• 16.01.2013, 12:54:27
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Lunacek: "Neue EU-Regeln für Ratingagenturen können Marktmacht der Großen 3 nicht brechen"

Grüne Forderung nach unabhängiger Europäischer Ratingstiftung bleibt aufrecht

Utl.: Grüne Forderung nach unabhängiger Europäischer Ratingstiftung
bleibt aufrecht =

Straßburg (OTS) - "Ratingagenturen werden in Zukunft zwar mehr an die
Leine genommen, aber diese ist immer noch zu lang. Die Notwendigkeit
von schärferen Regeln für diese Finanzmarktakteure ist in der Krise
der Eurozone evident geworden. Die heute vom Europaparlament
beschlossene Position erreicht dieses Ziel jedoch nur zum Teil. Für
uns Grüne gilt deswegen im Bereich der Ratings weiterhin: Nach der
Reform ist vor der Reform. An deren Ende muss die Abkehr von der
Dominanz der drei großen Ratingagenturen bleiben. Moody's, S & P und
Fitch werden mit den neuen Regeln zwar strenger reguliert, ihre
Marktmacht bleibt aber weiterhin ungebrochen. Erst eine unabhängige
Europäische Rating-Stiftung würde diese Monopol-Situation aufbrechen.
Diese Grüne Forderung findet sich (leider in abgeschwächter Form) im
neuen Regelwerk. Die Kommission ist damit aufgefordert alsbald einen
Vorschlag für eine Ratingstiftung vorzulegen, die Bewertungen
zukünftig in einen größeren Zusammenhang stellt und zum Beispiel auch
Umweltrisiken berücksichtigt. Die Grünen wollten auch die
gegenseitige Anteilsbeteiligung an von Ratingagenturen bewerteten
Unternehmen verbieten und damit Interessenskonflikte ausschließen.
Der Kompromiss erlaubt aber weiterhin eine gegenseitige
Anteilsbeteiligung von bis zu 10 Prozent.", erklärt Ulrike Lunacek,
Europasprecherin der Grünen und grüne Delegationsleiterin im
Europaparlament, nach der Abstimmung der neuen Verordnung über
Ratingagenturen, die heute mittag mit großer Mehrheit vom
Europaparlament in Straßburg angenommen wurde.

"Positiv ist jedenfalls", so Lunacek, "dass die aktuellen
problematischen Ratings auf Buchstabenbasis (z.B. AAA) durch ein
zusätzliches, logischeres und zahlenbasiertes System ergänzt werden.
Basierend auf historischen Werten kann damit die Gefahr von
Zahlungsunfähigkeit abgebildet werden. Eine vollständige Umstellung
auf das neue System war leider nicht durchsetzbar." Dass
Ratingagenturen künftig für grobe Fehlentscheidungen haftbar sind und
ihre Urteile besser begründen müssen, ist für Lunacek ebenfalls
begrüßenswert und "vor allem dem Druck aus dem Europaparlament zu
verdanken - gleichzeitig wurde die Chance zur tiefgreifenden Reform
aufgrund der Blockadehaltung im Rat vertan".

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB

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