- 15.01.2013, 11:42:42
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AK: Grundlegende Reform des Urheberrechts erforderlich
Wien (OTS) - "Das Urheberrecht ist umfassend reformbedürftig, wie
auch die anhaltende Diskussion um die Abgaben auf Computer,
Festplatten und Handys zeigt. Es ist selbstverständlich, dass
Künstler und Künstlerinnen angemessen für die Nutzung ihrer Werke
bezahlt werden sollen", sagt Silvia Angelo, Leiterin der Abteilung
Wirtschaftspolitik in der AK Wien. Die Forderungen der
Verwertungsgesellschaften nach zusätzlichen Abgaben auf immer mehr
Geräte und Speichermedien wird aber in der vorgeschlagenen Form und
Höhe eindeutig abgelehnt. Das belegt jetzt auch eine aktuelle Umfrage
im Auftrag der Wirtschaftskammer. Dies würde einerseits
KonsumentInnen mit einem Schlag stark belasten, weil Geräte und
Speichermedien sich massiv verteuern, und andererseits das Problem
auch nur kurzfristig hinauszögern, weil absehbar ist, dass die
technologische Entwicklung nicht stehenbleibt und stets neue
Speichermöglichkeiten auftauchen.
Eine einseitige Verteuerung von Geräten und Festplatten
benachteiligt im Verhältnis zum Ausland den Standort Österreich und
bringt damit auch die Arbeitsplätze der betroffenen Wirtschaftszweige
unter Druck. Hier werden Arbeitsplätze der Kreativwirtschaft und
Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftszweigen unangemessen
gegeneinander ausgespielt, ohne sinnvolle Lösungen für alle
Betroffenen zu suchen.
Es ist für KonsumentInnen zudem nicht einzusehen, dass man doppelt
und dreifach belastet wird, indem man etwa legal erworbene und
bezahlte Werke, etwa über Downloadplattformen wie i-Tunes kauft,
herunterladet und dann noch für die notwendige Speicherung auf der
Festplatte und einem Sicherungsmedium zusätzlich zur Kassa gebeten
wird.
"Eine schlechte Methode zu prolongieren und immer neue Abgaben auf
Speichermedien und Geräte zu fordern ist keine Antwort auf die
Herausforderungen an ein modernes Urheberrecht. Es geht aber darum,
dass es für alle Beteiligten zu einer akzeptablen Lösung kommen muss.
Es muss jedenfalls mehr Transparenz und Klarheit geben. Dazu gehört
auch, dass jede Art von Vergütungsmodellen von einer unabhängigen
Instanz festgelegt und nicht von den Verwertungsgesellschaften
autonom bestimmt werden können", fordert Angelo eine grundlegende
Reform des Urheberrechts.
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