- 31.01.2013, 11:20:34
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Greenpeace: Industrie ist Trittbrettfahrer bei Ökostromausbau
Unternehmen profitieren von billigerem Strom, wollen aber nicht mit bezahlen
Utl.: Unternehmen profitieren von billigerem Strom, wollen aber
nicht mit bezahlen =
Wien (OTS) - Greenpeace kritisiert die Haltung der Industrie, nicht
für den Ökostromausbau mit zahlen zu wollen, obwohl sie kräftig davon
profitiert, dass Wind und Sonne zu niedrigeren Strompreisen führen.
Greenpeace verlangt, dass der Ausbau von Ökostrom - beispielsweise
durch ein Aufheben der Deckelung bei der Photovoltaik-Förderung -
beschleunigt wird, und dass die Kosten der Ökostromumlage fair
verteilt werden, wo Greenpeace die Kritik der Arbeiterkammer - wie
heute im Ö1-Morgenjournal formuliert - teilt. "Ökostrom macht den
Strom billiger, aber es kann nicht sein, dass nur die Industrie davon
profitiert", so Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.
Seit einigen Jahren führt der Ausbau von Ökostrom, allen voran
Windenergie und Photovoltaik, zu merkbar niedrigeren Börsenpreisen
für Strom. Grund ist freilich, dass Wind und Sonne keine Rechnung
schicken. Immer öfter kommt es so zu Situationen, wo an einem
sonnigen Tag um die Mittagszeit Strom zu Niedrigstpreisen angeboten
wird, wodurch die Börsenpreise sinken. Tendenziell sind die
Großhandelspreise für Strom in den letzten Jahren deutlich billiger
geworden. Hiervon profitiert vor allem die Industrie, da sie bei
ihren Lieferanten billigere Tarife verlangen kann. Die Preissenkungen
im Großhandel werden allerdings kaum an die Haushaltskunden
weitergeleitet, und ausgerechnet diese sind es, die über die
Ökostromzulage einen großen Beitrag am Ökostromausbau leisten.
Nichtsdestotrotz wettern Teile der Industrie gegen einen weiteren
Ökostromausbau, machen diesen verantwortlich für höhere Energielasten
und argumentieren mit dem internationalen Wettbewerb. Der wahre Grund
hierfür ist, dass es für die Industrie immer schwieriger zu
rechtfertigen ist, warum sie nicht einen fairen Beitrag zum
Ökostromausbau leisten. Stattdessen versuchen Großunternehmen von der
Politik Ausnahmereglungen zu bekommen, und als Teil der
Lobbyingkampagne wird jede Gelegenheit genutzt, gegen hohe
Energiekosten zu wettern.
In dasselbe Horn hat unlängst auch Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber
gestoßen. Sein Unternehmen tut sich immer schwerer mit den
Veränderungen am Markt, denn jeden Tag werden immer mehr Haushalte
von Stromkunden zu Stromproduzenten (Photovoltaik). Der Verbund hat
noch immer keine Antwort auf die neuen Herausforderungen gefunden,
und wird hierfür auch von Börsenanalysten kritisiert.
"Für die Politik wird es von Tag zu Tag schwerer zu erklären, warum
die Unternehmen von billigerem Ökostrom profitieren und die Haushalte
aber leer ausgehen und die Hauptlast der Energiewende tragen muss",
so Westerhof. "Wir müssen den Ökostromausbau verstärken und die
Industrie muss einen fairen Beitrag dazu leisten."
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