Integral-Umfrage: ÖsterreicherInnen lehnen Beschneidung ab

Wien (OTS) -

  • Mehr als die Hälfte wollen religiöse Beschneidung Minderjähriger bestrafen
  • Fast niemand würde sein Kind religiös beschneiden lassen
  • Große Mehrheit verlangt Schutzalter von 16

Heute jährt sich zum 10.Mal der "Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung". Aus diesem Anlass hat die Initiative gegen Kirchenprivilegien eine repräsentative Umfrage zur Beschneidung (n=500, Schwankungsbreite 1,9%) in Auftrag gegeben. Die Antworten zeichnen ein klares Bild:

Mehrheit verlangt Durchsetzung des Verbotes mit Strafen

Für 55% der Österreicherinnen ist die Beschneidung eine Körperverletzung, die bestraft werden sollte. Unter den 14 bis 19-Jährigen sind es sogar 68%. Im Bundesländervergleich ist die Ablehnung im Burgenland mit 82% deutlich am höchsten, gefolgt von der Steiermark (68%) und Niederösterreich mit 63%.

Fast niemand würde sein Kind religiös beschneiden lassen

89% der ÖsterreichInnen würden ihren minderjährigen Sohn nicht religiös beschneiden lassen, auch wenn dies ihre Religion vorschreibt, sondern ihm die Entscheidung nach Vollendung der Volljährigkeit selbst überlassen. Jugendliche zwischen 14-18 Jahren lehnen Beschneidung zu beinahe 100% ab. Im Bundesländervergleich führt das Burgenland, wo kein einziger Befragter seinen Sohn rituell religiös beschneiden lassen würde, gefolgt von Niederösterreich (95%), Salzburg (91%) und Vorarlberg (90%). "Schlusslicht" ist Wien, aber auch hier würden nur 13% ihren Sohn beschneiden lassen.

ÖsterreicherInnen fordern Schutzalter

Mehr als 2/3 der Befragten verlangen ein Schutzalter von mindestens 16 für die religiöse Beschneidung. Innerhalb der persönlich betroffenen Gruppe der 14 bis 19-Jährigen sind 80% für die Einführung des Schutzalters.

Bundesländerranking für ein Schutzalter:

Burgenland 82%
Salzburg und Vorarlberg 81%
Kärnten 80%
Steiermark 74%
Niederösterreich 72%
Oberösterreich 71%
Tirol 64%
Wien 57%

Justizministerin muss jetzt handeln

Für die Initiative gegen Kirchenprivilegien ist das Ergebnis ein deutliches Zeichen dafür, dass Kinderrechte in der österr. Bevölkerung einen weit höheren Stellenwert genießen als bei Politikern und religiösen Führern des Landes. "Das ist ein eindeutiger Auftrag an die Justizministerin: diese muss dafür sorgen, dass Buben genauso wie Mädchen vor genitaler Verstümmelung geschützt werden", fordert jetzt der Gynäkologe DDr. Christian Fiala. Erst unlängst hatte die Staatsanwaltschaft Wien Anzeigen wegen Körperverletzung gegen einen religiösen Beschneider zurückgelegt. Die Initiative gegen Kirchenprivilegien vermutet, dass es sich um eine Weisung aus dem Justizministerium gehandelt habe.

Beschneidung: Gemindertes Lustempfinden und Komplikationen

Die religiöse Beschneidung an Buben führt zu einer Verhornung der Peniseichel, das kann später zu Orgasmusproblemen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr - auch für die Partnerin- führen. Die wenigsten Betroffenen reden jedoch über dieses tabuisierte Thema. Auch die Vernarbungen können sexuelle Probleme nach sich ziehen. Zudem belegen Studien, dass es bei dieser Vorhautamputation zu Komplikationsraten von bis zu 10% kommt.

Eine Möglichkeit gegen religiöse Beschneidung von Babys und Kindern aufzutreten, ist das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien, wo gegen steinzeitliche Kirchensonderrechte und Subventionen sowie Vergünstigungen im Ausmaß von 3,8 Mrd EUR jährlich unterschrieben werden kann. Die Eintragungswoche zum Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien läuft vom 15.4 - 22.4 in ganz Österreich.

www.kirchen-privilegien.at

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