- 23.01.2013, 11:16:40
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Pirklhuber: EU-Agrarausschuss muss Ökologisierung der Landwirtschaft vorantreiben
Grüne fordern 100 Mrd. für die ländliche Entwicklung in der Europäischen Union
Utl.: Grüne fordern 100 Mrd. für die ländliche Entwicklung in der
Europäischen Union =
Wien (OTS) - Anlässlich des heute und morgen in Brüssel tagenden
Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI)
fordert der Grüne Landwirtschafssprecher Wolfgang Pirklhuber: "Die
Ökologisierung der europäischen Landwirtschaft muss vorangetrieben
werden. Die von der Kommission vorgelegten Vorschläge für ein
'Greening' müssen verbessert und nicht verwässert werden. Die vom
Agrarausschuss vorgelegten Kompromissvorschläge zur Reform der
europäischen Agrarpolitik, die heute und morgen zur Abstimmung
stehen, sind aus ökologischer und sozialpolitischer Sicht
inakzeptabel. Wir benötigen in Europa eine Neuorientierung der
Agrarpolitik hin zu mehr Umwelt- und Tierschutz und weg von der
industriellen Agrarwirtschaft mit exzessiven Pestizideinsatz,
Monokulturen und Tierleid. Wenn wir diese Kehrtwende nicht schaffen,
bedeutet das das Ende der kleinen bäuerlichen Betriebe."
Zum Kommissionsvorschlag der Reform der Gemeinsamen Agrar-Politik
(GAP) liegen derzeit 7.500 Änderungsvorschläge vor. "Anstatt aus dem
Kommissionsvorschlag einen Fleckerl-Teppich zu machen, hätte ich mir
erwartet, dass das Parlament einen eigenen Vorschlag aus einem Guss
vorlegt. Eine Grüne Kernforderung darin wären 100 Milliarden Euro für
die ländliche Entwicklung, für Green-Jobs im ländlichen Raum und für
eine Wirtschaftsweise, die gesunde Lebensmittel erzeugt und dabei die
Umwelt, sowie die Tiere im Blick hat. Mit diesem Budget wäre die
Verdoppelung des biologischen Landbaus in Österreich und Europa durch
einen Bio-Aktionsplan möglich. Damit würden die Probleme im Klima-,
Tier-, Boden- und Wasserschutz endlich angegangen und die Erhaltung
und Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum gewährleistet",
sagt Pirklhuber.
Für die Grünen beseitigen die bisherigen Vorschläge die
Ungerechtigkeiten bei den Direktzahlungen nicht und tragen ebenso
wenig dazu bei, eine Akzeptanz für den hohen finanziellen
Mitteleinsatz bei der europäischen Bevölkerung zu schaffen. "Wenn
beispielsweise Betriebe über 30 ha drei Fruchtarten nachweisen müssen
und eine davon bis zu 80 Prozent Anteil an der landwirtschaftlichen
Fläche haben darf, dann hat das mit Fruchtfolge nichts zu tun. Mit
diesem Vorschlag werden Monokulturen behübscht und keinesfalls die
ökologische Produktion gefördert. Der Steuerzahler hat einen Anspruch
darauf, dass sein Geld nicht für die Agro-Industrie mit
Weltmarktorientierung rausgeschmissen wird, sondern dass eine
nachhaltige, klimaschützende und tiergerechte Landwirtschaft
unterstützt wird, die unseren ländlichen Raum zukunftsfähig und
lebenswert erhält", meint Pirklhuber abschließend.
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