• 18.01.2013, 10:09:45
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Bundesministerin Heinisch-Hosek: Gleichstellung von Frauen und Männern im Sport gemeinsam verwirklichen

Podiumsdiskussion "Sexismus im Sport? - Rollenbilder und mediale Inszenierung"

Utl.: Podiumsdiskussion "Sexismus im Sport? - Rollenbilder und
mediale Inszenierung" =

Wien (OTS) - "Im Sport gibt es immer noch viele Bereiche, in denen
ein großes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern herrscht. Nach
wie vor sind Frauen in den Gremien der Verbände und Vereine stark
unterrepräsentiert, besonders in den Spitzenfunktionen. Dieses
Missverhältnis zeigt sich auch in der Medienpräsenz von Sportlerinnen
und Sportlern", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
gestern Abend zur Eröffnung der Podiumsdiskussion "Sexismus im Sport?
- Rollenbilder und mediale Inszenierung". Die Veranstaltung im Wiener
Palais Dietrichstein wurde von der Frauenministerin gemeinsam mit dem
Verein "100% Sport", der sich für Chancengleichheit von Männern und
Frauen im Sport einsetzt, organisiert.

"87 Prozent männlichen Funktionären stehen nur 13 Prozent weibliche
Entscheidungsträgerinnen in österreichischen Sportgremien gegenüber.
Auch bei den Preisgeldern sind wir weit von einer Gleichstellung
entfernt, wenn auf Sportler 85 Prozent und auf Sportlerinnen nur 15
Prozent an Preisgeldern entfallen. Und dieses Ungleichgewicht
herrscht auch in der medialen Berichterstattung vor", so die
Frauenministern. Bei einem Vergleich der Online-Berichte über
Großsportveranstaltungen hätten Sportler 94 Prozent der medialen
Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nehmen können, Sportlerinnen
hingegen nur sechs.

"Wie Athletinnen und Athleten von der Öffentlichkeit wahrgenommen
werden, wird ganz maßgeblich davon beeinflusst, welche Bilder uns in
den Medien vermittelt werden. Es macht einen Unterschied, wenn Frauen
in Sportmagazinen weniger oft in sportlich-aktiven Situationen zu
sehen sind als ihre männlichen Kollegen, dafür häufiger in passiven
bis hin zu sexistischen Posen", sagte Heinisch-Hosek. Diese
Wahrnehmung würde außerdem von differierenden Kleidungsvorschriften
für Männer und Frauen in derselben Sportart, wie beispielsweise beim
Beach-Volleyball, gefördert.

Die unterschiedliche Darstellung von Sportlerinnen und Sportlern in
den Medien wurde auch in der Podiumsdiskussion mehrfach bestätigt. Am
Podium diskutierten Christa Prets, Vorsitzende des Vereins "100%
Sport", Rosa Diketmüller vom Institut für Sportwissenschaften der
Universität Wien, Martin Ritzer, Geschäftsführer der Fotoagentur GEPA
pictures, Sportmagazin-Chefredakteur Fritz Hutter und die
Spitzensportlerin Caroline Weber, Olympiateilnehmerin und vielfache
Staatsmeisterin in Rhythmischer Gymnastik. Während Christa Prets an
die Verantwortung der Journalistinnen und Journalisten appellierte,
sich um eine Gleichbehandlung zu bemühen, führte der Sportjournalist
Fritz Hutter die Orientierung am Publikumsinteresse ins Treffen. Dass
man sich schrittweise einem Aufbrechen der stereotypen Rollenbilder
annähern müsse, darin war sich das Podium einig.

Bundesministerin Heinisch-Hosek: "Es ist bereits ein erster Schritt
hin zu einer Änderung, dass wir heute über das Missverhältnis in der
medialen Darstellung von Sportlerinnen und Sportlern diskutieren.
Einen wesentlichen Beitrag auf diesem Weg leistet der Verein "100%
Sport", der sich insgesamt für eine Gleichstellung der Geschlechter
in allen Bereichen des Sports einsetzt. Ich wünsche mir, dass wir
diesen Weg gemeinsam weitergehen, ein neues Bewusstsein schaffen und
letztlich eine tatsächliche Chancengleichheit für Frauen und Männer
im Sport verwirklich können".

Fotos zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

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