvestitionen sind
Serbien und die Ukraine. Jeweils 13 % der Markteintrittsprojekte
sollen in diesen beiden Ländern realisiert werden.
Rumänien hängt Bulgarien ab
Äußerst unterschiedlich werden von den Erhebungsteilnehmern die
Zukunftsperspektiven ihrer Beteiligungen in den beiden Nachbarländern
Rumänien und Bulgarien eingeschätzt. Während die Erhebungsergebnisse
zur Aktuellen Geschäftslage für beide Länder jeweils unter den
Oktober-Werten liegen, sind die Geschäftserwartungen für Rumänien
sehr positiv, für Bulgarien eher verhalten.
Die Wirtschaftsentwicklung in Rumänien wird im Jänner von den
Direktinvestoren, auch auf Grund der seit den Wahlen im Dezember 2012
gestiegenen politischen Stabilität, deutlich freundlicher beurteilt
als in Bulgarien, das erst im Frühsommer ein neues Parlament wählen
wird.
Der Optimismus in Bezug auf Rumänien schlägt sich vor allem in den
Indexwerten zu Geschäftserwartungen und Konjunktur nieder: Der Index
der Geschäftserwartungen steigt im Jänner, verglichen mit der letzten
Erhebung, von 77,2 auf 83,2, der Konjunkturindex klettert von 72,9
auf 78,2. Für Bulgarien sind die Befragungsergebnisse deutlich
weniger erfreulich. So erhöht sich der Wert für den
Konjunkturindikator lediglich geringfügig von 65,4 auf 65,8, der Wert
für den Indikator der Geschäftserwartungen fällt von 78,0 auf 77,6.
Stimmungstief in der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft
Eine deutliche Abwärtsentwicklung ist für die Energie- und
Wasserversorgungswirtschaft zu bemerken. Sie reiht sich im
Branchenvergleich sowohl bei der Aktuellen Geschäftslage, als auch
bei den Geschäftserwartungen und demgemäß beim Geschäftsklima am
unteren Ende der Ranglisten ein. Vor allem die Aktuelle Geschäftslage
wird von den Befragungsteilnehmern deutlich schlechter eingestuft als
noch im Oktober 2012. Der entsprechende Indikator sinkt von 73,7 auf
67,2 und markiert damit einen neuen Tiefstand seit Beginn der
Geschäftsklima-Erhebungen im Frühling 2007. Per Saldo haben sich
jedoch die Geschäftserwartungen für die Energie- und
Wasserversorgungswirtschaft leicht verbessert. Daher liegt der
Indikator für das Geschäftsklima im Jänner nur wenig unter dem Wert
von Oktober 2012. Hinsichtlich der Konjunkturerwartungen sind die
Energie- und Wasserversorger zu Jahresbeginn 2013 pessimistischer als
noch vor drei Monaten. Demgemäß wird für 44 % der Unternehmen vor Ort
eine Verkleinerung oder ein Abbau in Betracht gezogen, lediglich 9 %
der Beteiligungen stehen vor einem Ausbau.
Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf
vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400
Entscheidungsträgern von MOE-Headquarter mit Sitz in Österreich, die
zu rund 1.500 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa
befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.
Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet
differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
unter anderem. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in
einzelnen Ländern Mittelosteuropas und in der Gesamtregion
ermöglichen.
Über die OeKB
Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist
Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für
Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken
den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen
Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und
Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur
Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in
Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete
Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.
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