- 30.01.2013, 12:35:06
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Wöginger: Mehr Selbstbestimmung und Flexibilität durch das Zeitwertkonto
Buder: Eine Erhöhung der Tagesarbeitszeit auf zwölf Stunden ist aufgrund der steigenden Arbeitsbelastung und dem Thema Burnout nicht zu verantworten.
Utl.: Buder: Eine Erhöhung der Tagesarbeitszeit auf zwölf Stunden
ist aufgrund der steigenden Arbeitsbelastung und dem Thema
Burnout nicht zu verantworten. =
Wien (OTS) - Als Antwort auf die aktuelle Diskussion rund um die
Verlängerung der Durchrechnungszeiträume und der Flexibilisierung der
Arbeitszeiten schlägt der ÖAAB ein Zeitwertkonto vor. Das ÖAAB-Modell
bietet die Möglichkeit, bestimmte arbeitsrechtliche Ansprüche, wie
z.B. Überstunden oder Zulagen auf ein Konto zu transferieren. Das
Geld soll analog zur Abfertigung neu in betrieblichen Vorsorgekassen
angespart werden.
"Dabei geht es im Wesentlichen um die Ansparung von Einkommens- und
Zeitbestandteilen im Erwerbsverlauf, um damit später phasenweise
Arbeitszeiten reduzieren zu können, ohne Einkommenseinbußen hinnehmen
zu müssen. Das Zeitwertkonto soll die persönliche Flexibilität von
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer heben und eine Selbstbestimmung
über die Umverteilung der Lebensarbeitszeit ermöglichen. Das Guthaben
kann für berufliche Auszeiten, für Kinderbetreuung, für Ausbildungen
oder bei persönlichen Notlagen genützt werden. Mittels betrieblicher
Vereinbarung und mit Zustimmung des Betriebsrats sollen die
angesparten Zeitguthaben auch in Krisenzeiten aufgebraucht werden
können, um die Mitarbeiter vor Kurzarbeit oder Kündigung zu
bewahren", so ÖAAB-Generalsekretär August Wöginger.
Für jene Menschen, die nicht bis 65 arbeiten können oder wollen, kann
diese Zeit etwa vor ihrem gesetzlichen Pensionsantritt konsumiert
oder in eine Zusatzpension umgewandelt werden. Das Zeitwertkonto wird
im Oberösterreichischen Landesdienst und beim Oberösterreichischen
Krankenhausträger GESPAG bereits erfolgreich praktiziert.
Verlängerung der Arbeitszeit kein Thema
Die Belastungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stiegen in
den vergangenen Jahren drastisch an. Spitzenreiter waren die Faktoren
"Termin- und Zeitdruck", "Verantwortungsdruck", "Psychische
Belastungen" und "zu hohes Arbeitsvolumen". Zudem ist die Belastung
durch Überstunden seit 2009 um 17 Prozent gestiegen. "Eine generelle
Verlängerung der Tagesarbeitszeit von zehn auf zwölf Stunden ist
angesichts dieser Belastungen für uns kein Thema. Zeitlich begrenzte
Sonderregelungen sind ohnehin schon jetzt über Betriebsvereinbarungen
und mit Zustimmung des Betriebsrats möglich" so der
ÖAAB-Bundesobfrau-Stellvertreter und Betriebsrat Thomas Buder und
weiter: "Wir sehen unser Modell des Zeitwertkontos als
Diskussionsbeitrag zum Thema Arbeitszeitflexibilisierung. Denn diese
Diskussion darf keine Einbahnstraße sein. Es muss auch an die
Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gedacht werden.
Unser Modell bietet Wahlfreiheit, Selbstbestimmung und verhindert den
Wegfall von Überstundenzuschlägen."
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