- 30.01.2013, 14:47:28
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Martin Walter im management club: "Compliance ist das Marketing der Rechtsabteilung"
Am 29. Jänner 2013 fand sich ein Podium von Experten im management club zusammen, um über das brisante Thema "Governance Compliance" zu diskutieren.

Utl.: Am 29. Jänner 2013 fand sich ein Podium von Experten im
management club zusammen, um über das brisante Thema
"Governance Compliance" zu diskutieren. =
Wien (OTS) - Compliance hat angesichts zahlreicher Korruptionsfälle
eine enorme Bedeutung für die Reputation des Wirtschaftsstandortes
Österreich. Der management club nahm sich deshalb dieses Themas an
und lud mit Mag. Heidrun Schöfnagel, Compliance Officer der
Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), Dr. Martin
Walter, Compliance Officer der Telekom Austria AG (TA) und Mag.
Heribert Donnerbauer, Rechtsanwalt und ehemaliger ÖVP-Justizsprecher
sowie Mitverhandler des Antikorruptionsgesetzes ein hochkarätiges
Panel ein, das sich den kritischen Fragen des Moderators Mag. Manfred
Kainz und des Publikums stellte.
Martin Walter zeigte sich überzeugt, dass ein Unternehmen
Integrität leben muss, d.h. als Teil der Gesellschaft nicht unlauter
handeln darf. Dabei sollen die Unternehmensziele und der
Unternehmenserfolg nicht mit dem Weg dorthin in Widerspruch stehen.
Die Telekom Austria hat die eigene Vergangenheit aufgearbeitet und
sich für die Zukunft aufgestellt. Dabei wurden klare und für alle
Mitarbeiter nachvollziehbare Verhaltensregeln geschaffen, was erlaubt
ist und was nicht. Nach einer Einführungsphase ist eine
Sensibilisierung bereits deutlich spürbar. Ein internes
Kontrollsystem hilft frühzeitig Missstände aufzuzeigen und
Fehlentwicklungen zu verhindern. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit,
offen oder anonymisiert, unlautere und korrupte Verhaltensweisen von
Mitarbeitern und Vorgesetzten zu melden.
"Früher musste man sich die Dinge mit sich selbst ausmachen -
heute geben Richtlinien Entscheidungshilfen", stellte Heidrun
Schöfnagel fest. Ihr ist es wichtig, dass Regeln nicht nur von der
Führungsebene festgelegt werden, sondern diese auch aus der
Belegschaft kommen und gelebt werden. Die Unternehmenskultur spielt
hier eine große Rolle. Compliance ist speziell für die FFG seit jeher
Thema, da man viele Fördergelder verteilt und in einem politiknahen
Bereich agiert. Durch innovative Lösungen kann man Korruption und
Beeinflussung hintanhalten. So werden traditionell z.B. persönlich
adressierte Weihnachtsgeschenke an FFG-Mitarbeiter bereits in der
Poststelle abgefangen und in einer Tombola verlost. Geschenke über
100 Euro werden generell zurückgeschickt. Anonymisierte Hinweise hält
sie für problematisch, wenn keine Rückfragemöglichkeit besteht, da
damit Vernaderung und Mobbing entstehen können. Allerdings findet man
im Intranet anonymisierte Fälle, um den Mitarbeitern und
Mitarbeiterinnen Hilfestellungen für kritische Situationen zu geben.
Heribert Donnerbauer verteidigte die beschlossenen strengen
Gesetze. Sie ermöglichen effiziente Kontrolle und
Handlungsanleitungen in komplexen Organisationen. "Insgesamt zahlt
sich Korruption nicht aus, im Gegenteil - sie kostet der
Volkswirtschaft sehr viel Geld.", ist sich Donnerbauer sicher. Was
früher üblich war, ist heute sowohl rechtlich als auch
gesellschaftlich geächtet. Klare und strenge Regeln helfen den
Betroffenen Missverständnisse zu vermeiden und schützen sie damit.
Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich sicher sein, dass alle gleich
behandelt werden und es sich nicht einige wenige richten können. Das
Gesetz beschneide die Repräsentationspflichten von Politikern nicht,
es stelle lediglich fest, was erwünscht ist und was nicht. Kriminelle
Handlungen können damit aber nie ganz verhindert werde, war man sich
letztlich einig.
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