- 15.01.2013, 10:27:42
- /
- OTS0068 OTW0068
Integrations-ExpertInnenrat: Schullösungen erarbeiten, die nicht diskriminieren
Nachgewiesene Chancenungleichheit endlich beseitigen
Utl.: Nachgewiesene Chancenungleichheit endlich beseitigen =
Wien (OTS) - Der im Oktober 2012 gegründete Alternative
Integrations-ExpertInnenrat übt deutliche Kritik an den vom Wiener
Stadtschulrat und von Integrationsstaatsekretär Kurz präsentierten
Vorschlägen zur Zurückstufung von Kindern mit nichtdeutscher
Muttersprache. Der ExpertInnenrat fordert die Politik dazu auf,
Schullösungen zu erarbeiten, die Diskriminierung abbauen und nicht
verstärken. Ziel müsse es sein, Chancengleichheit herzustellen.
Kinder, weil sie eine andere Erstsprache als Deutsch sprechen,
auszusondern und ein Schuljahr verlieren zu lassen, sei kein Beitrag
zu Chancengleichheit.
Laut dem soeben veröffentlichten "Nationalen Bildungsbericht" gibt
es an Österreichs Schulen im OECD-Vergleich eine viel zu geringe
Ausstattung mit pädagogischem Unterstützungspersonal wie Stütz- und
Integrationslehrer, Sozialarbeiter oder Schulpsychologen. Die Folge
sind eklatante Mängel bei der Chancengleichheit. "Die Debatte zäumt
das Pferd vom Schwanz auf. Die Defizite liegen nicht bei den Kindern,
die eine andere Sprache als Deutsch beherrschen, sondern bei einem
Schulsystem, das mit den Bedürfnissen der Kinder nicht umgehen kann",
so die Mitglieder des 24-köpfigen Alternativen ExpertInnenrats.
"Sobald wir die Diversitätskompetenz unserer Kindergärten und Schulen
verbessern, verbessern wir auch die Sprachkompetenz unserer Kinder."
Der ExpertInnenrat verweist auf seinen im Herbst 2012
veröffentlichten 125-Punkte-Maßnahmenbericht zu Integrations- und
Gleichstellungsfragen. Darin sind mehr als 30 Lösungsvorschläge zu
Sprach- und Bildungsfragen enthalten. "Als Grundpfeiler braucht es
einen garantierten und für Einkommensschwache kostenlosen
Kindergartenplatz ab 3 Jahren, ein zweites Gratis-Kindergartenjahr
für alle, mehrsprachige Elternberatung sowie ein gemeinsames,
ganztägiges Schulangebot mit integrierter Sprachförderung und mit
Lehrkräften, die in Deutsch als Erst- und Zweitsprache geschult sind.
An der Umsetzung dieser Grundpfeiler eines fairen und
chancengerechten Bildungssystem sollte die Bildungs- und
Integrationspolitik arbeiten", so die ExpertInnen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SMM






