• 31.01.2013, 19:01:38
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"DER STANDARD"-Kommentar: "Weg mit dem Kassen-Speck" von Andrea Heigl

(ET 01.02.2013)

Utl.: (ET 01.02.2013) =

Wien (OTS) - Seine Gegner unterstellen Hansjörg Schelling so einiges
- mangelndes Selbstbewusstsein gehört nicht dazu. Dementsprechend
fällt die Bilanz des neuen alten Vorsitzenden des Hauptverbandes der
Sozialversicherungsträger aus: Kassen entschuldet, Gesundheitsreform
paktiert, Elektronische Gesundheitsakte auf Schiene. Außer Streit
steht, dass im Gesundheitssystem viele scheinbar unmögliche Dinge
möglich wurden; ob Schelling dafür alleinige Ehre gebührt - na ja.
Gut möglich, dass auch der Gesundheitsminister oder die Länder ihr
Scherflein beigetragen haben.

In Schellings ureigenstem Wirkungsbereich fielen einem schon
Verbesserungsmöglichkeiten ein. Zum Beispiel der Leistungskatalog -
bei dem Steigerungen jetzt wenigstens in Aussicht gestellt wurden.
Noch schwieriger wäre eine echte Verwaltungsreform, da muss man gar
nicht anfangen, von einer Zusammenlegung der 22 Kassen zu träumen.
Warum kann man zum Beispiel am 31. März und am 1. April zu
unterschiedlichen Hausärzten gehen, nicht aber am 1. April und am 30.
Juni? Immer noch wird quartalsweise abgerechnet, und Schelling sieht
es als Herkulesaufgabe, das zu ändern - unter Verweis auf die
Autonomie der Träger. Jemand mit seinem Selbstbewusstsein sollte doch
davor nicht zurückschrecken. Auch wenn die Headline
"Verrechnungssystem der Kassen umstrukturiert" nicht ganz so sexy ist
wie "Gesundheitsreform bringt elf Milliarden".

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PST

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