- 30.01.2013, 09:32:08
- /
- OTS0042 OTW0042
Bundesministerium für Gesundheit ignoriert Empfehlung der UNO hinsichtlich Kindergesundheit
Bislang keine Untersuchung des Bundesministeriums für Gesundheit bezüglich der rasant steigenden Verschreibungen von Psychopharmaka an Kindern
Utl.: Bislang keine Untersuchung des Bundesministeriums für
Gesundheit bezüglich der rasant steigenden Verschreibungen
von Psychopharmaka an Kindern =
Wien (OTS) - Die Bürgerkommission für Menschenrechte kritisiert, dass
trotz der Empfehlung des Ausschusses der UNO Kinderrechtskonvention,
Österreich solle das Phänomen der Über-Verschreibung von
Psycho-Stimulanzien für Kinder sorgfältig prüfen und Initiativen
ergreifen, keine sichtbaren Untersuchungen in dieser Richtung
initiiert wurden.
Wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung zu diesem
Thema hervorgeht, sieht Bundesminister Stöger im Gegenteil keinen
Handlungsbedarf, die Empfehlung der UNO bezüglich des Phänomens der
Über-Verschreibung von Psycho-Stimulanzien für Kinder sorgfältig zu
prüfen, sondern bezeichnet die Verschreibung von Psychodrogen an
Kinder "durchaus als moderat".
Eine skandalöse Aussage, wenn man sich den Verbrauch von
Methylphenidat laut den Fakten des International Narcotics Control
Board-INCB der UNO ansieht. Alleine in den Jahren 2005 bis 2009
erfuhr der Jahresbedarf eine Steigerung von 250% und der Verbrauch im
Jahre 2009 stieg von 42 kg auf einen Jahresschätzungsbedarf von 80kg
in 2011. Von einer "durchaus moderaten" Entwicklung kann hier nicht
die Rede sein.
Die Wahrheit ist, immer mehr österreichische Kinder werden mit
psychiatrischen Drogen behandelt, die schwerste Nebenwirkungen
aufweisen können.
Von der Bürgerkommission publizierten Statistiken und Informationen
zu Nebenwirkungen (siehe:
http://www.cchr.at/fakten/statistiken-kinder.html) geht hervor, dass
die Entwicklung der Verschreibung von Psychodrogen an Kinder nicht
"durchaus moderat" sondern äußerst bedenklich ist.
Während in der Schweiz eine großangelegte Untersuchung der
Zunahmen von Verschreibungen von Psychodrogen an Kinder durch das
Parlament selbst in die Wege geleitet wurde, hüllt sich der
österreichische Minister in Stillhaltetaktik und bezeichnet diese
extremen Steigerungen von Verschreibungen und Verbrauch als "durchaus
moderat", ohne eine konkrete Untersuchung auch nur anzudenken.
Laut Aussage des Bundesministers hat sich, Zitat: "gezeigt, dass
die multimodale Behandlung (Psychologie, Psychotherapie, Pädagogik,
eventuell Ergotherapie) am effektivsten in der ADHS-Behandlung ist,
wobei der psychologischen oder psychotherapeutischen Behandlung ein
besonderer Stellenwert zukommt." Also keine Rede von Psychopharmaka
und "effektiv".
Wie erklärt der Herr Bundesminister dann die Steigerung von
mehreren hundert Prozent der ADHS Psychodroge #1 Methylphenidat,
deren Verbrauch noch dazu als "durchaus moderat" benannt wird?
Während sich in Deutschland vermehrt die kritischen Stimmen gegen
eine psychiatrische Pathologisierung erheben (siehe auch Spiegel
Leitartikel "Die Psychofalle" 4/2013)und auch ADHS, Psychiatrie und
Psychopharmaka immer mehr ins schiefe Licht geraten, verschläft
Österreich die Chance, vehement gegen die galoppierende Verabreichung
von Psychodrogen an Kindern aufzutreten und rechtfertigt den
Verbrauch als "durchaus moderat".
Siehe auch http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20121108_OTS0073
und http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120817_OTS0014
Die Bürgerkommission für Menschenrechte fordert den Bundesminister
für Gesundheit auf, zu diesen vollkommen gegensätzlichen Fakten eine
Erklärung abzugeben und die Empfehlung der UNO an Österreich, die
galoppierende Verschreibung von Psychopharmaka bei Kindern zu
untersuchen und umzusetzen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BKM