• 23.01.2013, 12:29:57
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Mitterlehner: "Jugendstrategie macht aus Betroffenen Beteiligte"

Wirtschafts- und Jugendminister will Mitbestimmung von Jugendlichen in der Gesellschaft ausbauen, Berufsorientierung verbessern, Bewerbung und Jobsuche erleichtern

Utl.: Wirtschafts- und Jugendminister will Mitbestimmung von
Jugendlichen in der Gesellschaft ausbauen, Berufsorientierung
verbessern, Bewerbung und Jobsuche erleichtern =

Wien (OTS/BMWFJ) - "Unsere Jugendstrategie ist ein bewusst offen
gestalteter Prozess, mit dem wir aus Betroffenen Beteiligte machen
wollen. Unser Ziel ist es, nicht nur eine Politik für Jugendliche zu
machen, sondern vor allem gemeinsam mit ihnen", sagte Wirtschafts-
und Jugendminister Reinhold Mitterlehner am Mittwoch bei der Tagung
"Jugendstrategie - Ziele. Erfolge. Pläne" in der Urania. Als bereits
umgesetzte Maßnahme nannte Mitterlehner den seit 1. Jänner geltenden
Jugend-Check. "Damit müssen die Auswirkungen von neuen Gesetzen auf
Kinder und Jugendliche vorab bewertet und abgeschätzt werden. So
erweitert sich auch die übliche Erwachsenenperspektive", betonte
Mitterlehner. "Darüber hinaus haben wir ein neues
Medienkompetenzpaket umgesetzt, mit dem allein 2012 knapp 3.000
Jugendliche und Jugendarbeiter direkt erreicht worden sind."

Motor der Jugendstrategie ist das permanente Jugendscreening über
Fokusgruppen-Erhebungen, den repräsentativen Jugendmonitor sowie
mehrere Online-Befragungen. "Daraus leitet sich nicht nur der Wunsch
der Jugend nach einer stärkeren Mitbestimmung in der Gesellschaft ab,
sondern auch zum Beispiel der konkrete Bedarf an mehr Informationen
und Angeboten für Berufsorientierung, Bewerbung und Jobsuche", so
Mitterlehner. Neben einem entsprechenden BMWFJ-Förderschwerpunkt im
Jahr 2013 sollen daher auf Basis eines Pilotprojekts vor allem
informell und non-formal erworbene Kompetenzen im Berufsleben in
Zukunft stärker anerkannt werden. "Wir wollen damit auch das
freiwillige Engagement im Land fördern, weil gerade sozial und
gesellschaftlich engagierte Jugendliche Vorteile haben werden, wenn
'soft skills' im Berufsleben besser anerkannt werden", so
Mitterlehner.

Einbindung von Offener Jugendarbeit, Bundesjugendvertretung
und Bundesländern

"Obwohl Jugendarbeit in vielen Fällen kommunaler oder
Bundesländerkompetenz obliegt, ist es Minister Mitterlehner gelungen,
mit der Jugendstrategie jugendpolitisch und gesellschaftspolitisch
relevante Themen zu sammeln, zu verdichten und mit konkreten
Maßnahmen zu unterlegen, um somit auf nationaler Ebene eine
Stoßrichtung für die Weiterentwicklung der Jugendarbeit vor Ort
aufzuzeigen", betonte Sabine Liebentritt vom Bundesweiten Netzwerk
für Offene Jugendarbeit bei der Tagung. "In der Jugendstrategie
bündeln sich politische Herausforderungen mit der Expertise der
Offenen Jugendarbeit, der Jugendinformation und der BJV und werden
ergänzt mit aktuellen Forschungsergebnissen. Dies sichert
authentische Zielvorgaben und zeigt innovative und zugleich fachlich
fundierte nächste Schritte auf", so Liebentritt.

"Wenn wir die Lebensbedingungen und Perspektiven von jungen
Menschen verbessern wollen, müssen wir gemeinsame Lösungen suchen und
Jugendpolitik als Querschnittsmaterie behandeln, die alle angeht. Die
Jugendstrategie ist dazu ein wichtiger Schritt", sagte Johanna
Zauner, die Vorsitzende der Bundesjugendvertretung bei der Tagung.
"Das in der Jugendstrategie benannte Ziel, Jugend in allen
Politikbereichen sichtbar zu machen, ist für uns ein wichtiges
Vorhaben, um alle Ressorts in die Pflicht zu nehmen, wenn es um
Politik für und mit Kindern und Jugendlichen geht", so Zauner.

Die an der Tagung teilnehmenden Jugend-Landesräte Karl Wilfing
(Niederösterreich), Patrizia Zoller-Frischauf (Tirol) und Greti
Schmid (Vorarlberg) begrüßten die Strategie und berichteten über
eigene Maßnahmen sowie Kooperationschancen durch die Jugendstrategie.
"Jugendliche müssen gerade am Arbeitsmarkt alle Chancen haben und
sich in der Gesellschaft stärker beteiligen können", sagte Schmid.
"Unsere Erfahrung in Tirol ist, dass Jugendliche gerade auf der
Gemeindeebene sehr stark an politischen Prozessen interessiert sind.
Das wollen wir weiter unterstützen", sagte Zoller-Frischauf. Als
Best-Practice-Beispiel ergänzte Jugend-Landesrat Wilfing die in
Niederösterreich etablierten Jugend-Gemeinderäte in den Kommunen.
"Zudem haben wir flächendeckend Jugend-Coaches ins Leben gerufen", so
Wilfing.

Als laufender Prozess soll die österreichische Jugendstrategie
Ziele, Visionen und Maßnahmen in allen Bereichen umfassen, die für
Jugendliche wichtig sind. Die Handlungsfelder der Strategie
orientieren sich an jenen der europäischen Jugendstrategie und
reichen von Bildung, Beschäftigung und Unternehmergeist über
Gesundheit und Freiwilligentätigkeit bis hin zu Partizipation,
Kreativität und sozialer Integration. Grundpfeiler der Strategie ist
die laufende Befragung und Einbindung der Jugendlichen und ihrer
Vertreter.

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