- 23.01.2013, 08:24:14
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ÖGfE-Schmidt: Österreichs Jugend pro EU, aber Zweifel an Krisenmanagement
Zwei Drittel meinen, Österreichs Wirtschaft profitiert und EU bietet Chancen - Vertrauen in den Euro 2012 rückläufig - mehr Information gewünscht - SchülerInnen-Umfrage
Utl.: Zwei Drittel meinen, Österreichs Wirtschaft profitiert und EU
bietet Chancen - Vertrauen in den Euro 2012 rückläufig - mehr
Information gewünscht - SchülerInnen-Umfrage =
Wien (OTS) - Zum vierten Mal hat die Österreichische Gesellschaft für
Europapolitik (ÖGfE) im Rahmen ihrer EU-Wanderausstellung eine
österreichweite Umfrage unter Schülerinnen und Schülern (im Alter von
14 bis 22 Jahren) durchgeführt.
"Rund zwei Drittel der Befragten stehen der europäischen
Integration grundsätzlich positiv gegenüber", analysiert Paul
Schmidt, Leiter der ÖGfE, die aktuelle Umfrage, die unter Einbezug
aller Schultypen durchgeführt wurde. "In unseren Diskussionen mit
Jugendlichen zeigt sich aber auch deutlich, dass das Krisenmanagement
der EU kritisch gesehen wird."
68 Prozent von 1089 Befragten befinden, dass Österreichs
Wirtschaft von der EU profitiert. 22 Prozent sind diesbezüglich
skeptisch.* 69 Prozent schließen sich der Meinung an, dass die EU
jungen Menschen zahlreiche Chancen bietet. 24 Prozent sehen eher
"weniger" bis "gar keine" Chancen.
Der Aussage "Die EU bringt nur der Wirtschaft etwas, nicht den
einzelnen EU-BürgerInnen" können 32 Prozent etwas abgewinnen, 57
Prozent stimmen ihr weniger oder gar nicht zu.
Dass "Österreich als 'kleines' Land in der EU nichts zu sagen hat",
glaubt ein Viertel der Befragten. Die Mehrheit (67 Prozent) ist
jedoch nicht dieser Meinung.
Vertrauen in den Euro gesunken
Eine Abweichung zum Stimmungsbild aus 2011 ist im Vertrauen in den
Euro zu bemerken. Aktuell halten ihn 49 Prozent für eine "stabile
Währung". 43 Prozent sehen eine eher "weniger" bzw. "gar nicht"
stabile Gemeinschaftswährung.
"Der Rückgang um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bestätigt den
Eindruck, den wir in Schul-Diskussionen gewinnen. Die wirtschaftlich
schwierige Lage ist Hauptthema und wird in der Wahrnehmung mit dem
Euro verknüpft. Bei Befragungen unter Erwachsenen tritt dieser Trend
noch stärker auf", erklärt Schmidt.
SchülerInnen fordern mehr Information
Dass die EU die Jugendlichen beschäftigt, zeigt ein weiteres
Umfrageergebnis: Nur 5 Prozent haben generell kein Interesse an
EU-Themen. 45 Prozent geben jedoch an, dass ihnen zu wenig
Informationen zu den Bereichen Ausbildung und Studium in Europa sowie
zu den Vor- und Nachteilen der EU für Österreich angeboten werden. 30
Prozent wünschen sich mehr Auskünfte zu Migrationsfragen, je 26
Prozent zur Energie- und Umweltpolitik und zu EU-Themen, die die
eigene Region betreffen.**
"Das Interesse an der EU ist da, der Wunsch nach Information
deutlich sichtbar. Gerade in einer Zeit, in der hohe
Jugendarbeitslosigkeit eines der dringendsten Probleme EU-weit
darstellt, sollten wir diesem Informationsbedürfnis verstärkt
nachkommen. 83 Prozent der von uns befragten Schüler sind bereits
wahlberechtigt. Die Ergebnisse sind daher ein guter Indikator für das
Meinungsbild junger Menschen zur EU - gerade im Hinblick auf die
EU-Wahlen 2014." meint Schmidt abschließend.
Hintergrund
Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung "Die EU und DU"
2012 österreichweit durchgeführt. 1089 SchülerInnen wurden
schriftlich befragt: 94 Prozent Oberstufe, 83 Prozent bereits
wahlberechtigt, Überhang an Teilnehmerinnen (58 Prozent), alle
Schultypen (37 Prozent AHS, 33 Prozent BHS, 24 Prozent BS, Rest
verschiedene Unterstufen/Sonstige) einbezogen. Die Ausstellung ist
ein Projekt der ÖGfE, des Bundesministeriums für europäische und
internationale Angelegenheiten und der Vertretung der Europäischen
Kommission in Österreich. 2012 war sie an 46 Schulen zu sehen, 5400
Jugendliche nahmen an Diskussionsveranstaltungen mit EU-ExpertInnen
teil.
* Die restlichen Befragten konnten/wollten nicht Stellung beziehen.
Dies erklärt die Differenz auf 100 Prozent und gilt für alle
genannten Daten.
** Mehrfachangaben waren möglich.
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